Zahlreiche Diskussionen scheitern nicht daran, dass die Leute sich nicht einigen können. Sie scheitern daran, dass längst Eitelkeiten die Regie führen. Dann hören sich die Menschen nicht mehr zu, gehen auf Argumente nicht mehr ein oder lenken ab – nur, um ja nicht zugeben zu müssen, dass sie sich bisher vielleicht geirrt, etwas nicht bedacht haben oder schlicht übers Ziel hinaus geschossen sind.

Wer etwa ein Meeting moderiert oder Mitarbeiter führt, aber auch wer mit Kollegen oder Freunden argumentiert, sollte die folgenden Wege kennen, wie man sein Gegenüber auf respektvolle und sanfte Art anstubst und vielleicht zum Umdenken oder gar Einlenken motiviert.

Bevor Sie mich aber falsch verstehen: Es geht mir nicht darum, über jede Diskussion einen Zuckerguss aus unverbindlicher Süßlichkeit zu gießen. Das wäre genauso unproduktiv. Manchmal muss man die Dinge klar und zuweilen auch scharf beim Namen nennen. Ebenso gibt es Mitmenschen, mit denen kann man nicht diskutieren, weil sie nicht zuhören und lieber verbales Armdrücken spielen wollen oder (was leider auch vorkommt) zu dumm sind, die Argumente zu verstehen. Da hilft dann nur eines: Abbruch.

In allen anderen Fällen aber können die folgenden Formulierungen helfen:

  • „Was denken Sie, sollten wir anders machen?“
  • „Erzählen Sie mir bitte zuerst, was funktioniert – und was nicht.“
  • „Sie haben vermutlich Recht, man könnte es aber auch so sehen…“
  • „Lassen Sie uns die Sache einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten…“
  • „Bitte erklären Sie mir nicht, was XY darüber denkt – mich interessiert, was Sie davon halten…“
  • „Was sagt Ihnen Ihr Bauchgefühl dazu?“
  • „Was würden Sie konkret anders machen?“

Fallen Ihnen noch weitere Sätze ein?