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10 von Jochen Mai am 14. Januar 2009 → Studie in Büro
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Dienst nach Vorschrift – neuer Gallup-Engagement-Index 2008

lupeEs hat sich kaum etwas verbessert: 67 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich kaum noch an ihr Unternehmen gebunden und machen Dienst nach Vorschrift, 20 Prozent haben innerlich bereits gekündigt. Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten verspüren eine echte Verpflichtung gegenüber ihrem Unternehmen und arbeiten hoch engagiert. So lautet das Ergebnis des jüngsten Gallup-Engagement-Index, der heute Mittag in Berlin vorgestellt wurde. Der Index basiert auf zwölf Aussagen zum Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld, die knapp 2000 zufällig ausgewählte Arbeitnehmer ab 18 Jahre telefonisch abgegeben haben.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland damit nur einen Platz im unteren Mittelfeld. Zum Vergleich: In Großbritannien fühlen sich 20 Prozent der Beschäftigten loyal verbunden und hoch motiviert, in den USA sogar 29 Prozent. Nur in Frankreich und Japan ist der Anteil emotional stark gebundener Mitarbeiter mit zwölf beziehungsweise sieben Prozent geringer als in Deutschland. Hierzulande bemängeln viele Beschäftigte vor allem, dass sie zu wenig Anerkennung im Job erhalten oder ihre Meinung im Unternehmen nicht gehört werde. Andere sind der Meinung, dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht wirklich liegt. Der Aussage „Mein Chef legt den Schwerpunkt auf meine Stärken und positiven Eigenschaften“ stimmten lediglich 35 Prozent der Befragten zu.

Die Folgen sind wirtschaftlich durchaus relevant. So weisen Beschäftigte mit geringer emotionaler Bindung an ihren Arbeitgeber bis zu vier Fehltage mehr auf als loyale Mitarbeiter. Einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern können so leicht jährliche Mehrkosten von 485.000 Euro entstehen.

Gallup-Index im Jahresvergleich

JAHR Geringe Bindung Innerlich gekündigt Loyal
2008 67 20 13
2007 68 20 12
2006 68 19 13
2005 69 18 13
2004 69 18 13
2003 70 18 12
2002 69 16 15
2001 69 15 16

Quelle: Gallup



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1. Kommentar

Jörg Weisner
14.01.09 um 15:31 Uhr

Ich glaube das die Kosten für Mitarbeiter, die nicht glücklich in ihrem Job sind, noch viel höher ausfallen.
Wolff Horbach schreibt auf seinem faktor-G Blog:
* Reduziert der Mitarbeiter sein Leistungen auf 80%, dann hängt das Unternehmen bereits mit 4.000 Euro in den roten Zahlen.
* Fährt der Mitarbeiter seine Leistungen auf 50% zurück, dann kostet das dem Unternehmen jährlich 40.000 Euro.”

Ich glaube, dass die Auswirkungen nicht glücklicher Mitarbeiter noch viel höher liegen. Denn ein Mitarbeiter arbeitet nicht nur allein in seinem stillen Kämmerlein. Er steht in ständigem Austausch mit seinen Kollegen und mit den Kunden.

Und wie groß hier der Unterschied zwischen Unfreundlichkeit und einem strahlendem Lächeln ist, das weiß wohl jeder. Erinnert Euch einfach an eine der letzten Begebenheiten, an denen Ihr Euch über die Unfreundlichkeit eines Kellners, einer Telefonistin, eines Taxisfahrers oder z.B. eines Technikers geärgert habt.

Vergleicht jetzt bitte diese Situation mit der hoffentlich auch erlebten, in denen Ihr so richtig begeistert wart, in der Euch der Mitarbeiter mit seinem strahlenden Lächeln fast verzaubert hat, Euch auf jeden Fall den Tag verschönert hat.

Welche der beiden Firmen würdet Ihr weiter empfehlen? Und welche der beiden Firmen wird wohl auf Dauer bessere Geschäfte machen? Wenn sie denn überhaupt im Geschäft bleibt.

2. Kommentar

Jan
15.01.09 um 10:47 Uhr

Also da muss ich mich Ihnen anschließen, Herr Weisner. Das wichtigste ist, seine Mitarbeiter zu motivieren, damit sie sich mit dem Unternehmen auch identifizieren können. Solange das nicht gegeben ist, wird man nie die volle Leistung des Mitarbeiters bekommen. Vielleicht wird sie auch von Anfang an nicht gebracht und demzufolge weiß man gar nicht, welches Potenzial in den einzelnen Mitarbeitern steckt. Erschreckend finde ich die innere Kündigung von 20 Prozent, und dass immer weniger Arbeitnehmer loyal dem Unternehmen gegenüber stehen, das zeigt deutlich, dass die Führungsqualitäten immer weiter zu wünschen übrig lassen. Das wichtigste Kapital im Betrieb ist immer noch der Mensch, ohne ihn geht gar nichts. Ihr Beispiel ist so treffend beschrieben, dass ich mich auch hier nur anschließen kann!

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