Sie möchten sich bei jemandem entschuldigen? Eigentlich immer eine gute Idee, selbst wenn es schwer fällt. Denn das deeskaliert Konflikte und führt im besten Fall zu Vergebung. Immer wieder haben Psychologen untersucht, wie Entschuldigungen möglichst effektiv wirken, wann sie ankommen und wann nicht – also im Sinne, dass sie die gewünschte Reaktion hervorrufen. Neben zahlreichen Komponenten, die dabei erfüllt sein müssen – wie zum Beispiel Aufrichtigkeit und ehrliche Reue -, finde ich einen Punkt besonders bemerkenswert: Entschuldigen Sie sich nicht dafür, was Sie denken, dass Sie falsch gemacht haben (selbst wenn es objektiv der Wahrheit entsprechen sollte). Entschuldigen Sie sich vielmehr für den Fehler, der ihr Gegenüber erzürnt hat. Das jedenfalls würden Ihnen Ryan Fehr und Michele Gelfand von der Universität von Maryland dringend empfehlen, denn das war das Ergebnis ihrer Untersuchungen.

Bemerkenswerte Nebenerkenntnis: Individualisten sprangen bei den Versuchen mit den 171 Probanden besonders auf eine in Aussicht gestellte Wiedergutmachung an. Wem dagegen Beziehungen enorm wichtig waren, der nahm die Entschuldigung umso lieber an, wenn der Bittsteller eine empathische Note einflocht (“Ich weiß, das hat dir und deiner Freundin sehr weh getan…”). In größeren sozialen Gruppen oder Teams hingegen wirkte das “Sorry” vor allem dann, wenn zugleich die reuige Einsicht und der Appell zugleich an das große Ganze gerichtet waren (“Mir ist bewusst, dass ich damit dem Ansehen unserer Firma enorm geschadet habe…”). So oder so: Die größten Chancen, ungeschoren davon zu kommen, hatte der Übeltäter jedoch, wenn er bedauerte was man ihm vorwarf – und nicht was er in seinen Augen verpatzt hatte.