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Welche ist die außergewöhnlichste Frage, die Ihnen in einem Vorstellungsgespräch bislang gestellt wurde? Wenn Sie schon bei Elon Musk am Tisch saßen, dürfte die Antwort nicht schwer fallen. Der Top-Manager quält seine Kandidaten gerne mit einem stahlharten Intelligenztest. Welche Fragen diese 7 Top-Manager Bewerbern stellen ...

Fragestunde: Wer, wie, was?

„Was würden Freunde über Sie sagen?“ „Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?“ „Was sind Ihre Schwächen?“ Legitime, aber sehr gewöhnliche Fragen im Vorstellungsgespräch. Es geht durchaus noch eine Spur individueller, aufregender vielleicht sogar.

Die folgenden sieben Top-Manager aus den Vereinigten Staaten überraschen ihre Bewerber gerne mit folgenden Aufgaben ...

7 Top-Manager und ihre Fragen

  1. Ken Moelis: "Was ist Ihre Lieblingsstraße in Monopoly und warum?"

    Moelis ist Gründer der gleichnamigen US-Investmentbank. Die Monopoly-Frage stellt er besonders gerne Absolventen, die sich auf eine mittlere Führungsposition bewerben. Man könne so hervorragend auf die Risikofreude eines Bewerbers schließen, sagte er dem Online-Magazin Quartz. Bleibt nur die Frage, welches Risiko er gerne hätte: Parkstraße oder Schlossallee? Vermutlich sollten Bewerber, so mutmaßen wir an dieser Stelle, wohl eher nicht Bad- oder Turmstraße sagen.

  2. Peter Thiel: "Nennen Sie mir etwas, das Sie für wahr halten, obwohl diese Meinung kaum jemand mit Ihnen teilt!"

    Der Investor und Paypal-Gründer hält Jobinterviews generell für überbewertet. Das erzählte der gebürtige Frankfurter vor Jahren schon dem Forbes-Magazin. Er vertraue lieber den Lebensläufen und Netzwerken der Kandidaten. Sollte es aber doch mal zum Tête-à-Tête kommen, dann wirft Thiel gerne diese Frage in den Raum: „Nennen Sie mir etwas, das Sie für wahr halten, obwohl diese Meinung kaum jemand mit Ihnen teilt!“ Denn: Es gehöre eine große Portion Mut dazu, in einer derartigen Situation eine Meinung kundzutun, die der Fragesteller wahrscheinlich nicht teilt, sich dadurch Blöße zu geben. Andererseits ist die Stoßrichtung klar: Ein Bewerber, der selbstständig denkt, auch jenseits des Mainstreams nach neuen Ansätzen sucht, nicht alles nachplappert, könnte ein guter Innovator sein.

  3. Jay Parikh: "Was haben Sie gemacht, als Sie Ihren allerbesten Arbeitstag hatten?"

    Als Global Head of Engineering and Infrastructure ist Parikh mitverantwortlich für die Facebook-Drohne Aquila - und ständig auf der Suche nach Teamplayern. Im Harvard Business Review verriet er, welche Techniken er zu diesem Zwecke einsetzt. Neben der Frage nach dem besten Arbeitstag zählt dazu auch diese: "Können Sie mir vier Personen nennen, deren Karrieren Sie von Grund auf verbessert haben?" Oder diese Aufforderung: "Beschreiben Sie mir ein paar Kollegen von Ihnen und welches Verhältnis Sie zu jedem Einzelnen von ihnen haben!" Und diese: "Erzählen Sie mir über ein Projekt von Ihnen, das gescheitert ist. Warum ist es gescheitert und was haben Sie daraus gelernt?"

  4. Barbara Byrne: "Was wollten Sie werden, als Sie acht Jahre alt waren?"

    Byrne, stellvertretende Vorsitzende der Investmentsparte bei Barclays, gilt als eine der mächtigsten Frauen der US-Finanzindustrie. Dem üblichen Protokoll folgt sie im Vorstellungsgespräch nur ungern. Denn dass ein Kandidat smart sein muss, setze sie voraus, da er es ja bereits ins Interview geschafft habe. Optimal für die Gesprächseröffnung seien Fragen, die Kindheitserinnerngen wecken, erzählte sie Quartz. Ob man nun Lokführer oder Astronaut antwortet, ist vermutlich irrelevant. Kniffliger wird es, eine gute Antwort auf eine beliebte Folgefrage von Byrne zu finden: „Könnte ich im Flieger von New York nach L.A. neben Ihnen sitzen, ohne dass Sie mich zu Tode langweilen?“ Wer den „Flugzeug-Test“ besteht, sammelt Punkte.

  5. Charles Phillips: "Welchen Wein nehmen Sie?"

    Der Wein-Test bereitet Charles Philips jedes Mal aufs Neue ein diebisches Vergnügen. Denn Philips, CEO der Software-Firma Infor, verzichtet auf klassische Bewerbungsgespräche. „Jeder kann es 45 Minuten lang faken“, sagte er Quartz. Stattdessen führe er seine Bewerber mit einer Handvoll anderer Manager lieber zum Mittagessen aus. Dann überreicht er ihnen die Wein-Karte. Die Bewerber sollen die anderen überzeugen, dass sie etwas von Wein verstehen, oder so tun als ob, oder einfach die teuerste Flasche auswählen oder um Rat fragen. Es geht also um das Wie. "Man kann wunderbar beobachten, wie sie mit dem Kellner umgehen“, erzählt Philips. „Ich liebe das!“

  6. Richard Branson: "Was konnten Sie in Ihrem Lebenslauf nicht mehr unterbringen?"

    Der Virgin-Gründer schätzt Vorstellungsgespräche nicht sonderlich. Vor allem wolle er die Entscheidung darüber, wen er einstellt, nicht von einem Lebenslauf abhängig machen, schreibt er in seinem Buch "The Virgin Way". Deshalb fragt er gerne nach weiteren, unbekannten Details, die im Lebenslauf keinen Platz mehr gefunden hätten. Im Gegensatz zur Lieblingsfrage von Elon Musk eine leicht zu knackende Nuss, denn die lautet ...

  7. Elon Musk: „Sie stehen auf der Erde. Sie gehen eine Meile nach Süden, eine Meile nach Westen und eine Meile nach Norden. Dann stehen Sie wieder an der exakt gleichen Stelle wie vorher. Wo sind sie?“

    Der Tesla-Gründer steht auf Brainteaser. In seiner Biographie verrät er, dass er die Navigations-Quizfrage gerne im Vorstellungsgespräch serviert, um die Intelligenz seines Gegenübers zu testen. Positiv für Bewerber: Es gibt zwei richtige Antworten. Antwort 1: Am Nordpol. Antwort 2: An einem bestimmten Punkt am Südpol. Die Kollegen von Business Insider haben das medial schön erklärt. Bleibt die Frage: Wie zur Hölle soll man innerhalb kürzester Zeit auf diese Lösung kommen?

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