eierSchon erstaunlich, was sich so alles Osterei nennt. Da gibt es zum Beispiel hohle Eier mit nix drin. Die sind meistens ausgeblasen. Schokoeier mit Spielzeug drin. Die sind meistens von Ferrero. Und digitale gibt es auch. Die sind aber grundsätzlich international und heißen deshalb Easter Eggs. Auch darin verstecken sich allerlei Überraschungen. Manchmal sogar verspielte wie ein paar Extrastücke auf CDs, DVDs oder Sonderfunktionen in Computerprogrammen und alles zusammen ist so eine Art onanistischer Witz des jeweiligen Urhebers.

Das erste digitale Ü-Ei steckte übrigens im Videospiel Adventure, das Warren Robinett 1978 für die Konsole Atari 2600 programmierte. Weil laut Firmenpolitik, die Namen der Spielentwickler nicht genannt werden durften, versteckte Robinett seinen kurzerhand in einem geheimen Raum.


Derlei schnelle Brüter finden sich heute längst auch in Programmiersprachen oder Office-Programmen, wie Word (Flipperspiel) oder Excel (Autorennen). Kein Easter Egg dagegen ist der Befehl =rand(200,2) in einem Microsoft Word Dokument. Wer die Zeichenfolge eingibt und mit [Enter] bestätigt, sieht anschließend auf acht bis neun Seiten den Satz Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern. Der Sinn dahinter: Jeder Buchstabe des Alphabets kommt in der Sentenz mindestens einmal vor. So lassen sich unter anderem neue Schriftarten testen.

Neue Filme gucken kann man dagegen auf der Spezial Extended DVD von Herr der Ringe: Die zwei Türme. Dort lässt sich in der Szenenanwahl von DVD 1 das Kapitel „30. Kräuter und Kaninchenpfeffer“ hervorheben. Wer dann [Runter] drückt, sieht einen goldenen Ring. Wird der mit [Enter] bestätigt, erscheint ein Video von der Preisverleihung des MTV Movie Award an Gollum.

Auf der CD von Robbie Williams I’ve Been Expecting You wiederum hat es der letzte Track in sich: Nach dem Ende des zwölften Titels beginnen ab Minute 11:55 und 27:40, die zwei Balladen „Stand your ground“ und „Stalkers day off“.

Weil Easter Eggs längst zum Volkssport der Kreativen avanciert sind, gibt es versteckte Andeutungen auch in immer mehr Filmen. Der Blockbuster Memento, bei dem die Handlung eigentlich chronologisch rückwärts läuft, kann so durch ein paar Befehle auch richtig herum angesehen werden: Dazu muss man im Hauptmenü den Punkt Filmstart hervorheben und dann zweimal nach rechts klicken, damit der Schriftzug “Memento” markiert wird. Wer jetzt [Enter] drückt sieht den Film in chronologischer Reihenfolge. Die beiden befreundeten Regisseure Steven Spielberg und George Lucas wiederum schicken sich in ihren Filmen regelmäßig mehr oder weniger versteckte Botschaften: In Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes (Spielberg) stehen beispielsweise in der Schlangengrube der Bundeslade Hieroglyphen an der Wand, die R2-D2 und C-3PO aus Star Wars zeigen. In Star Wars: Episode I (Lukas) wiederum sieht man in der Senat-Szene eine Loge, in der mehrere E.T.s aus Spielbergs gleichnamigen Film stehen.

Selbst Webseiten können Easter Eggs enthalten: Bei Flickr können Nutzer zu Weihnachten etwa Schneeflocken über ihre Bilder rieseln lassen, indem sie an die URL in der Adressbar noch den Parameter ?snow=1 anhängen. Mein Favorit ist aber nachwievor das Easter Egg auf der Webseite des Deutschen Bundestages: Dort gibt es ein erfundenes MdB: Jakob Maria Mierscheid, SPD. Der wurde bereits vor mehr als 20 Jahren von drei SPD-Politikern erdacht. Und sein Lebenslauf ist genauso imposant wie amüsant.

Apropos: Natürlich enthält auch dieser Beitrag ein Easter Egg… Drei Leser, die das Blog-Ei finden und mir eine Mail mit dem dazugehörigen Link und Ihre Adresse schicken, erhalten eine Originalausgabe der „Karriere-Bibel“. Die drei Gewinner werden ausgelost, Einsendeschluss ist der kommende Ostersonntag und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Und wer die Auflösung kommentiert, ist ein Spielverderber. Alle anderen Kommentare sind aber erlaubt.

NACHTRAG: Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.