- Präzise Der konstruktive Kritiker stellt ohne Scheu wichtige Fragen zu bisher unbedachten Bereichen. Jedoch formuliert er diese nicht vage oder emotional, sondern sachlich, klar und präzise. Dabei bleibt er stets offen für Gegenargumente.
- Analytisch Der konstruktive Kritiker sammelt Informationen und analysiert diese gründlich, bevor er kritisch aufmerkt. Seine Schlussfolgerungen sind daher keine Schnellschüsse, sondern ausgewogen und praktisch.
- Alternativ Der konstruktive Kritiker denkt assoziativ und in Alternativen. Sein Ziel ist, Lösungen zu finden. Entsprechend nörgelt er nie ohne einen praktikablen Gegenvorschlag zu machen. Zugleich nennt er die Konsequenzen und Implikationen.
Drei Eigenschaften, die einen konstruktiven Kritiker auszeichnen
1-2-3-Tipps, Job
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Karl-H. Heidtmann
Einspruch Euer Ehren! Wer Kritik immer auch gleich an einen (alternativen) Lösungsvorschlag koppelt, erstickt jeden kreativen Widerstand im Keim. Menschen sind sehr wohl in der Lage zu beurteilen, was falsch oder suboptimal ist, ohne es sofort “besser machen” zu können. “Chefs” machen auf diese Weise gerne das kritische Potential ihrer Mitarbeiter zunichte. Am besten gelingt das noch , wenn der Kritiker jedes Mal auch gleich die praktische Aufgabe bekommt, die bessere Lösung nun selber unter Beweis stellen zu dürfen.
Gehe ich in eine Oper, kann die mir ggf. nicht gefallen. Das werde ich sagen, ohne je selber eine komponieren zu können. Gehe ich zu einem Arzt, kann ich Ihnen danach sagen, was mir da nicht gefallen hat, ohne je Mediziner werden zu können oder wollen. Lese ich einen Roman und gefällt mir dieser nicht, teile ich das zB bei amazon als Kunden-Rezension mit, ohne je selber einen Roman schreiben zu können oder wollen. D’ acoord?
Jochen Mai
Ich finde die Argumentation latent widersprüchlich: Dieselbe Selbstständigkeit im Denken, die Sie den Menschen zusprechen, um “die Lage zu beurteilen”, sprechen Sie Ihnen bei Kritik inklusive Alternativen wieder ab. Ich finde, das passt nicht zusammen. Außerdem hinkt der Vergleich: Ins Theater gehen Sie, um zu konsumieren. Im Job sind Sie gehalten, mitzuarbeiten.
Im Übrigen ist Ihr Kommentar der beste Gegenbeweis: Sie kritisieren meine These – und liefern (samt Argumentation) eine denkbare Alternative… Geht doch!
Oliver Rumpf
Der Punkt 1 “… Dabei bleibt er stets offen für Gegenargumente …” zeigt, wie in 3. mit “… nie ohne einen praktikablen Gegenvorschlag zu machen …” umzugehen ist.
Es ist ein Vorschlag und dogmatische Lösung und gesprächsbereitschaft notwenidig, damit der kritisierte erkennt, daß hier wirklich eine Verbesserung für ihn entstehen kann und er nicht einfach nur “bewertet” werden soll. Sost ist es keine “konstruktive Kritik”.
Und sicherlich wird die kritisierte Person eher kreativ tätig, wenn ihr nicht gleich eine mögliche Lösung mitgeliefert wird. Aber auch hier ist Fingespitzengefühl gefragt. Manch einer wird eher entmutigt und braucht mindestens eine Idee oder Richtung in die er neu ansetzen könnte.
In der Praxis stellt sich mir oft die Frage nach dem WARUM des Kritikers. Will er wirklich positives bewirken und eine gute Sache noch besser machen, oder geht es ihm um Aufmerksamkeit für seine Person oder seine eigene Sache?
Gruß
Oliver Rumpf
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