Ehrenamtliches Engagement ist unter Studenten – trotz des häufig beklagten Zeitmangels – weit verbreitet. Viele engagieren sich beispielsweise in der Studierendenvertretung, den Hochschulgremien oder in verschiedenen Vereinen außerhalb des universitären Umfelds. All diese Aktivitäten werden von den Studenten meist als Ausgleich zum Studium und/oder als aktive Freizeitgestaltung angesehen und genutzt. Das ist eine hervorragende Einstellung und kurzfristig absolut in Ordnung. Doch kann das ehrenamtliche Engagement Sie auch bei der Jobsuche weiterbringen?
Da immer wieder davon die Rede ist, dass Softskills, soziale Fähigkeiten und die Persönlichkeit des Bewerbers eine große Rolle spielen, müsste die Antwort eindeutig positiv sein. Doch ganz so einfach ist es leider nicht, denn nicht jedes ehrenamtliche Engagement lässt – positive – Rückschlüsse auf einen Bewerber zu. Die Organisation von Studentenpartys mag große logistische Fähigkeiten erfordern, doch diese müssen Sie in Ihrer Bewerbung erst mal überzeugend darstellen.
Planen Sie voraus
Mir ist klar, dass die meisten Studenten ihr ehrenamtliches Engagement primär aus Freude an der Sache und aus einer sozialen Einstellung heraus betreiben. Der Gedanke, dieses Engagement für die Jobsuche zu nutzen, spielt bei vielen Studenten keine Rolle. Dabei schließen sich intrinsische Motivation und aktive Karriereplanung definitiv nicht aus. Wichtig ist jedoch, dass Sie spätestens zwei Semester vor dem Ende Ihres Studiums damit beginnen, Ihr ehrenamtliches Engagement zu dokumentieren.
In der Regel reichen dafür Bescheinigungen der Organisation, bei der Sie ehrenamtlich tätig sind. Achten Sie bitte darauf, dass diese von einer Person in leitender Funktion unterschrieben werden. Haben Sie beispielsweise mehrere Jahre aktiv in einem sozialen Projekt mitgearbeitet, kann es sinnvoll sein, sich vom Leiter des Projektes ein Zeugnis ausstellen zu lassen. Das hat zwar nicht den gleichen Stellenwert wie ein Arbeitszeugnis, kann jedoch ein Beleg für Ihre sozialen Fähigkeiten sein.
Präsentieren Sie sich
Spätestens drei Monate vor dem Beginn Ihrer Jobsuche sollten Sie damit beginnen, Ihr ehrenamtliches Engagement auf Relevanz für Ihr Berufsleben zu überprüfen. Dabei helfen Ihnen die folgenden Fragen:
- Welche meiner Stärken konnte ich im Ehrenamt einsetzen?
- Gibt es Fähigkeiten, die ich erst durch mein ehrenamtliches Engagement entwickelt habe?
- Welche Erfahrungen aus dem ehrenamtlichen Engagement haben mich besonders geprägt?
- Weist meine Arbeit im Ehrenamt Parallelen zu meinem Traumjob auf?
- Kenne ich aus dem ehrenamtlichen Umfeld Menschen, die mir auch im Job weiterhelfen können?
Mit diesen Fragen – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen – finden Sie heraus, welche Aspekte, Erfahrungen und Fähigkeiten Ihrer ehrenamtlichen Arbeit Sie in Ihrer Bewerbung präsentieren können.
Zum Schluss noch ein Hinweis: Auch wenn ehrenamtliches Engagement gerade für Sie als Absolvent ein deutlicher Vorteil in der Bewerbung sein kann, sollten Sie es damit nicht übertreiben. Sicher haben Sie im Ehrenamt einiges gelernt, doch Ihr Studium und absolvierte Praktika in Unternehmen bilden die Basis Ihrer Bewerbung. Ihr ehrenamtliches Engagement ergänzt dieses Fundament und erhöht Ihre Chancen auf den Job deutlich.
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