Zahlreiche Diskussionen scheitern nicht daran, dass die Leute sich nicht einigen können. Sie scheitern daran, dass längst Eitelkeiten die Regie führen. Dann hören sich die Menschen nicht mehr zu, gehen auf Argumente nicht mehr ein oder lenken ab – nur, um ja nicht zugeben zu müssen, dass sie sich bisher vielleicht geirrt, etwas nicht bedacht haben oder schlicht übers Ziel hinaus geschossen sind.
Wer etwa ein Meeting moderiert oder Mitarbeiter führt, aber auch wer mit Kollegen oder Freunden argumentiert, sollte die folgenden Wege kennen, wie man sein Gegenüber auf respektvolle und sanfte Art anstubst und vielleicht zum Umdenken oder gar Einlenken motiviert.
Bevor Sie mich aber falsch verstehen: Es geht mir nicht darum, über jede Diskussion einen Zuckerguss aus unverbindlicher Süßlichkeit zu gießen. Das wäre genauso unproduktiv. Manchmal muss man die Dinge klar und zuweilen auch scharf beim Namen nennen. Ebenso gibt es Mitmenschen, mit denen kann man nicht diskutieren, weil sie nicht zuhören und lieber verbales Armdrücken spielen wollen oder (was leider auch vorkommt) zu dumm sind, die Argumente zu verstehen. Da hilft dann nur eines: Abbruch.
In allen anderen Fällen aber können die folgenden Formulierungen helfen:
- „Was denken Sie, sollten wir anders machen?“
- „Erzählen Sie mir bitte zuerst, was funktioniert – und was nicht.“
- „Sie haben vermutlich Recht, man könnte es aber auch so sehen…“
- „Lassen Sie uns die Sache einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten…“
- „Bitte erklären Sie mir nicht, was XY darüber denkt – mich interessiert, was Sie davon halten…“
- „Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl dazu?“
- „Was würden Sie konkret anders machen?“







Artur N.
Hallo Herr Mai! Die beschriebene Situation kennt sicher jeder – auch aus dem Alltag. Kaum einer lenkt ein, nachdem das eigene, gigantische Ego verletzt wurde :) Ich glaube die Kunst liegt darin, das Gesicht des anderen zu wahren, selbst wenn dieser völlig falsch liegt.
Am einfachsten macht man das durch ein Lob. Man kann zuerst einmal sagen, was man an der Meinung des anderen schätzt. Vielleicht gibt es ja interessante Ansätze, die zwar nicht ausgereift sind, jedoch Potential besitzen. Danach sollte man nur vorsichtig mit dem großen “aber” sein. Sonst wirkt das Kompliment schnell künstlich.
Viele Grüße
Artur N.
Matthias
“Nothing sucks more than that moment during an argument when you realize you’re wrong.”
:-)
Weitere “Gedanken unserer Generation” hier:
http://fashionsmashion.tumblr.com/post/194238217/thoughts-from-our-generation
Birgit Permantier
Hier noch einige Ergänzungen, die auch gut funktionieren:
- Sie haben völlig recht und gleichzeitig ist das Gegenteil auch richtig.
- Eine sehr gute Idee! – Kümmern Sie sich darum?
- Ja, das ist interessant. Dennoch möchte ich Sie noch einmal an die Ausgangsfrage erinnern.
- Interessante Bemerkung, aber vielleicht habe ich noch nicht ganz verstanden inwieweit dieser Punkt zur Lösung beitragen kann. Können Sie mir da noch mal helfen?
Immer gut ist es auch um Erlaubnis zu bitten, weil der andere sich dann mehr eingebunden fühlt :
- Sind Sie damit einverstanden, wenn wir noch einmal diesen Standpunkt betrachten?
- Ist es für Sie OK an diesem Punkt noch mal tiefer zu gehen?
Birgit Permantier
Noch was:
- Ich glaube Ihnen, dass Sie das glauben (gibt ein Bestätigung ohne zu bejahen), gleichzeitig… (immer besser als aber)
Noch eine Variante, wenn jemand sehr aufgebracht ist:
- Ich bin mir sicher, dass das Ihre aufrichtige Meinung ist. Jedoch möchte ich Sie einladen noch mal hierhin zu schauen….
Pingback: Tweets die „Diskussionskultur – Wie Sie respektvoll Ihren Standpunkt erklären“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg! erwähnt -- Topsy.com
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Ersetze das Wort ‘aber’ durch das Wort ‘und’. Klingt gleich ganz anders.
Pingback: „Tadel verpflichtet – Zu welchem Kritiktyp gehören Sie?“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!