Es hat sich kaum etwas verbessert: 67 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fühlen sich kaum noch an ihr Unternehmen gebunden und machen Dienst nach Vorschrift, 20 Prozent haben innerlich bereits gekündigt. Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten verspüren eine echte Verpflichtung gegenüber ihrem Unternehmen und arbeiten hoch engagiert. So lautet das Ergebnis des jüngsten Gallup-Engagement-Index, der heute Mittag in Berlin vorgestellt wurde. Der Index basiert auf zwölf Aussagen zum Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld, die knapp 2000 zufällig ausgewählte Arbeitnehmer ab 18 Jahre telefonisch abgegeben haben.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland damit nur einen Platz im unteren Mittelfeld. Zum Vergleich: In Großbritannien fühlen sich 20 Prozent der Beschäftigten loyal verbunden und hoch motiviert, in den USA sogar 29 Prozent. Nur in Frankreich und Japan ist der Anteil emotional stark gebundener Mitarbeiter mit zwölf beziehungsweise sieben Prozent geringer als in Deutschland. Hierzulande bemängeln viele Beschäftigte vor allem, dass sie zu wenig Anerkennung im Job erhalten oder ihre Meinung im Unternehmen nicht gehört werde. Andere sind der Meinung, dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht wirklich liegt. Der Aussage „Mein Chef legt den Schwerpunkt auf meine Stärken und positiven Eigenschaften“ stimmten lediglich 35 Prozent der Befragten zu.

Die Folgen sind wirtschaftlich durchaus relevant. So weisen Beschäftigte mit geringer emotionaler Bindung an ihren Arbeitgeber bis zu vier Fehltage mehr auf als loyale Mitarbeiter. Einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern können so leicht jährliche Mehrkosten von 485.000 Euro entstehen.

Gallup-Index im Jahresvergleich

JAHR Geringe Bindung Innerlich gekündigt Loyal
2008 67 20 13
2007 68 20 12
2006 68 19 13
2005 69 18 13
2004 69 18 13
2003 70 18 12
2002 69 16 15
2001 69 15 16

Quelle: Gallup