
Wissen ist Macht, heißt es so schön. Sprache kann sie einem aber ebenso gut verleihen. Oft ist Sprache und ihr gezielter Einsatz (auch Rhetorik genannt) ein veritables Mittel der Einflussnahme oder eben bereits Ausdruck der Mächtigen. Sie kann dazu genutzt werden, Macht zu demonstrieren und zu festigen oder seinen Willen durchzusetzen.
Matthias Nöllke, den Karrierebibel-Lesern bereits gut bekannt, arbeitet für den Bayerischen Rundfunk und hat als Autor schon einige Bücher über Macht geschrieben. In seinem jüngsten Werk beschäftigt er sich allerdings ausschließlich mit der Sprache der Macht – weshalb es auch genauso heißt.
Wir kennen uns schon eine Weile (ich durfte mal ein Vorwort für sein Buch über Vertrauen schreiben), weshalb er mit gleich mit Erscheinen eine Ausgabe der Sprache der Macht zugeschickt hat und das mir – soviel vorweg – wirklich gut gefällt. Weil aber eine sprachliche Rezension über die Sprache der Macht immer latent doppeldeutig bleibt, habe ich mich für eine andere, neue Form entschieden: die Foto-Rezension. Schließlich sagen Bilder ja bekanntlich mehr als tausend Worte…
Die Sprache der Macht – Eine Foto-Rezension
Worum geht es in dem Buch? Welche Fragen werden beantwortet? Und was leistet es?



Gerade die letzte Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn jede Gegenwehr könnte zugleich ein Versuch der Machtergreifung sein. Deshalb stellt sich die Frage…

Letztlich lässt sich die Frage nur beantworten, wenn man sich zuvor erst einmal bewusst macht, wie umgangssprachliche Machtmuster aussehen. Nöllke trifft dazu folgende Definition:

Allerdings muss dies nicht immer bedeuten, besonders dominant aufzutreten. Im Gegenteil…

Und nicht zuletzt gibt es da die…

Wir alle kennen das Paradebeispiel der Juristen, wenn etwa der gegnerische Anwalt in der Verhandlung fragt: “Schlagen Sie Ihre Frau immer noch?” Egal, ob der Zeuge mit Ja oder Nein antwortet – er gibt damit der Unterstellung, seine Frau jemals geschlagen zu haben, nach. Es gibt aber auch mildere Formen, wie “Oder unterlaufen Ihnen gar keine Fehler?”
Um der derlei fiese Tricks aus der dunklen Ecke der Rhetorik parieren zu können, gibt es in der Regel nur zwei Alternativen: Sie verbal als das enttarnen, was sie sind: Suggestivfragen und Unterstellungen. Oder sie getrost übergehen. Dazu muss man sie als solche allerdings erst einmal kennen.
Klassische Psychotricks der Rhetorik
Deshalb behandelt das Buch auch einige rhetorische Kniffe. Ich bin durchaus stolz darauf, dass die Karrierebibel hier inspirierend bei der Recherche helfen konnte (auch wenn sie später in der Literaturliste leider vergessen wurde). Sie können die jeweiligen Psychotricks aber hier gerne noch einmal nachlesen, indem Sie auf die jeweiligen Fotos klicken. Die Original-Artikel sind dort verlinkt:
Der Begründungs-Effekt und warum Sie das Wort “weil” benutzen sollten
Die Columbo-Technik – Scheinbare Unterwerfung um unterschätzt zu werden
Der Anker-Effekt – Mit fiktiven Zahlen beeinflussen
Wut als Machtgeste – um zu bekommen, was man will
Der Renzenz-Effekt – Warum Ihr bestes Argument zum Schluss kommen sollte
Namedropping – Wie Wichtigtuerei wirkt
Eine weitere Masche, andere sprachlich zu vereinnahmen ist freilich…

Es ist ein klassischer Trick, um aus einem egoistischen Motiv sprachlich ein Mehrheitsbedrüfnis zu formen und die anderen damit einzulullen, dass sie es doch letztlich auch so wollen. Kurz es ist eine Form der…

Wem das nicht gelingt, der kann immer noch auf einen anderen Trick zurückgreifen:
Denn Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Das ist nicht zuletzt die Quintessenz einer Studie der beiden Psychologen Milton Lepkin aus dem Jahr 1945. Sie fanden heraus, dass Menschen etwa falscher Kriegspropaganda mehr Glauben schenkten, je öfter sie diese hörten. Tatsächlich ist es so, dass unser Gehirn irgendwann aufhört die Quellen eines Gerüchts oder einer Information zu unterscheiden. Oder anders formuliert: Es macht keinen Unterschied, ob wir ein und dieselbe Information von vielen verschiedenen (und glaubwürdigen) Menschen hören oder nur immer wieder von derselben Quelle, so auch das Ergebnis eines Experiments von Kimberlee Weaver vom Institute for Social Research an der Universität Michigan. Es ist das Prinzip der urbanen Legenden: Man muss den Leuten den Mist nur oft genug einbimsen, dann glauben sie irgendwann, dass es stimmt.
Und am besten geschieht dies mit der Leichtigkeit der Sprezzatura…
Allerdings sind dies alles – wie schon erwähnt – ebenfalls allesamt Manipulationstechniken. Sie lassen sich so oder so einsetzen (und sei es nur zur Abwehr). Besser aber, sie entstammen der eigenen Souveränität. Denn die bildet zumeist auf natürliche Weise eine Sprache der Macht. Oder wie Nöllke schreibt:
Jede Situation hat ihre Eigendynamik. Souveränität besteht darin, mit dieser Eigendynamik umzugehen und sich ihr gegebenenfalls zu entziehen. Die sogenannte Dolmetcher-Technik kann helfen, aus einer unangenehmen Situation herauszukommen. Abfällige Kommentare werden in eine sachliche Sprache “übersetzt” und dadurch neutralisiert.
Und wer souverän ein Gespräch oder Disput beenden will, sollte nicht versuchen, immer das letzte Wort zu haben. Irgendwann ist es auch mal gut. So wie mit dieser Rezension. Auch das übrigens ein Kniff der Souveränität: Der wahrhaft Selbstbewusste kann jederzeit…










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jusiro
Schade, vielleicht liegt es an meinem PC, aber gerade im ersten Abschnitt sind die Buchausschnitte schlecht zu erkennen. Eine unkonventionelle Art der Buchbesprechung, aber so hat sie mir keine Lust aufs Weiterlesen gemacht :(
Wie fällt denn nun das Urteil über das Buch aus? Außer “gefällt mir wirklich gut” ?
Jochen Mai
Also, das ist das erste Mal, dass ich höre, die Bilder seien schlecht zu erkennen. Muss wirklich am PC liegen.
Und was genau ist am Urteil “gefällt mir wirklich gut” unklar?
Strangerli
Ich empfehle in so einem Fall das Bild in einem neuen Browserfenster zu öffnen. Die Grafiken wurden in die Seite eingebunden und dort skaliert, weswegen ihre Originalgröße genutzt werden kann wenn das Bild separat geöffnet oder auf dem eigenen PC gespeichert wird.
Jochen Mai
Klar, so gehts auch. Aber Ziel ist ja nicht, den gesamten Text im Bild zu lesen, sondern nur die Überschriften, um so einen Eindruck davon zu bekommen. Und dazu reicht die Größe völlig aus.
smiley
Also mir gefällt’s…