- Keine Leistung Wer eine Gehaltserhöhung verlangt, sollte unbedingt nachweisen, dass er in der Vergangenheit, vor allem aber in der Zukunft auch mehr leisten wird. Gestiegene private Kosten sind kein Argument. Sie verhandeln über den Gegenwert Ihrer Arbeitskraft.
- Zu wenig verlangen Vor allem Frauen neigen dazu, zu bescheiden ins Gehaltsgespräch zu gehen. Natürlich sollte man nicht zu viel verlangen, aber zu wenig nährt den Verdacht, Sie seien auch zu wenig wert. Was derzeit drin ist, können Sie hier ermitteln.
- Unverschämt werden Achten Sie auf Ihren Ton. Je entspannter Sie Ihre Argumente vorbringen, desto souveräner wirken sie. Mit Drohen erreichen Sie nichts. Tödlich ist die Variante “…sonst kündige ich.” Wer dem Chef die Pistole auf die Brust setzt, muss damit rechnen, dass der Schuss nach hinten losgeht.
Drei Kardinalfehler bei der Gehaltsverhandlung
1-2-3-Tipps, Bewerbung
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Meerblickzimmer
Widerspruch zum 1. Punkt! Die allg. Lebenserhaltungsmassnahmen steigen – ohne ein erhöhten Gegenwert. Das was die jährliche durchschnittliche Steigerung ist, sollte eigentlich ohne Diskussion drin sein. Erst darüber hinaus muss man sich über “Mehrleistung” Gedanken machen.
Jochen Mai
@Meerblickzimmer: Ein Unternehmen ist aber keine Wohlfahrtseinrichtung. Moralisch mögen Sie recht haben, aber praktisch zieht das Argument nur bei Massenbewegungen wie einer Gewerkschaft. In einer Einzelverhandlung scheitern Sie damit.
Oliver Rumpf
@Meerblickzimmer, ich stimme Herrn Mai zu.
Ein Unternehmer stellt Menschen ein, damit sie (ihm) einen Teil der Arbeit abnehmen. Diese Leistung wird bezahlt. Die Bezahlung richtet sich zwangsläufig nach dem erbrachten Wert der “Dienstleistung” durch den Mitarbeiter z.B. beim Weiterverkauf an die Kunden des Unternehmens.
Aussagen wie “meine Miete ist teurer geworden” oder “wir bekommen ein Baby” und “daher brauche ich mehr Geld” haben nichts damit zu tun. Ebenso wenig nachvollziehbar finde ich Gehalts-Erhöhungen aus “Alter-Gründen” oder “Betriebszugehörigkeits-Dauer”.
Diese Punkte können einen Vorgesetzten oder den Chef nur dann motivieren, wenn ihm dieser Arbeitnehmer so wichtig ür sein Team ist, daß er daher die Erhöhung vor sich und den anderen rechtferitgen kann und er einen Jobwechsel damit verhinden möchte.
Nicht nur im Bewerbungs-Gespräch sollte immer die Frage geklärt sein, was hat der Unternehmer davon die Person einzustellen. Der Mitarbeiter muss dem Unternehmen ein Problem lösen. Wenn der Bewerber/Mitarbeiter nur jemanden sucht, der ihm am Monatsende Geld überweist damit er die Miete bezahlen kann, merkt das der Chef.
Und eben auch dieser Punkt sollte (s. Artikel oben) bei 2. beachtet werden. Was bin ich wert?
Viele Grüße und viel Erfolg
Oliver Rumpf
Meerblickzimmer
Sätze wie ich sie Liebe und so wunderbar in das neuzeitliche Führungsdenken passt: “Ein Unternehmen ist aber keine Wohlfahrtseinrichtung”. Polemik pur. Das schnelle Geld – mehr nicht. Unternehmen haben sehr wohl eine soziale Verantwortung und das hat null und nix mit ner Wohlfahrtseinrichtung zu tun.
Jochen Mai
@Meerblickzimmer: Jetzt schießen Sie übers Ziel hinaus. Soziale Verantwortung hat nichts mit einer Gehaltserhöhung zu tun. Und seit wann ist es die soziale Pflicht eines Unternehmens, Ihnen einen hohen Lebensstandard zu finanzieren, ohne dass dem entsprechende Leistung gegenübersteht? Was Sie postulieren, ist eine soziale Hängematte.
Meerblickzimmer
@Jochen Mai: Ich glaub sie schiessen übers Ziel hinaus und zwar deutlich. Gehaltsanpassung auf Grundlage der durchschnittlichen Inflation hat weder was mit hohem Lebensstandard zu tun, noch mit sozialer Hängematte. Wenn ich hier ihre “Karrierebibel” lese kann ich echt nur froh sein Deutschland den Rücken gekehrt zu haben. Das ist ja wirklich unerträglich, wenn man glaub so in Deutschland Unternehmen zu führen. Vielleicht wären mal das Thema “UnternehmensKULTUR” dran. Damit ich aber nicht die Unkultur, die in Führungsetagen weit verbreitet scheint.
Jochen Mai
@Meerblickzimmer: Jetzt werden Sie polemisch.
Meerblickzimmer
Mhhhhh …. glaub ich nicht. Vielmehr fällt ihnen nix mehr ein :)
Jochen Mai
@Meerblickzimmer: Also das ist jetzt billige Hosentaschenrhetorik. Noch einmal (aber nur noch dieses Mal): Die durchschnittliche Inflation hat auch nichts mit Ihrem Lohn zu tun. Denn mit der Inflation sinkt auch der Wert der Unternehmensgewinne – Ihre Leistung erwirtschaftet also auch weniger. Sie wollen aber mehr haben. Entsprechend müssen Sie gut begründen, worin der “Mehrwert” Ihrer Leistung besteht. Um diesen Punkt aber drücken Sie sich beharrlich und verweisen lieber auf die Kultur. Welche? Sich egoistisch mehr herauszuholen, obwohl die Marktbedingungen das vielleicht gar nicht hergeben. Ihre Haltung erinnert mich verdächtig an die mancher Bonibanker.
Meerblickzimmer
@Jochen Mai: Sagen wir mal so: Meine Leistung (nämlich meine Arbeitskraft) wird einfach teurer. Problem ist doch, das die Begriffe Arbeitnehmer/Arbeitgeber falsch verstanden werden. Ich – als Arbeiter/Angestellter – gebe dem Unternehmen doch meine Arbeitskraft. Und diese wird teuer, i.d.R. jedes Jahr. Wenn jedes Jahr die Strompreise steigen ich aber garnicht mehr Strom verbrauche, muss ich das doch auch bezahlen. Das ist doch in Unternehmen nicht anders. Kosten steigen – auch externe (Transportkosten steigen – es werden weder mehr Waren noch diese schneller transportier)- und die werden umgelegt. Nur bei den eigene Angestellten die ihre Arbeitskraft geben, wird dies nicht berücksichtigt. Ja, eigentlich verkaufe ich dem Unternehmen meine Arbeitskraft.
Und ja, das hat was mit Kultur zu tun. Kultur in Firmen, in Aufsichtsräten und kurzfristig Gewinnorientierten Geschäftsführern. I.d.R. ganz anders aggieren z.Bsp. Familienunternehmen mit Geschäftsführern die schon etwas in die Jahre gekommen sind.
Im übrigen kann ich Ihnen noch sagen, das sie mit ihrer Vermutung bezüglich “Bonibankerhaltung” ganz weit daneben liegen. Aber das bringt eigentlich auch nicht weiter.
Jochen Mai
@Meerblickzimmer: Richtig ist, Sie verkaufen dem Unternehmen Ihre Arbeitskraft. Falsch ist: Ihre Arbeitskraft wird jedes Jahr teurer. Ihr Denkfehler ist, dass Sie meinen dem Unternehmen Ihre Leistung mitsamt Ihren persönlichen Kosten zu verkaufen. De facto versuchen Sie Ihre Kosten auf den Kunden (in diesem Fall der Arbeitgeber) abzuwälzen. Das können Sie aber nur tun, wenn Sie Monopolist sind (wie meist bei den Strompreisen – wobei das eher ein Oligopol ist. Anderes Thema.). Ihr Denkfehler: Sie stehen mit Ihrer Arbeitskraft, aber nicht mit Ihren privaten Kosten im Wettbewerb zu anderen Arbeitnehmern (allenfalls indirekt – und das mindert eher Ihren Wert). Insofern können Sie nur über den Mehrwert Ihrer Leistung auch ein höheres Gehalt rechtfertigen. Nicht aber mit gestiegenen Kosten. Denn die sind nicht für das Unternehmen gestiegen.
Meerblickzimmer
@Jochen Mai: Mein letztes Statement zur Diskussion (aus zeitlichen Gründen): Grundproblem in ihrem Denken ist doch das die “Betriebskosten” der Arbeitskräfte das private Problem der Arbeitskräfte ist. Unternehmen jedoch ihre Kosten umschlagen dürfen. Hier unterscheiden wir uns eben.
Jochen Mai
@Meerblickzimmer: Das ist nicht “mein Denken” – das ist Fakt. Und da es hierbei letztlich um Verhandlungsstrategien geht, ist es schlicht unklug (und womöglich auch überheblich), in einer solchen Verhandlung gleich die Welt en passant verbessern zu wollen. Im Übrigen können auch Sie Ihre gestiegenen Betriebskosten überwälzen – nur eben nicht damit argumentieren, sondern allein mit Leistung, die Mehrwert schafft! Das ist ein feiner, aber erfolgsentscheidender Unterschied (den auch Oliver Rumpf – s.o. – bestätigt).
Strangerli
Ein großes Problem ist es wohl wenn man aneinander vorbeiredet was bei einem Gehaltsgespräch schlecht ausfällt. Um aber auf die oben stehenden Kommentare zu kommen: Es ist doch ziemlich deutlich das es geradezu gegensätzliche Vorstellungen gibt was das Gehalt angeht und so ist es ebenfalls bei Arbeitgeber und -nehmer. Das Blogposting über Gehaltsverhandlungen sind allgemeine Tipps für den Arbeitnehmer ohne dabei auf die verschiedenen Typen von Chefs einzugehen. Welcher Typ Chef bei so einem Gespräch vor einem sitzt ist ebenso relevant, muß aber natürlich vom Arbeitnehmer erkannt werden.
Für ein solches Gespräch muß der Arbeitgeber ebenfalls auf den Mitarbeiter zugehen, denn es gibt auch solche die vorab jede Erhöhung des Gehalts ablehnen egal wie groß die erbrachten Leistungen waren, sind oder werden. Andere haben ein offenes Ohr dafür auch wenn sie ebenfalls schon vorher gegen eine Gehaltserhöhung sind, es aber nicht so aussehen lassen und es sich vorher “überlegen” wollen. Aber natürlich gibt es auch Chefs, die da kein Problem sehen etwas mehr zu zahlen weil die Kosten in Deutschland höher wurden.
Die Firma ist wirklich keine Wohlfahrt, aber wenn man nicht auch Gehaltsanpassungen vornimmt, reibt sich die Konkurrenz die Hände und wirbt vielleicht sogar einen guten Mitarbeiter ab. Falls das Gehalt landesweit zu niedrig ist, ruft das Ausland. Es klingt auch fast so als treffe letzteres auf Meerblickzimmer zu.
Sich in der Mitte treffen ist einfach für beide Seiten das Ziel. Zumindest in einer optimalen Situation.
Zu Punkt 3.: Die Pistole auf die Brust setzen ist wirklich nicht die feine Art, doch letztendlich wird dann evtl. ohne Vorwarnung überraschend gekündigt und zu einem besser zahlenden Arbeitgeber gewechselt.
zu Punkt 1.: Da erhöhte Lebenskosten keine Argumente sind läuft es auch auf einen Wechsel des Arbeitsplatzes hinaus. Sollte man sich da das Gehaltsgespräch sparen?
Jochen Mai
Aber das alles bringt man nicht mal eben in drei Punkten unter. Dafür gibt es ja noch die anderen Artikel zu dem Thema hier im Blog.
Um aber auf ein paar Punkte einzugehen: Es gibt auch Arbeitgeber, die es sich leisten können, Gehaltserhöhungen abzubürsten, weil letztlich so viele gute und günstigere Leute die Stelle sofort annehmen würden. Ich sagte ja: Das ist Wettbewerb. Mehr zu verlangen, weil man höhere Kosten hat, funktioniert nur in Relation zur eigenen Marktmacht. Wer schwer austauschbar ist, kann so vorgehen (riskiert aber einen emotionalen Loyalitätsbruch beim Arbeitgeber, weil der spürt, wie erpressbar er ist. Auf lange Sicht endet das in der Trennung). Andernfalls sind Gehaltserhöhungen immer relativ zur Leistung und zum Marktumfeld.
Sich in der Mitte zu treffen, halte ich für falsch. Man sollte sich da treffen, wo es fair ist und der beiderseitigen Leistung entspricht – alles andere ist kein stabiles Ergebnis und führt entweder zu Nachverhandlungen oder zu Frust.
Und: Erhöhte Kosten sind doch kein Argument für einen zwingenden Wechsel! Wenn Unternehmen zu hohe Kosten beklagen, versuchen Sie ja auch nicht nur den Gewinn zu steigern, sondern auch erst mal die Kosten wieder zu drücken (was leider dann auch die Arbeitnehmer spüren). Aber das Prinzip ist auch privat übertragbar: Warum versuchen Sie (exemplarisch) dann nicht ebenfalls zunächst Ihre privaten Kosten zu senken, statt nach mehr Geld zu verlangen?
Strangerli
Da habe ich nicht verständlich genug formuliert. Die Mitte die ich meine ist das Ziel bei dem beide Seiten nach der Verhandlung zufrieden sind. Nennt man das nicht “sich in der Mitte treffen”?
Das mit dem Loyalitätsbruch ist richtig und betrifft beide Seiten. Da stimme ich Ihnen zu.
Nur zum letzten Absatz gibt es eben eine Grenze. Das muß nicht nur daran liegen das man nicht bereit ist private Kosten zu senken sondern das es irgendwann nichts mehr gibt das man privat noch einsparen kann. Dann ist ein Wechsel eine der Optionen, auch wenn es ein trauriger Wechsel ist. Es geht mir hier nicht darum das ein Arbeitnehmer es der Firma oder dem Chef “heimzahlen” will oder ähnliches. Also fernab von den “Entweder Sie zahlen oder…” Forderungen. Aber ich schreibe hier über extreme Situationen und komme vom Thema ab.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber ziehen am selben Seil (Natürlich in die selbe Richtung ;-) ). Was den Einzelnen dazu motiviert kann unterschiedlich sein.
erfolg
die 3 punkte sind jetzt nix neues, aber es ist wichtig sie sich immer wieder ins gedächtnis zu rufen. die arbeitnehmer sollten sich vermehrt ins bewußtsein rufen dass sie nicht diener vor dem arbeitgeber sind sondern für ihr leistungen angemessen entlohnt werden sollten. dann klappts auch…
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