- Hände. Wer die Hände mit dem Handrücken nach oben auf den Tisch legt, wirkt nicht nur schüchtern – er signalisiert damit auch Verschlossenheit. Richtig: Handflächen nach oben und mit langsamen Gesten das Gesagte unterstützen.
- Finger. Niemals mit erhobenem Zeigefinger hantieren – wirkt aggressiv, belehrend, altklug. Der Zeigefinger ist der Drohfinger und in Gesprächen tabu. Ebenso: Mit den Fingern an Ringen spielen, drehen – verrät Nervosität, Unsicherheit, eine Lüge.
- Beine. Die Beine zu verschränken, deutet immer auf Reserviertheit hin. Ist das obere Bein dem Gesprächspartner abgewandt, bildet es eine regelrechte Blockade. Ebenso wenn die Fußspitzen vom Gegenüber wegzeigen. Richtig: Beine parallel und in Richtung Personaler.



mk
Schon häufig habe ich über die Wirkung von Gesten gelesen und diskutiert. Ich kann auch die Beziehung zwischen einer Gesten und der aufgeführten Wirkung verstehen.
Meine Beobachtung ist aber die, dass beispielsweise jemand einer Person mit einem von sich abgewandten Bein eine “regelrechte Blockade” andichtet, nicht genau hinschaut und die Person zu flüchtig betrachtet und zu oberflächlich analysiert. Ich bemühe mich genauer hinzuschauen und nutze solche Gesten bei anderen, um das Gespräch an einen solchen Punkt zu führen, der meist (nicht immer) die Geste + vielbesagte Wirkung widerlegt.
Je nach Gesprächspartner fühle ich mich aber gezwungen, auf meine Gesten genaustens zu achten, da ich ihm leider diese Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit unterstelle…
Jochen Mai
@mk: Mag sein, dass jemand eine Person nur flüchtig betrachtet. Das Bein als Blockade einzusetzen, bleibt aber dennoch eine Schutz- oder Abweisungsgeste. Und da Körpersprache meist eine unbewusste ist, lügt sie seltener.
Ich habe allerdings noch nicht ganz verstanden, was Sie damit meinen, dass Sie solche Gesten bewusst einsetzen. Wenn Sie hier von der Spiegeltechnik reden – okay. Die halte ich in Bewerbungsgesprächen von Seiten des Bewerbers (und das ist ja die Perspektive dieser drei Tipps) jedoch für brandgefährlich. Denn dazu muss man schon sehr geübt sein. Andernfalls wirkt es schnell wie Nachäffen oder wie ein Manipulationsversuch (der es ja auch ist). Und das könnte den einen oder anderen Personaler übel verstimmen.
Stephan Raif
Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Körpersprache und dessen Siganlwirkung. Mein Resumee – es gibt keine allgemein gültigen Tipps. Ebensowenig gibt es allgemeingültige Deutungen von Gesten. All das ist situationsabhängig.
Ob introvertierte Naturwissenschaftler mit dem Handrücken nach oben oder unten argumentieren oder ob man das Bein während eines einstündigen Interviews mal verschränkt, sollte nicht überbewertet werden.
Vielmehr sollte man darauf achten, dass man sich beim Arbeitgeber (oder auch während Präsentationen, Verkaufsgesprächen etc.) mit seiner EIGENEN Persönlichkeit präsentiert und nicht mit einer angelesenen. Denn letzeres würde in der Tat sofort bemerkt werden, weil der Rest der Körperhaltung nicht zur einstudierten Geste passt.
Aus eigener Erfahrung heraus weiss ich, dass man am besten überzeugen kann, wenn man sich authentisch, selbstbewusst und gut gelaunt präsentiert – selbst wenn man dabei durch Samy Molcho´s Brille betrachtet ziemlich viel verkehrt macht ;-)
By th way, lieber Herr Mai, lese ich sehr gerne, regelmäßig und interessiert Ihren Blog bzw. Ihre Tweeds. Vielen Dank dafür !!!
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mk
Mit dem bewußten Einsetzen der Gesten meinte ich eher, dass ich bei bestimmten Gesprächspartner darauf achte, die Gesten genau nicht einzusetzen, also genau nicht das eine Bein abzuwenden, auch wenn es gerade die bequemste Sitzposition wäre. Das mache ich dann, wenn ich davon ausgehe, dass der Gesprächspartner mich nur oberflächlich betrachtet.
In anderen Fällen achte ich nicht unbedingt darauf, die “gefährlichen” Gesten zu vermeiden…
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