Datenlöschen-Delete
Jede dritte Suchanfrage im Netz soll sich Schätzungen zufolge bereits um Personen drehen: Wer ist etwa Peter Müller? Was hat er bisher gemacht, gesagt, geschrieben? Wen kennt er? Sollte ich ihn oder er mich kennen? Kann man ihm vertrauen und lohnt es sich, ihn einzustellen oder mit ihm Geschäfte zu machen? Die Antwort auf diese Fragen ließe sich auch mit einem Satz beantworten: Das Personal Branding wird immer wichtiger. Das Problem daran ist jedoch zugleich: Das Internet vergisst nicht. Was einmal drin steht, bekommt man so schnell nicht wieder heraus. Oder doch?

Wie Sie Daten im Netz löschen können

Zwar gibt es längst kostenpflichtige Dienste, die dabei helfen sollen, alte Jugendsünden aus dem Web zu tilgen. Doch versuchen die – gegen eine Gebühr natürlich – digitale Altlasten sowie deren Urheber oder Verbreiter ausfindig zu machen und verlangen von diesen anschließend die Informationen zu löschen. Nicht falsch. Allerdings räumen die Datendetektive selber ein, dass das nicht immer gelingt.

Tatsächlich sind etwa Betreiber von Foren oder Blogs keineswegs rechtlich gezwungen, Einträge oder Kommentare zu löschen, solange diese keine Beleidigungen, üble Nachrede oder Verleumdungen enthalten.

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom März 2007 (VI ZR 101/061) kann der Betroffene vom Betreiber einer solchen Seite die Löschung eines Eintrags nur verlangen, wenn dieser seine Ehre verletzt.

Der Betreiber wiederum muss dieser Forderung nachkommen, sobald er von dem Text Kenntnis erlangt. Also etwa, nachdem er eine entsprechende Hinweismail gelesen hat. Dabei ist egal, ob er die Identität des Verleumders kennt oder nicht.

Aber selbst damit muss das heikle Material noch lange nicht verschwunden sein. Seit Google das Cache (vulgo: Kasch) erfunden hat, eine Art digitale Fotokopie jeder Webseite, können so auch längst gelöschte Einträge später noch nachverfolgt werden. Zwar kann man Google per Webseite bitten, unliebsame Einträge aus dem Cache zu löschen, doch gelingt das allenfalls in fünf Prozent der Fälle:

"Wir sind nicht die Internet-Polizei", sagt ein Google-Sprecher. Gelöscht werde nur bei klaren Verstößen gegen deutsches Recht.

Der erste Schritt ist deshalb immer, sich an den Seitenbetreiber zu wenden. Und auch hier gilt: Eine freundliche Bitte per Mail wirkt in der Regel effektiver als eine mit wüsten Beschimpfungen gespickte Drohung.

Erst wenn der Inhalt dort entfernt ist, hat es Sinn Google eine Mail zu schicken, damit die Daten auch aus dem Cache gestrichen werden. Das kann jedoch bis zu vier Wochen dauern.

Zwar lassen sich eigene Einträge im Web mit Dateien versehen, die Suchmaschinen abweisen oder täuschen. Auch das Cache kann man mithilfe dieser Bot-Blocker löschen, weil die Suchroboter keinen Schnappschuss mehr anlegen. Aus dem Suchindex sind Altlasten so allerdings auch nicht verschwunden, so dass dort zumindest noch eine ganze Weile die Anlaufzeilen des ursprünglichen Eintrags ausgegeben werden - im Schnitt bis zu sechs Wochen nach Löschung.

Womöglich ist das immer noch zuviel bei übler Nachrede. Mit der Zeit wandern diese blinden Einträge im Index zwar immer weiter nach hinten, beschleunigen lässt sich dies aber nur durch aktive Gegenmaßnahmen – sprich: das Streuen und Verlinken eigener und neuer Positiveinträge.

Das ist sowieso die bessere Alternative: aktives Personal Branding.

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