Die 7 größten Mythen über Reichtum
Sie leben in ihrer eigenen Welt, sind für Normalsterbliche unerreichbar und kennen die Sorgen des Alltags nicht. So oder so ähnlich sieht das Bild der Superreichen aus. Kein Wunder, dass viele Menschen - egal ob Arbeitnehmer, Selbstständige oder Unternehmen - Reichtum als erstrebenswert ansehen. Doch stimmt dieses Bild? Und löst Reichtum wirklich alle Probleme? Wir gehen den sieben größten Mythen über Reichtum auf den Grund...

Reichtum: Der schöne Schein trügt

Was auf den ersten Blick paradiesisch aussieht, bringt ganz eigene Probleme mit sich. Viel Geld macht ebenso viel Arbeit und ruft unweigerlich Neider auf den Plan. Viel wichtiger ist für die meisten Menschen jedoch, dass das Streben nach Reichtum alles vereinnahmen kann. Wer sich (fast) nur auf das große Geld fokussiert und dafür alles andere hintenanstellt, verliert schnell den sozialen Rückhalt und wichtige Beziehungen.

Wer Reichtum jedoch als grundsätzlich schlecht abtut und für unerreichbar hält, sitzt damit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Laut dem Ultra Wealth Report (UWR) von Wealth-X und UBS, haben weltweit 65 Prozent der Reichen - im Report mit einem Nettovermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar definiert - ihr Vermögen selbst erarbeitet.

Die sieben größten Mythen über Reichtum werden durch den Report zumindest teilweise widerlegt oder aufgeklärt. Im Folgenden nehmen wir sie unter die Lupe und zeigen, wie Sie die Erkenntnisse für sich nutzen können.

Die 7 größten Mythen über Reichtumg

Die folgenden Mythen erfüllen allesamt zwei Kriterien: Erstens halten sie sich seit Jahrzehnten hartnäckig und zweitens sind sie nicht ganz richtig. In allen steckt ein wahrer Kern, doch 100-prozentig korrekt ist keiner von ihnen.

Die gute Nachricht: Reichtum ist nicht so unerreichbar, wie er oft scheinen mag. Die schlechte Nachricht: Der Weg zum Reichtum ist dennoch steinig.

  1. Reichtum ist angeboren

    Dieser Mythos fällt in ein ähnliche Kategorie wie die Annahme, Vermögen würde immer ererbt. Der UWR zeigt, dass dies nur in wenigen Fällen zutrifft. Die Mehrheit der Reichen hat ihr Vermögen erarbeitet. Natürlich spielen Kontakte, Netzwerk und eine gehörige Portion Glück auf dem Weg zum Reichtum, keine Frage. Doch wenn Sie nicht in einer Villa auf die Welt gekommen sind, ist das kein K.O.-Kriterium für Ihre Ambitionen. Ein finanziell gut gestelltes Elternhaus kann jedoch hilfreich sein.

  2. Reichtum ist nur für Elitestudenten erreichbar

    Auch dieser Mythos lässt sich nicht durch Zahlen bestätigen. Zwar stimmt es, dass die bekannte Harvard Universität den höchsten Anteil an Reichen unter ihren Alumnis hat. Doch global betrachtet machen Absolventen von Harvard und anderen Eliteuniversitäten gerade einmal dreieinhalb Prozent der reichen Menschen aus. Daher können Sie sich auch ohne Abschluss einer Eliteuniversität auf den Weg zum Reichtum machen.

  3. Reichtum schützt vor wirtschaftlichen Krisen

    Die Wirtschafts- und Finanzkrisen der letzten Jahre haben viele Menschen - mehr oder weniger direkt - getroffen. Reiche sind vor so etwas natürlich gefeit, oder? Mitnichten. Der UWR zeigt, das die Zahl der Reichen weltweit in der Krise zwischen 2008 und 2009 um 20 Prozent zurückging. Reichtum schützt daher keinesfalls vor Krisen oder wirtschaftlichen Problem. Eine Garantie gibt es auch mit noch so viel Geld nicht.

  4. Reichtum schützt vor alltäglichen Problemen

    Bis zu einem gewissen Grad ist dieser Mythos korrekt. Wer nicht auf Geld achten muss, braucht sich um Themen wie Haushaltsführung, Kleidung, Reisen und ähnliches nicht zu kümmern. Allerdings bringt ein großes Vermögen ganz eigene Probleme mit sich. Auch wenn Steuerberater den größten Teil der Arbeit übernehmen, sind Reiche durchaus in ihre finanziellen Angelegenheiten eingebunden. Und die hohen Erwartungen des sozialen Umfelds können einen nicht zu unterschätzenden Druck auf den Einzelnen ausüben.

  5. Die Reichen werden immer reicher

    Der so genannte Matthäus-Effekt ist die Erklärung für diesen Mythos. Er besagt, dass sich erfolgreiche Menschen eher zu anderen erfolgreichen Menschen gesellen. So entstehen naturgemäß bessere Chancen für weiteren Erfolg. Reiche können so tatsächlich immer reicher werden, da sie sich mit anderen Reichen umgeben und Chancen schaffen. Was ungerecht klingt ist jedoch auch eine Chance. Mit dem entsprechenden Ruf können Sie erfolgreiche Menschen anziehen und so die Tür in Richtung Reichtum öffnen.

  6. Reichtum macht glücklich

    Mit diesem Mythos ist es wenig wie mit dem Dschungelcamp: Niemand würde ihm zustimmen - Geld macht nicht glücklich, das weiß doch jeder (!) - doch insgeheim nehmen ihn viele ernst. Und tatsächlich steckt in ihm ein wahrer Kern. Geld und Reichtum machen zwar nicht glücklich, doch sie können Lebenschancen schaffen und Erfahrungen ermöglichen, die sonst nicht möglich wären. Beide Aspekte sind wichtig, um wirklich glücklich zu sein.

  7. Reichtum ist für jeden erreichbar

    Dieser Mythos läuft einigen bisher genannten Mythen zuwider, hält sich jedoch ebenfalls hartnäckig. Er entspringt der Hoffnung, dass trotz aller Unterschiede jeder zu Reichtum gelangen kann. Bis zu einem gewissen Grad ist das korrekt, wie bereits gezeigt sind Rahmenbedingungen nicht alles. Allerdings sollten Sie sich, wenn Reichtum Ihr Ziel ist, beeilen. Eine Einkommensstudie zeigt, dass die zehn ersten Berufsjahre für den Weg zum Reichtum entscheidend sind. Gelingt es Ihnen in dieser Zeit nicht, viel Geld zu verdienen oder sich dem nötigen Level zu nähern, sinken Ihre Chancen rapide.

All das bedeutet nicht, dass Reichtum das ultimative Ziel aller Arbeit sein sollte. Glück kann auch in einer funktionierenden Beziehung, gesunden Kindern, einem erfüllenden Job und anderen Bereichen zu finden sein. Wer weiß, vielleicht definieren Sie Reichtum auch gar nicht finanziell?

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