Verstellung funktioniert nicht im Berufsleben, jedenfalls nicht auf Dauer. Weder im Vorstellungsgespräch noch im Berufsalltag. Das Gleiche gilt für die richtige Schminke. Gutes Make-up wirkt niemals angemalt. Zwar kann es im Business schon einmal Schwachstellen und Müdigkeit kaschieren, vor allem aber unterstreicht es, genau wie modische Kleidung und Accessoires, die Persönlichkeit. Wie das geht, zeigt Visagistin Simone Gatzen.

Statt überdecken und ablenken gilt es also, kleine Akzente zu setzten und Vorzüge zu betonen. Und das tun Sie am besten an den Augen.
Denn da soll ja der Gesprächspartner möglichst hinschauen. Wirken die Augen groß und geöffnet, signalisiert das Vertrauen und Attraktivität.

Schau mir in die Augen!

Die Grundregel: „Bloß keinen Kajal auf die Lidränder“, sagt Gatzen. Denn das verkleinert die Augen optisch extrem. Aber auch unter den Lidrändern wirkt schwarzer Kajal schnell zu hart. Deshalb im Berufsleben lieber auf Braun- und Grautöne zurückgreifen und selbst die nur am äußeren Auge bis maximal drei Viertel des Lids auftragen. Zusätzlicher Tipp für den sympathischen Look: „Verwischen Sie den Kajal mit einem Wattestäbchen oder arbeiten Sie mit einem ähnlichfarbigen Lidschatten über die Linie.“

Auch beim Lidschatten sollten Sie im Business nur zu Grau- und Brautönen greifen. Die wirken wie ein natürlicher Schatten. Aber Vorsicht mit zu rötlichem, warmen Braun! Bei den meisten Frauen sehen die Augen damit verweint oder müde aus.

Wichtig für das Auftragen ist zudem die natürliche Augenform. Frauen mit runden Augen empfiehlt Gatzen, einen etwas dunkleren Lidschatten am äußeren Rand der Lidfalte aufzutragen und nach oben auszuschattieren. Außerdem sollten sie möglichst keinen Kajal am unteren Wimpernrand auftragen, um Hundeaugen zu vermeiden.

Ein Tipp noch für die Brillenträgerinnen: Brillen für Weitsichtige lassen die Augen schon von sich aus größer erscheinen. Also auf keinen Fall zu hellen Lidschatten verwenden, der vergrößert noch zusätzlich. Kurzsichtige sollten die Augen hingegen ein wenig stärker betonen.

Aber selbst beim Business-Make-up bleibt Freiraum für Modebewusstsein: Bei den Augenbrauen. Der Trend geht wieder zu natürlicher Breite. Das sorgt zusätzlich für ein markantes und selbstbewusstes Gesicht. Trotzdem soll es gepflegt und nicht rustikal aussehen. Entsprechend sollten Sie überstehende Härchen zupfen und die Brauen stylen. Bei manchen reicht dazu schon das Kämmen und Fixieren der Augenbrauen mit klarem Gel. Andere müssen mit Farbe nachhelfen und Lücken kaschieren. Gatzen empfiehlt dafür Lidschatten, der mit einem Pinsel aufgetragen wird: „Viele machen den Fehler, einen zu dunkeln Ton auszuwählen. Meist reicht aber dasselbe Produkt, wie für das Augen-Make-Up, also ein natürliches Graubraun.“

Farbe im Büro

Wir haben an dieser Stelle schon oft geschrieben: Knallfarben sind der größte Sommer-Trend. Das gilt natürlich auch für den Lippenstift. Besonders angesagt sind rot-orange Töne im Retro-Look. Im Business sollten die aber – wenn überhaupt – nur Frauen in führenden Positionen tragen. Und auch das nur, wenn es zur Haut- und Haarfarbe passt. Das genaue Gegenteil, glänzende oder glossige Rosatöne, sind nichts fürs Berufsleben. Sie wirken zu kindlich und verspielt oder gar unseriös. Für ein wenig Selbstbewusstsein und Weiblichkeit eignet sich eher ein Ton, der etwas dunkler als die natürliche Lippenfarbe ist, zum Beispiel Rosenholz.

Das richtige Auftragen von Rouge ist die wahre Königsdisziplin beim Make-up. Wie oft sieht man Frauen mit dicken Balken im Gesicht oder Wangen, die eher an Clown-Schminke erinnern. Ganz Weglassen müssen Sie die Wangenfarbe dennoch nicht, sorgt sie doch für mehr Schwung und Frische im Gesicht. Simone Gatzen empfiehlt: „Die natürlichste Stelle für Rouge ist der Übergang zwischen der Wölbung des Wangenknochens und der Aushöhlung des Kiefers.“ Auf letzterer sollten Sie einen dunkleren Ton auftragen, um das Gesicht optisch zu verschmälern. Zusätzlich ein wenig Rouge auf den Lidern und unter Braue lässt das Gesicht noch frischer und wacher aussehen.

Zum richtigem Auftragen von Rouge gibt es noch dieses nützliche Video:

Fünf Notfall-Tipps fürs Büro

  • Für mehr Haltbarkeit Lippen und Lid vor dem Auftragen von Make-up mit losem Puder abpudern.
  • Zusätzlich vorher die Lippen mit Lipliner anmalen.
  • Wenn Sie mit Mascara gekleckert haben, auf keinen Fall feucht abreiben und verschmieren! Besser: den Fleck trocknen lassen und mit einem Wattestäbchen wegkratzen.
  • Im Sommer mehrmals am Tag nachpudern, um fettigen Glanz zu verhindern. Hilfreich: Spezielle Tücher (Löschpapier), die den Glanz aus der Haut nehmen.
  • Entstandene Flecken nie abreiben, sondern immer tupfen.

Kennen Sie noch weitere Tipps, um das Business-Make-up haltbarer zu machen? Dann schreiben Sie uns einen Kommentar!

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