Kann man sich selbst für mächtiger halten, nur weil man jemanden kennt, der Macht besitzt? Und ich meine jetzt nicht, mit einer einflussreichen Person befreundet zu sein, sondern eher so eine flüchtige Bekanntschaft, so als hätte man den großen Boss der Company gerade zufällig im Aufzug getroffen und ihm die Hand geschüttelt… Zack, schon ist man selbst einen Kopf größer. Männer können das.

Anhand mehrerer Experimente konnte Noah J. Goldstein von der Anderson School of Management an der Universität von Kalifornien in Los Angeles nachweisen, dass es bei Männern so etwas wie die Illusion eines Machttransfers gibt. Oder kurz: Männer pimpen ihr Ego mit einflussreichen Verbindungen.

Tatsächlich fühlen sich Männer sofort mächtiger, optimistischer, selbstsicherer, sobald sie eine hauchdünne Verbindung zu jemandem mit Macht verspüren. Frauen tun das nicht. Was definitiv für den Realismus und die Bodenständigkeit der Frauen spricht. Allerdings zeigte sich bei den Studien auch, dass sich Frauen generell machtloser bis ohnmächtiger fühlen als Männer, was wiederum ein Handicap sein kann.

Entscheidend für das Ausmaß des Effekts war zudem, ob sich die (männlichen) Probanden eher in einer kooperativen oder eher konkurrierenden Beziehung zu ihrem machtvollen Gegenüber sahen. Klar, je kooperativer die Situation, desto stärker war die Illusion der geliehenen Macht.

Ein drolliger Psychoeffekt. Einerseits. Aber auch einer, der mal wieder offenbart, wie seelenwund das männliche Ego doch ist.