Das Bedürfnis, im Job immer produktiver, effektiver und effizienter zu werden, hat nicht nur Vorteile. Vielleicht arbeiten wir wirklich besser denn je, aber zugleich sind auch der Leistungsdruck und die Arbeitsverdichtung gestiegen. Kurz: Es gibt mehr Stress auf der Arbeit. Und paradoxerweise läuft das dem ursprünglichen Ansinnen genau zuwider: Statt produktiver zu werden, werden die Beschäftigten kränker, mürrischer, demotivierter.

Für Michal Biron von der Universität von Haifa war das ebenfalls ein Problem. Er beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit Gruppendynamiken am Arbeitsplatz und derem speziellen Einfluss auf Stresserkrankungen wie Burnout. Also untersuchte er, ob es einen besten Weg gibt, Mitarbeiter zu motivieren und gleichzeitig produktiver werden zu lassen. Und was soll ich sagen, er glaubt ihn gefunden zu haben:

Laut seinen Untersuchungen ist die beste Medizin gegen Stress – emotionaler wie physischer Beistand. Insbesondere durch den Vorgesetzten. Okay, Sie haben jetzt vielleicht etwas Spektakuläreres erwartet. Ich auch. Andererseits sind gerade die großen Wahrheiten und besten Erfolgsregeln oft enttäuschend simpel.

Und bei den Studien zeigte sich das erneut: In einem Arbeitsumfeld, in dem der Chef Verständnis zeigte und Hilfe anbot, erholten sich die Beschäftigten schneller, sodass sie nicht einmal einen früheren Feierabend oder Extra-Feiertag brauchten. Selbst die Krankmeldungen reduzierten sich, wenn der Boss bei akutem Stress etwa die Arbeitsbedingungen verbesserte oder den Druck rausnahm. Oder wie Biron sagt:

The worker who is given this sort of support is more likely to overcome the somatic stress and continue to work productively, leaving recovery for the normal after-work hours when we recharge our batteries. We see from this study that employers can provide concrete support for employees experiencing somatic stress symptoms, but can also encourage co-workers to support one another in the first place and minimize the effects triggered by their workload.