Dienstreise_mit_Kollegen
Die Dienstreise mit Kollegen kann im Freudentaumel enden - oder im Fiasko. Nicht ganz unwichtig für den Erfolg: die Harmonie der Reisegruppe. Die ist nicht mehr gewährleistet, wenn Hund mit Katze verreist oder die Organisation vollends entgleitet. Dienstreise mit Kollegen: In sechs einfachen Schritten zum Erfolg ...

Dienstreise mt Kollegen: Turbulenzen voraus

Marketing-Frau Amy Spychalla erzählt in Forbes von einer Dienstreise, die ihr in Erinnerung bleiben sollte: „In einem früheren Job hatte ich mehrere Meetings mit Stakeholdern in New York. Zu den Meetings musste ich zum ersten Mal alleine mit Sam reisen, einem unserer Geschäftsführer. Wir reisten getrennt an und trafen uns direkt beim ersten Meeting in New York. Als wir zurück zum Hotel gingen, nahm Sam einige offenbar sehr dringende Telefonate an. Als wir ankamen, sagte er das gemeinsame Abendessen ab, weil er es mit einem Notfall zu tun hätte.

Später rief Sam mich an, um ein Treffen am nächsten Morgen zu arrangieren. Er sagte, dass er mir von dem Notfall erzählen müsse, weil er mich betreffe. Ich befürchtete schon Schlimmes und hoffte, mir in meiner neuen Rolle keinen Riesen-Fauxpas geleistet zu haben. Sam offenbarte mir, dass seine Frau ihn beschuldigen würde, eine Affäre mit mir zu haben. Ich war geschockt, weil ich zuvor noch nie irgendwo alleine mit Sam war - nicht einmal beim Mittagessen.

Offensichtlich hatte er seiner Frau nicht erzählt, dass er mit einer 20-jährigen weiblichen Kollegin verreisen würde. Sie hatte das Hotel angerufen und so lange Namen von Mitarbeitern abgefragt, bis ihr bestätigt wurde, dass einer von ihnen vermerkt war - meiner. Danach wartete die größte Überraschung auf mich: Er warnte mich, dass sie mich später am Abend anrufen würde, um mich auszufragen. Ich bezweifelte das, aber ich sollte mich täuschen."

Die Anekdote zeigt: Auf einer Dienstreise kann Sie Unvorhersehbares erwarten; Vorkommnisse, die Sie nicht beeinflussen können. Und dennoch: Wer sich ein wenig auf den Ausflug mit seinen - neuen oder alten - Kollegen vorbereitet, reduziert das Risiko für unliebsame Überraschungen. So funktioniert's ...

Dienstreise mit Kollegen: So wird sie ein Erfolg

  1. Ziele definieren

    Auf gut Glück in den Flieger steigen und die Dinge auf sich zukommen lassen — kann man machen. Sinnvoller: Ziele definieren. Was wollen wir überhaupt erreichen? Was wollen wir mitnehmen - wörtlich oder im übertragenen Sinne? Wann ist die Reise ein Erfolg? Möglichkeit: Alle Mitreisenden setzen sich an einen Tisch und legen Ziele, Wünsche, Erwartungen fest. So können sie Irritationen von vornherein vermeiden, Missverständnisse ausschließen.

  2. Hut aufsetzen

    Viele Köche verderben den Brei, viele Reiseführer verpfuschen die Reise. EINER setzt sich den Hut auf! Zu den Aufgaben zählen unter anderem: Einchecken, Zeiten und Termine im Blick behalten, Transfers planen, Meetings organisieren, Kontakt mit dem Arbeitgeber halten. Ganz wichtig: Unwägbarkeiten und Puffer einplanen. Diese Aufgabe kann - sofern Sie häufiger zusammen verreisen - auch im Rotationsverfahren vergeben werden. Auch den spaßigen Teil der Reise übernimmt der Tour-Guide: Eine Karaoke-Bar für den letzten Abend ausfindig machen zum Beispiel.

  3. Vorausschauend packen

    Was, wenn Ihr schusseliger Kollege wieder seinen Kulturbeutel vergisst und wie Struwwelpeter mit Mundgeruch zum Kundentermin erscheint? Anders gefragt: Was spricht dagegen, in weiser Voraussicht kleinteilige Utensilien einzupacken, die Sie bei Bedarf mit Ihren Kollegen teilen könnten? Beispiele: Snacks für unterwegs, Zahnpasta, Schuhcreme, Mini-Bürste, Haarspray oder Zigaretten (obwohl Sie gar nicht rauchen). Damit retten Sie möglicherweise den gesamten Ablauf. Also: Ruhig mal die Mutter der Kompanie spielen - und das Risiko für Peinlichkeiten minimieren.

  4. Teamfähigkeit beweisen

    Kein Bewerber-Bullshit-Bingo ohne das Wörtchen Teamfähigkeit. Das Schöne: Jetzt, genau jetzt, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Teamplayer-Fähigkeiten wirklich unter Beweis zu stellen. Waren das im Jobinterview nur leere Worte oder sind Sie wirklich ein guter Partner, wenn’s drauf ankommt? Was Sie tun können: Die Kollegen vor dem Termin gut briefen, ihnen exklusives Wissen an die Hand geben. Auch kleine Goodwill-Gesten kommen an: Kaffee mitbringen, den Tisch am Frühstücksbuffet freihalten, die ausgepumpten Kollegen auch mal in Ruhe lassen. Anders ausgedrückt: Führen Sie sich nicht wie ein Kotzbrocken auf, sondern eher wie ein Freund und Helfer.

  5. Alkohol meiden

    Wissenschaftlich erwiesen: Wer häufiger mal einen zusammen zischt, hat nicht nur Spaß, sondern auch mehr Geld im Portemonnaie. Das nasse Gift kann sogar einen Deal in trockene Tücher bringen. Übertreiben sollten Sie es dennoch nicht. Kein Binge-Drinking. Keine Eskapaden in der Hotel-Lobby. Die Gefahr: Sie gehen unkalkulierbare Risiken ein, machen sich womöglich angreifbar. Insbesondere wenn Sie mit den Mitreisenden noch nicht allzu vertraut sind ...

  6. Pausen einplanen

    Je länger die Reise dauert, desto mehr werden Sie sich auf die Nerven gehen. Das ist ein Naturgesetz. US-Forscher haben erst kürzlich herausgefunden, dass Sommer- und Winterferien regelrechte Ehekiller sind. Gründe: Erhöhter Stress, emotionale Aufgeladenheit, überbordende Erwartungen. Ganz ähnlich könnte auch die geschäftliche Zweisamkeit im Fiasko enden. Wichtig deshalb: Planen Sie Breaks ein, zeitlich und räumlich. Bausteine können sein: Abende zur freien Verfügung, großzügige Zeit-Puffer. Auch müssen Sie im Flugzeug ja nicht unbedingt schon nebeneinander sitzen ...

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