Klausuren und Abschlussarbeiten sind schon ganz schöne Brocken. Da gilt es, über Wochen oder Monate dran zu bleiben, haufenweise Literatur zu sichten, zu lernen bis der Stoff sitzt – und das alles ohne Erfolgskontrolle von außen. Klar, dass das Viele abschreckt und Ausflüchte erfinden lässt. Riesenfehler! Denn so bleibt am Ende nur noch mehr Stress. Und Frust darüber, dass es so läuft wie immer, aber endlich mal besser laufen müsste. Dabei ist es ganz einfach, sich zum Lernen zu motivieren…
Betrachten wird zunächst die Grundlagen: Motivation bezeichnet den Antrieb, ein Ziel zu erreichen. Dahinter steckt immer ein Motiv, also ein Anreiz, der Sie veranlasst, sich in Richtung eines Ziels zu bewegen. Vom Bewegen – lateinisch: movere – stammt das Wort Motivation übrigens ab. Und, ach ja, Ziele sind mit die besten Motivatoren. Grund genug, sich mit dem Zusammenhang von Ziel, Motiv und Motivation näher zu befassen.
1. Ziel visualisieren
Um sich erfolgreich auf Prüfungen vorbereiten zu können, benötigen Sie also zunächst einmal ein Motiv, das Sie zum Lernen anregt. Ok, natürlich gibt es die Prüfungsordnung. Und die Angst vorm Versagen. Beide sind aber schlechte Motivationsfaktoren, denn sie von außen – und Angst ist zudem negativ besetzt.
Erfolgreicher sind Sie, wenn Sie eigene Motive besitzen – zum Beispiel Ziele, die Sie erreichen wollen. Machen Sie sich also bitte klar, was das Bestehen der Prüfung für Sie selbst bedeutet:
- Was verbinden Sie damit?
- Was erreichen Sie, wenn Sie es schaffen?
- Sind Sie dann in Ihren Augen erfolgreich?
Wenn Sie, sagen wir, die Prüfung bestehen wollen, weil Ihnen danach ein toller Job winkt, den Sie unbedingt haben wollen, motiviert Sie das wesentlich mehr als das Ziel, einen Test zu bestehen oder eine „Eins“ zu schreiben. Und natürlich erst recht stärker, als den Erwartungen der eigenen Eltern entsprochen zu haben – oder einfach “nur” die Studienordnung einzuhalten.
2. Lernumfeld schaffen
Damit Sie engagiert lernen können, muss die Umgebung stimmen: Wenn Sie sich an Ihrem Lernort nicht wohlfühlen, kommt kein entspanntes Lernklima auf. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz und eine inspirierende Atmosphäre sorgen für deutlich mehr Entspannung und dafür, dass Sie sich ins Lernen vertiefen können. Chaos und Unordnung dagegen behindern Sie – so konservativ das jetzt vielleicht auch klingt.
Wenn’s dann losgeht, sind alle Ablenkungen tabu: Das gilt sowohl für Mitbewohner, Freunde, Lebensabschnittsgefährten und Familienmitglieder als auch für alle technischen Spielzeuge. Das heißt: Das Handy ist auf lautlos geschaltet, die Benachrichtigungsfunktion des Mail-Clients aus und Sie sind bei keinem Chat eingeloggt. Idealerweise läuft auch keine Hintergrundmusik – der Fernseher sowieso nicht. So können Sie konzentriert arbeiten, lernen effektiv – und bleiben durch den Fortschritt motiviert.
3. Lernstoff einteilen
Zunächst bringen Sie den Lernstoff in eine logische Reihenfolge. Zum Beispiel, indem Sie sich erst die Grundlagentexte vornehmen und dann die Anwendungsstudien auswerten. Oder indem Sie die Lektüre nach den Kapiteln Ihrer Arbeit sortieren und nacheinander bearbeiten. Danach teilen Sie das Lernpensum in handliche Portionen ein und erstellen daraus einen Zeitplan, der auch Ihre übrigen Aufgaben berücksichtigt und außerdem genug Zeitreserven vorsieht.
So verhindern Sie, dass Sie in Zeitdruck geraten. Sehen Sie bitte auch genügend Pausen vor, in denen Sie sich entspannen können. Anschließend lernen Sie nämlich wieder viel effektiver. Natürlich nur, wenn Sie die Pausen dann auch eintsprechend einhalten – und nicht nur die.
Der größte Vorteil eines Arbeits- und Zeitplans ist, dass Sie immer genaus sehen, wo Sie gerade stehen. Bleiben Sie im Plan, schaffen Sie sich zusätzliche Motivation: Weil die anstehende Arbeit schwindet – und weil Sie Ihr Leben im Griff haben.
4. Erfolgserlebnisse herstellen
Aus diesem Grund sollten Sie auch kleine Rituale schaffen. Zum Beispiel jeden Abend das geschaffte Pensum abhaken. Sprichwörtlich. Zum Beispiel auf Ihrem Lernplan oder einer Excel-Tabelle. Solche Listen generieren kleine Erfolgserlebnisse, weil Sie Ihnen vor Augen führen, was Sie schon alles geschafft haben. Aber natürlich auch, wo Sie gegensteuern müssen, wenn Sie der Zeit hinterher laufen.
Steigern können Sie diese Erfolgserlebnisse, indem Sie sogenannte Meilensteine definieren. Also etwa:
- Themenfindung abgeschlossen
- Grobkonzept fertig gestellt
- Literaturrecherche beendet
- …
Wenn Sie das Erreichen solcher Ereignisse zelebrieren, wird jeder Etappensieg zur neuen Motivation für den Rest Ihres Wegs.
5. Belohnungen setzen
Und wer feste arbeitet, darf und sollte auch feste Feste feiern. Ein solcher Meilenstein ist der ideale Anlass dazu. Vorher sollten Sie aber unbedingt festlegen, was Sie sich dafür gönnen. Dann können Sie sich nämlich schon darauf freuen, während Sie Ihr Pensum erledigen. Denn Vorfreude ist die schönste Freude.
Und sie ist ein enormer Motivationsfaktor – wie Belohnungen auch. Daher sollten sie nicht nur die großen Schritte und Erfolge gebührend würdigen, sondern auch die kleinen. Schließlich ist anhaltendes Wohlbefinden die Grundlage für erfolgreiches Lernen.
Indem Sie regelmäßig dafür sorgen, motivieren Sie sich jeden Tag aufs Neue – und kommen Schritt für Schritt ans Ziel.
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Bernd Wenske
Eine schöne Zusammenfassung in fünf Schritten für alle, die sich auf mündliche oder schriftliche Prüfungen vorbereiten.
Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass gerade der Zeitplan wichtig ist. Ein Lernumfeld, dass ohne Ablenkung in möglichst vielen Details der zu erwartenden Prüfungssituation entspricht, ist immens wichtig für das Abrufen des Gelernten in der Prüfung!
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