Wenn die Studie jetzt nicht von so einem renommierten Psychologen wie Ap Dijksterhuis von der Radboud Universität in Nijmegen wäre, würde ich ja denken: Zeugs, Halbgares, das! Aber so… erwähne ich es eben kurz: Also Ap Dijksterhuis und seine Kollegen machen mal wieder das, was Wissenschaftler den lieben langen Tag so tun: Studenten vom Studieren abhalten und stattdessen an ihnen herumexperimentieren. Diesmal wollten sie herausfinden, ob sie das Unterbewusstsein dazu bringen können, weiter zu arbeiten, Probleme zu lösen und kreativ zu werden – nur eben im Schlaf. Achso, und mit einem Duft.

Richtig gelesen: Die Wissenschaftler verströmten ein paar Aromen im Raum, um ihre Probanden zu stimulieren – einmal, während diese wach über den gestellten Aufgaben grübelten und dann nochmal, während diese im Schlaf daran laborierten. Aus anderen Schlafstudien wussten sie bereits, dass unsere grauen Zellen weiterhirnen, während wir von der Arbeit, Freunden und Sex mit Fremden träumen. Aber ich schweife ab.

Es gab natürlich auch Kontrollgruppen und viele verschiedene Konstellationen bei dem Versuch. Das volle Programm halt. Wer es genauer wissen will, bitteschön: kann man alles hier nachlesen. Aber die Kurzfassung lautet: Die verströmten Odeurs machten die Probanden tatsächlich kreativer – und zwar mehr als jene, die ihren eigenen Mief während der Nacht einatmen mussten. Mehr noch: Die nasal künstlich Stimulierten waren hernach sogar in der Lage, ihre besten Ideen treffsicherer zu selektieren.

Kurzum: So ein Duft in der Nacht ist ne dufte Sache, wenn Sie am nächsten Morgen kreativ werden wollen. Nur leider verrät diese Studie eben überhaupt nicht, wonach das Zeug roch, was Ap Dijksterhuis und seine Leute versprühten. Sorry. Sie müssen das also selber rausfinden. Für den Anfang stehen zur Wahl Bier-, Chipsgeruch und das Parfüm einer Fremden. Zum Beispiel.

Das Schlafzimmerfenster öffnen und lüften reicht aber vielleicht auch schon.