Wie so oft bleibt es auch in Sachen Coaching beim Einzelnen hängen, vorab genau zu prüfen, wem er sich anvertraut, wie der Coach seine Leistung definiert, wie er Erfolg und Vertraulichkeit sicherstellt, welche Kompetenzen und Referenzen er nachweisen kann und wie er am Ende abrechnet. Misstrauisch sollte etwa jeder werden, dem vollmundige und nebulöse Versprechen gemacht werden. Das vielleicht wichtigste Kriterium aber ist die Chemie zwischen Coach und Coachee: Nur wer seinem Coach voll und ganz vertraut, kann von der Beratung profitieren. Auf was Sie darüber hinaus achten und wie Sie Ihren Coach auswählen sollten, lesen Sie hier…
- Recherche. Die Personalentwickler in den Unternehmen haben inzwischen einen guten Überblick über den Coachingmarkt und arbeiten meist mit einem festen Trainer-Pool zusammen. Im Top-Management dagegen finden die Kunden ihren Coach fast ausschließlich über Empfehlungen. Das ist ohnehin eine der besten Quellen: Fragen Sie die Leute in Ihrem Umfeld – Personaler, Vorgesetzte, Kollegen, Bekannte –, wer gute Erfahrungen einem Coach gemacht hat. Erste Orientierung bieten aber auch Datenbanken im Internet: Seriös sind zum Beispiel Coach-Datenbank.de, Coach-Gutachten und Coachingportal.
- Referenzen. Seriöse Anbieter können nachprüfbare Referenzen nennen. Meist sind das Personalentwickler in den Unternehmen. Obacht allerdings bei Zertifikaten: Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 300 Institutionen, die Coaches ausbilden, zudem über 20 Coaching-Verbände, die allesamt teils eigene Qualitätsstandards propagieren und eigene Zertifikate vergeben. Gute Coachs haben sich hingegen meist auf bestimmte Branchen, Bereiche und Themen spezialisiert. Fragen Sie aber auch, ob sich der Coach selbst regelmäßig von einem Experten begutachten lässt.
- Ausbildung. Achten Sie auf die Qualifikation des Trainers. Er sollte mindestens 30 Jahre alt sein, ein Hochschulstudium, ideal sind Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, sowie eine 12- bis 15-monatige Coachingausbildung absolviert haben. Zudem sollte er oder sie mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen und sich in der Wirtschaft auskennen. Jemand, der noch nie ein Unternehmen von innen gesehen hat, wird Ihre Probleme nur schwer verstehen.
- Methoden. Top-Trainer sind in der Lage verschiedene Perspektiven einzunehmen und unterschiedliche Methoden anzuwenden. Fragen Sie also nach seinen praktischen Erfahrungen in unterschiedlichen Jobs und nach seinen Qualifizierungen. Ein guter Trainer versteht es, verschiedene Gesprächstechniken passend zur Situation einzusetzen. Sätze wie „Wenn Sie Karriere machen wollen, müssen Sie…“, haben dabei nichts zu suchen. Gute Coachs bilden sich regelmäßig weiter. Auch das sollten sie dokumentieren können.
- Vorgespräch. Üblich ist ein kostenloses Vorgespräch mit dem Coach. Seien Sie aber vorsichtig: Scharlatane laden gern zu unverbindlichen Schnuppersitzungen und stellen diese in Rechnung, falls kein Auftrag folgt. Dagegen gibt es kaum eine juristische Handhabe, weil Sie vor Gericht nur schwer nachweisen können, nicht beraten worden zu sein. Im Vorgespräch geht es darum zu klären, was Sie erreichen wollen, ob der Coach Ihnen dabei helfen kann, mit welchen Methoden und ob Sie beide einen Draht zueinander finden. Sympathie ist für den weiteren Prozess essenziell. Bitten Sie den Coach aber auch, einen beispielhaften Prozess zu schildern. So sehen Sie konkret, wie er arbeitet.
- Kosten. Unterschreiben Sie nie einen Vertrag beim Erstkontakt. Erst recht nichts, das eine Mindeststundenanzahl festschreibt. Seriöse Anbieter gewähren Bedenkzeit. Bezahlt wird ohnehin nur die beanspruchte Beratung. Üblich sind Stundensätze zwischen 100 und 200 Euro. Eine Sitzung dauert zwischen drei Stunden und einem Tag. Im Top-Management werden allerdings Tagessätze zwischen 1500 und 10 000 Euro verlangt. Fixieren Sie also unbedingt schriftlich die Honorare für Einzelsitzungen.


