eierIhr Kalender hat es Ihnen sicher schon angekündigt: Ende der Woche ist schon wieder Ostern. Nur noch vier Tage, dann beginnt mit Karfreitag das höchste christliche Fest – und mit ihm das traditionelle Eierlei: überall Eier. Rote, gelbe, grüne, blaue, harte, alte. Das Ei gehört ja zu den Ursymbolen der Menschheit, steht für Fruchtbarkeit oder für das Leben schlechthin – auch wenn die Frage, was zuerst da war – ob Henne oder Ei –, nie abschließend geklärt wurde. Das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, denn entscheidend ist ja, was hinten heraus kommt. Apropos: Haben Sie gewusst, dass der Durchschnittsdeutsche im Schnitt 225 Eier pro Jahr verspeist? Das sind rund 18 Milliarden Eier pro Jahr!

Im Grunde sind Eier überall drin: im Huhn, im Kuchen, in Nudeln, im Osterfest und jetzt auch in meinem Blog. Gut, letzteres bin ich selber schuld. Ich habe mir nämlich vorgenommen, vor Ostern eine kleine Auszeit zu nehmen und danach eine Woche Urlaub dranzuhängen. Schließlich bibele ich selbst regelmäßig, wie wichtig es ist, ab und an abzuschalten und für etwas Abwechslung zu sorgen. Deshalb wundern Sie sich bitte nicht. Statt der üblichen Job- und Karrieregeschichten will ich mich in den kommenden Tagen einer kleinen Eierkunde widmen.


Interessant finde ich zum Beispiel, dass das Ei neben dem Kreuz schon in frühchristlicher Zeit als Zeichen des Lebens und damit auch der Auferstehung Christi galt. Entsprechend wurden die Eier früher vorwiegend rot, der Farbe des Blutes und der Liebe gefärbt. Das Färben selbst entstand wahrscheinlich aus der Notwendigkeit heraus, die Eier zu kennzeichnen: In der Fastenzeit durften schließlich auch keine Eier gegessen werden. Also mussten die anfallenden Eier haltbar gemacht, sprich: gekocht, werden. Damit man hinterher die frischen rohen von den alten gekochten Eiern unterscheiden konnte, fügte man dem Kochwasser Pflanzenteile zu, um die Eier zu färben (Frische Eier erkennt man übrigens beim Einlegen in kaltes Wasser daran, dass sie flach am Boden liegen bleiben. Je weiter die runde Seite nach oben zeigt, desto älter sind sie. Eier, die an der Oberfläche schwimmen, sind verdorben!).

Seit dem 12. Jahrhundert färbt man vornehmlich am Ostersamstag die Ostereier, um sie dann mit anderen Lebensmitteln in bunten Körben in der Kirche zu weihen. Die Farben sind keinesfalls willkürlich. In einigen Regionen werden ihnen jeweils unterschiedliche Bedeutung zugeordnet:

  • Rot: Opfertod Christi
  • Gelb: Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit
  • Grün: Jugend und Unschuld
  • Blau: Unglück und Kälte
  • Orange: Kraft, Ausdauer, Ehrgeiz
  • Weiß: Reinheit

Aber auch in nichtchristlichen Kulturen entwickelte sich die Tradition des Eierfärbens – etwa in Pakistan oder China. Der Chinese zum Beispiel sieht in Sachen Ei gerne schwarz: Lagert man rohe Hühner- oder Enteneier über 50 bis 100 Tage hinweg in einem Gemisch aus Kalk, Pinienasche und Salz, so werden diese nicht nur überaus haltbar, sondern bekommen auch noch eine dunkelolive Färbung. Das Eiweiß im Inneren wechselt ebenfalls zu dunklem Braun- bis Schwarz. Das sieht für einige Menschen nicht besonders lecker aus, gilt aber als chinesische Köstlichkeit: Tausendjährige Eier. Deren Name ist zwar eine Mogelpackung, aber mit Zucker oder Ingwer sollen sie ganz gut schmecken.

Mir jedoch nicht. Ich präferiere eher Nougat-Eier. Die halten sich bei mir aber nur kurz.