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Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Was für Beziehungen gilt, hat auch eine Gültigkeit für den Arbeitsplatz, wo es auch regelmäßig zu Eifersucht kommt - wodurch die Probleme oft erst wirklich losgehen. Man beginnt, hinter allem eine Lüge zu entdecken, fühlt sich benachteiligt, fürchtet um seinen guten Ruf oder sogar um den Job. Und das alles oft völlig grundlos. Trotzdem haben viele immer wieder mit Eifersucht zu kämpfen. Wir zeigen, woran Sie diese auch im Job erkennen und wie sie sich überwinden lässt...

Eifersucht Definition: Was genau bedeutet Eifersucht eigentlich?

Eifersucht Definition-Eifersucht Sprüche-Eifersucht englischDer Begriff Eifersucht, englisch auch jealousy, stammt von althochdeutsch eiver = das Herbe, Bittere und althochdeutsch suht = Krankheit, Seuche.

Er beschreibt eine schmerzvolle Emotion, die eine Person einer anderen gegenüber empfindet, von der sie sich nicht genügend beachtet, geliebt, wertgeschätzt fühlt.

Schon Säuglinge empfinden Eifersucht und auch Tiere bleiben nicht davon verschont, weshalb Wissenschaftler davon ausgehen, dass Eifersucht in den Bereich der Instinkte gehört. Andererseits empfindet nicht jeder Eifersucht gleichermaßen stark.

Dabei gibt es durchaus zwei Seiten der Eifersucht: Wer eifersüchtig ist, demonstriert damit unter Umständen seine Wertschätzung für die andere Person, kümmert sich fortan mehr - sofern es nicht in krankhafte Eifersucht ausartet. Und Eifersucht im Job - etwa auf den Kollegen, der eine Gehaltserhöhung bekommen hat - kann zur Leistungssteigerung führen.

Im Endeffekt kommt es auf den Grad der Eifersucht an: Unterschieden werden kann zwischen milder, mittelschwerer und massiver, in letzterer Ausprägung ist es bereits krankhafte Eifersucht. Lange Zeit wurde vermutet, dass Eifersucht von den Geschlechtern unterschiedlich wahrgenommen wird: Für Männer sei sie an sexuelle Untreue geknüpft, für Frauen ginge es eher um emotionale Untreue.

Die Ursachen dafür werden in der Evolution gesucht: Während ein Mann bei sexueller Untreue seiner Partnerin unter Umständen lange Jahre in den nicht leiblichen Nachwuchs investiert, sorge sich die Frau vor allem vor dem Verlust des Mannes als Ernährer.

Ohne dass die evolutionsbiologischen Studien völlig unhaltbar wären, sind andere Studien wie die von Kenneth N. Levy und Kristen M. Kelly von der Pennsylvania State Universität zu dem Ergebnis gekommen, dass es weniger um das Geschlecht, als vielmehr um Form der Beziehung und das Selbstverständnis gehe.

Für beide Geschlechter gelte: Wer in einer Beziehung seine Selbstständigkeit bewahren will, erwartet von seinem Partner vor allem sexuelle Treue. Wer hingegen in einer Partnerschaft traute Nähe sucht, gibt eher der emotionalen Treue den Vorrang.

Eifersucht kann seine Ursache in etlichen Erfahrungen haben. Diejenigen, die eifersüchtig sind - beispielsweise auf ihren Partner - sehen in ihm oder ihr den Grund. Tatsächlich liegen die Ursachen für Eifersucht aber oft tiefer:

  • Abwertung:

    Wer in der Kindheit wenig Anerkennung und Bestätigung von den Eltern erfahren hat, neigt dazu, diese abwertende Sicht auf sich selbst zu übernehmen. Man hält sich selbst nicht für liebenswert und kann sich auch schlecht vorstellen, dass andere einen lieben. So ist der Zweifel quasi immanent.

  • Verlust:

    Wer von Kindesbeinen an früh Verlusterfahrungen gemacht hat, tut sich schwer damit, ein Gefühl von Sicherheit und Selbstvertrauen zu entwickeln. Dazu können frühe Todesfälle der Eltern ebenso gehören wie Scheidungen. Solche Fälle werden für das Kind als existenziell bedrohlich empfunden und auch Erwachsene plagt häufig das Gefühl, sich auf andere nicht verlassen zu können.

  • Erfahrung:

    Konkret schlechte Erfahrungen mit einem Partner in der Vergangenheit führen erst recht dazu, dass Misstrauen entsteht. Wer von einem Ex-Partner hintergangen wurde, wurde verletzt und möchte eine Wiederholung dieser Erfahrung vermeiden. Im Umkehrschluss wird nahezu hysterisch auf mögliche Anzeichen beim neuen Partner geachtet.

Viele Sprüche zur Eifersucht wie der eingangs gezeigte von Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher illustrieren, wie unterschiedlich diese Emotion bewertet wird:

Eifersüchtig sein heißt, nicht an seiner Frau, sondern an sich selbst zweifeln. (Honoré de Balzac)

Wer nicht eifersüchtig ist, liebt nicht. (Aurelius Augustinus)

Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich. (Max Frisch)

Dinge leicht wie Luft sind für die Eifersucht Beweis so stark wie Bibelsprüche. (William Shakespeare)

Ohne Eifersucht keine Liebe. (Sprichwort)

Die einen stellen heraus, dass Eifersucht und Liebe miteinander verbunden sind, die anderen sehen vor allem den Selbstzweifel.

Eifersucht: Nicht nur in der Liebe in Problem

Man sieht den Partner, wie er sich mit einer anderen Frau unterhält oder die Partnerin, die einen Mann umarmt, den man nicht kennt. Für viele schrillen bei solchen Szenarien alle Alarmglocken und die Eifersucht übernimmt das Kommando.

Plötzlich sieht man in jeder Verspätung eine Bestätigung der eigenen Befürchtungen und man steigert sich immer weiter in die eigenen Vorstellungen. Plötzlich wird alles hinterfragt und es entsteht die ständige Angst, den Partner zu verlieren.

Doch nicht nur in der Liebe, sondern auch im beruflichen Alltag kommt es immer wieder zu Eifersucht. Der Kollege hat ein gutes Verhältnis zum Chef und scheint immer die besseren Aufgaben zu bekommen.

Lob landet immer nur bei den anderen, bei Beförderungen wird man selbst grundsätzlich übergangen und dieser eine neue Kollege scheint nur darauf zu warten, dass man einen Fehler macht, damit er die Stelle und auch die Verantwortung übernehmen kann.

Ähnliches gilt für die eigenen Kontakte am Arbeitsplatz. Mühsam und über mehrere Jahre hat man sich ein berufliches Netzwerk aufgebaut, vielleicht sogar Freundschaften geschlossen, eine Verbindung zum Chef hergestellt und dann kommt ein anderer Kollege und unterhält sich während der gesamten Mittagspause mit dem Chef oder der gute Freund am Arbeitsplatz gesellt sich in der Kaffeepause lieber zu jemand anderem.

Wer von Eifersucht gepackt wird, spürt meist als erstes eine Verlustangst - etwa die Angst, den eigenen Job oder einen Freund zu verlieren. Doch auch Wut, Frust und Stress gehören zu den negativen Auswirkungen.

Je länger der Zustand andauert, desto schlimmer die Folgen. Oft führt Eifersucht und der damit verbundene Stress zu Schlafstörungen, aber auch körperliche Reaktionen sind möglich.

So zeigt sich Eifersucht im Job

Krankhafte Eifersucht-Eifersucht DefinitionJeder hat schon einmal selbst erlebt, von Freunden gehört oder in einem Film gesehen, wie sich Eifersucht in einer Beziehung äußern kann. Die Bandbreite reicht vom Lesen der Nachrichten auf dem Smartphone, über das Kontrollieren der Wäsche auf verräterische Anzeichen einer Affäre bis hin zum Spionieren, wie der Partner seine Zeit verbringt.

Im Job verhält es sich dabei ein wenig anders, doch auch hier gibt es einige Anzeichen, die sowohl bei sich selbst als auch bei anderen Kollegen starke Indizen für Eifersucht sein können:

  • Man hat Angst um seinen Job. Wird das Gefühl, von der eigenen Position verdrängt zu werden - etwa durch einen neuen Kollegen - spricht bereits einiges dafür, dass man eifersüchtig auf diese Person ist.
  • Man gönnt Kollegen den Erfolg nicht. Ein Kollege führt ein wichtiges Projekt zum Erfolg und erhält dafür ein großes Lob aus der Chefetage. Erwischen Sie sich dabei, wie Sie dem Kollegen seinen Erfolg nicht gönnen und lieber selbst an seiner Stelle wären, zeigt sich darin Ihre Eifersucht.
  • Man sucht ständig nach Bestätigung. Feedback ist ein wichtiger Faktor, doch wenn Sie nur darauf aus sind, für jede Kleinigkeit vom Chef oder von anderen Kollegen eine positive Rückmeldung zu erhalten, um die eigenen Zweifel in den Griff zu bekommen, sollten Sie vorsichtig sein. Eine solche Einstellung führt schnell zu Eifersucht auf Kollegen.

Eifersucht bekämpfen: Tipps, um sie zu überwinden

Eifersucht bekämpfenViele Menschen können selbst sehr gut einschätzen, ob sie zu Eifersucht neigen. Diese Erkenntnis allein reicht jedoch nicht aus, denn nur zu wissen, dass man eifersüchtig ist, hilft noch nicht dabei, diese zu überwinden.

Um das Verhalten in den Griff zu bekommen, müssen die Ursachen erkannt und behoben werden - das hat meist nichts mit Kollegen, dem Chef, Freunden oder auch der eigenen Familie zu tun. Stattdessen muss jeder, der Eifersucht überwinden will, bei sich selbst ansetzen.

Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, kann die Eifersucht ablegen und akzeptieren, dass es völlig in Ordnung ist, wenn jemand in manchen Bereichen besser ist als man selbst.

Diese Tipps können Ihnen helfen, Ihre Eifersucht zu überwinden:

  • Arbeiten Sie an Ihrem Selbstwertgefühl

    Ein starkes Selbstwertgefühl ist der vielleicht beste Schutz gegen Eifersucht. Die Kausalität ist recht simpel: Wer glaubt, selbst über nicht genügend Fähigkeiten zu verfügen oder schlicht nicht gut genug zu sein, wird immer von der Angst geplagt werden, von den anderen ausgestochen zu werden.

    Es fällt vielen schwer, doch lernen Sie, Ihren eigenen Wert zu erkennen - und diesen zu schätzen. Sie müssen wissen und fest daran glauben, wie viel Sie selbst wert sind, um zu verstehen, dass auch andere Sie für Ihre Fähigkeiten respektieren.


  • Konzentrieren Sie sich auf die eigenen Stärken

    Die Kollegen im Job auf ein imaginäres Podest zu stellen, nur ihre Leistungen zu sehen und das eigene Licht dagegen unter den Scheffel zu stellen, führt zielsicher in die Eifersucht. Natürlich sollen Sie den anderen gute Leistungen und Erfolge gönnen, doch denken Sie immer auch an Ihre eigenen Stärken. Leider ist es sehr leicht, die guten Seiten bei anderen zu sehen - und gleichzeitig die eigenen auszublenden.

    Erinnern Sie sich immer wieder daran, in welchen Bereichen Sie besonders gut sind. Wo fragen Kollegen Sie um Rat? Wann interessiert den Chef Ihre Meinung und Kenntnis besonders oft? Rufen Sie sich die eigenen Kompetenzen in Erinnerung, statt nur daran zu denken, wo die anderen sich auszeichnen können.


  • Machen Sie sich weniger Sorgen um Fehler

    Gerade im Beruf machen wir uns oft viele Gedanken, wie wir wohl im Vergleich mit den Kollegen abschneiden. Mit jedem Fehler, den man selbst begeht, steigt die Angst, von den anderen abgehängt zu werden.

    Dabei wird jedoch in aller Regelmäßigkeit vergessen, dass es nicht darauf ankommt, keine Fehler zu machen. Oft sind diese sogar absolut notwendig, um am Ende das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

    Stoppen Sie Ihre Eifersucht auf Kollegen, die weniger Fehler begehen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, aus Ihren eigenen zu lernen. Denken Sie daran: Sie müssen nicht immer der Beste und absolut tadellos sein. Man kann nicht in jedem Vergleich vorne liegen, was jedoch kein Grund ist, eifersüchtig auf jemand anderen zu sein.


  • Stärken Sie das Vertrauen in Ihren Chef

    Eifersucht entsteht nicht selten, weil man glaubt, der Chef würde einen Kollegen besser behandeln oder aufgrund von seinen Fähigkeiten bevorzugen. Kombiniert mit der Angst um den eigenen Job, wird daraus ein großes Problem, dass die Arbeitsatmosphäre ruiniert und produktives Zusammenarbeiten unmöglich macht.

    Eifersucht am Arbeitsplatz bedeutet immer auch, dass Sie Ihrem Chef nicht vertrauen - genau wie es in einer Beziehung ein Ausdruck von fehlendem Vertrauen zum Partner ist.

    Versuchen Sie dieses Vertrauen nicht zu verlieren, sondern bewusst daran zu arbeiten. Auch ein klärendes Gespräch kann helfen, um zu merken, dass Sie in Ihrer Eifersucht ein Verhalten sehen oder interpretieren, das vom Chef überhaupt nicht so gemeint war.

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