Einstiegsgehalt: Wer verdient was?
Die Ausbildung ist geschafft, das Studium an der Universität abgeschlossen und es ist an der Zeit, auf dem Arbeitsmarkt vollends durchzustarten. Man hat sich große Ziele gesetzt, will einiges erreichen - aber für seine gute Ausbildung und motivierte Arbeit auch entsprechend bezahlt werden. Das Einstiegsgehalt ist für viele ein wichtiger Faktor. Nicht nur sollen damit die Kosten gedeckt werden, es ist auch der Startpunkt für eine hoffentlich lange Karriere. Die gute Nachricht: Einstiegsgehälter haben zwar nicht immer den besten Ruf, doch die letzten Jahre zeigen einen positiven Trend. Welche Faktoren für die Höhe des Einstiegsgehalts entscheidend sind, wie viel in den verschiedenen Branchen bezahlt wird und wie Sie es schaffen, ein erstes Gehalt zu verhandeln, dass Ihren Vorstellungen entspricht...

Einstiegsgehalt: Positive Entwicklung für Berufseinsteiger

Wer in die Berufswelt startet, erhält anfangs im Vergleich zu langjährigen Mitarbeiter ein geringeres Gehalt. Die Berufserfahrung und gesammelte Fähigkeiten machen sich eben bezahlt. Kein Grund, das Einstiegsgehalt schlecht zu reden. Immer wieder hört man Kritik, doch die Entwicklungen der letzten Jahre bringen fortlaufend gute Nachrichten zum Thema Einstiegsgehalt.

Zwar war auch vorher gerade das Gehalt von Absolventen alles andere als schlecht, doch seit mehreren Jahren lassen sich immer wieder steigende Einstiegsgehälter beobachten. So liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Hochschulabsolventen bei circa 42.000 Euro pro Jahr.

Als Berufseinsteiger nach der Universität muss man also in der Regel keine Sorgen haben, mit viel Arbeit und einem viel zu geringen Gehalt ausgenutzt zu werden.

Einstiegsgehalt: Wovon hängt die Bezahlung ab?

Neben der Berufserfahrung spielen auch noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle bei der Höhe des Einstiegsgehalts. Einige davon können Sie mit der Wahl Ihres Arbeitgebers beeinflussen und möglicherweise so für sich nutzen.

  • Größe des Unternehmens. Wer auf der Suche nach einem besonders hohen Einstiegsgehalt ist, sollte sich vor allem auf große Unternehmen mit hohen Mitarbeiterzahlen konzentrieren. Immer wieder zeigt sich, dass Großkonzerne höhere Gehälter zahlen und meist auch noch andere Boni hinzukommen.
  • Standort des Arbeitgebers. Auch die geographische Lage Ihres zukünftigen Arbeitgebers kann das Einstiegsgehalt beeinflussen - sowohl positiv wie negativ. Tendenziell wird im Süden mehr bezahlt, so sind in Baden-Württemberg bis zu 7,5 Prozent mehr Einstiegsgehalt möglich. Im Osten müssen Sie auf der anderen Seite mit einer geringeren Bezahlung rechnen.
  • Abschluss des Bewerbers. Besserer Abschluss, höheres Einstiegsgehalt? In den meisten Fällen stimmt diese Formel, so verdienen Master-Studenten meist etwas mehr als Bachelor. Unternehmen sind bereit, für die zusätzlichen Qualifikationen mehr Geld in Arbeitnehmer zu investieren.
  • Studienfach und Branche. Die wahrscheinlich größten Unterschiede in der Höhe der Einstiegsgehälter basieren auf den unterschiedlichen Studienfächern und Branchen der Kandidaten. Während in einigen Bereichen teilweise enorme Summen für Einsteiger gezahlt werden, liegen andere unter dem Durchschnitt.

Einstiegsgehalt nach Studienfächern: So viel verdienen Absolventen

GaudiLab/shutterstock.comDie Wahl des Studienfachs erfolgt glücklicherweise in der Regel nicht nur in finanzieller Hinsicht. Kaum ein Student schreibt sich mit dem Vorsatz an der Uni ein: Ich studiere das nur, weil es viel Geld einbringt. Dennoch ist es natürlich ein Punkt, den man im Hinterkopf hat. Die langjährige Fokussierung auf ein Gebiet, die gute Qualifikation und Ausbildung soll sich schließlich auch bezahlt machen. Umso wichtiger wird dies vor dem Hintergrund der durchaus unterschiedlichen Bezahlungen, abhängig vom Studienfach, mit dem man sich auf dem Arbeitsmarkt bewirbt.

Besonders hohe Einstiegsgehälter winken für Absolventen dieser Studiengänge:

  • Wirtschaftsingenieurwesen Der Mittelweg zwischen Wirtschaft und Technik ist für Absolventen ein lukrativer Bereich. Unternehmen zahlen im Schnitt ein Einstiegsgehalt zwischen 51.000 Euro und 53.000 Euro jährlich für gut ausgebildete Wirtschaftsingenieure.
  • Jura Wer als Jurist ein sehr gutes Examen ablegt, kann bei großen Anwaltskanzleien gut und gerne ein Einstiegsgehalt von 100.000 Euro pro Jahr erzielen. Dies ist zwar nur einer Handvoll Absolventen möglich, doch auch im Durchschnitt bleibt ein gutes erstes Gehalt von rund 50.000 Euro im Jahr.
  • Medizin Ebenfalls bei circa 50.000 Euro jährlich liegt das Einstiegsgehalt für Mediziner.
  • Informatiker Ein Informatikstudium bietet im Anschluss viele Möglichkeiten und qualifizierte Absolventen sind gefragt. Je nach Abschluss kann so ein Einstiegsgehalt zwischen 48.000 und über 50.000 Euro im Jahr entstehen.
  • Betriebswirtschaftslehre Auch BWLer haben zahlreiche Alternativen, zwischen denen Sie wählen können. Das durchschnittliche jährliche Einstiegsgehalt liegt bei circa 45.000 Euro, hier spielt die Branche, in die man als Absolvent einsteigt, jedoch eine große Rolle.

Einstiegsgehalt bei Männern und Frauen

Immer wieder wird darüber gesprochen, dass geschlechterspezifisch unterschiedlich hohe Bezahlungen stattfinden. Heißt konkret: Männer sollen mehr verdienen als Frauen. Diese sogenannte Lohnlücke - oder Gender Pay Gap - ist regelmäßig Thema verschiedener Debatten.

Auch beim Einstiegsgehalt zeigt sich eine Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, wenn man die durchschnittlich gezahlten Gehälter von männlichen und weiblichen Hochschulabsolventen miteinander vergleicht. Bedeutet dies aber tatsächlich, dass Frauen benachteiligt werden und bewusst ein geringeres Gehalt erhalten? Eher nicht. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Lohnlücke nicht existiert.

Die unterschiedlichen Werte in solchen durchschnittlichen Betrachtungen entstehen vielmehr dadurch, dass Frauen sich häufiger in Berufen und Bereichen finden, die tendenziell einen niedrigeren Verdienst haben. In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sind Frauen meist unterrepräsentiert - genau diese Bereiche werden aber vergleichsweise gut bezahlt.

Einstiegsgehalt: So viel gibt es in verschiedenen Branchen

GaudiLab/shutterstock.comNeben der Wahl des Studiengangs ist die Branche ein besonders wichtiger Faktor für das Einstiegsgehalt. Aus gutem Grund versuchen viele Absolventen verstärkt den Einstieg in eine der gut bezahlten Branchen zu schaffen. Wir zeigen, wo Sie bereits mit dem Einstiegsgehalt eine große Lohnabrechnung erhalten.

  • Chemie und Pharma. Die Chemie und Pharma Branchen sind regelmäßig unter den bestbezahltesten Branchen vertreten. Durchschnittlich erhalten Berufseinsteiger hier circa 50.000 Euro im Jahr und haben gute Chancen, nach einigen Jahren Berufserfahrung mit Gehaltserhöhungen rechnen zu dürfen.
  • Automotive. Fahrzeugbauer und -zulieferer bieten Einstiegsgehälter, die sich durchaus sehen lassen können. Rund 49.000 Euro sind für Berufseinsteiger mit entsprechenden Qualifikationen drin.
  • Banken. Auch der Finanzsektor lockt Talente mit hohen Einstiegsgehältern. Wer sich seinen Berufseinstieg bei einer Bank vorstellen kann, wird dabei mit circa 47.000 Euro im Jahr entlohnt.
  • Unternehmensberatung. Eine weitere Branche, die ohnehin für große Verdienstmöglichkeiten bekannt ist, gehört auch bereits bei den Einstiegsgehältern zu den lukrativsten Jobs. 46.500 Euro sind zwar der Durchschnitt, doch je nach Arbeitgeber und Qualifikation kann diese Zahl deutlich nach oben abweichen.

Neben den gutbezahlten Branchen gibt es natürlich auch das andere Extrem. Wer sich für eine der folgenden Branchen entschieden hat, wird ein Einstiegsgehalt bekommen, dass unter dem Durchschnitt liegt.

  • Hotel und Gastronomie. Eine große Branche, doch im Gehaltsvergleich dennoch weit hinterher. Mit einem durchschnittlichen Gehalt von circa 26.000 Euro verdient man in der Hotel oder Gastronomie Branche gerade einmal halb so viel wie in den bestbezahltesten Branchen.
  • Freizeit, Touristik, Kultur & Sport. Mit etwa 30.000 Euro pro Jahr ist die Touristik und Freizeitbranche ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt der Einstiegsgehälter.
  • Werbung und Marketing. Für viele ein Traumjob, doch die Arbeit in der Werbung oder im Marketing ist weniger rentabel als viele andere Branchen. Im Schnitt werden beim ersten Gehalt 32.000 Euro fällig.
  • Handwerk. Selbst im guten Handwerk sind die Einstiegsgehälter im Vergleich nicht besonders attraktiv. Mit gut 33.000 Euro können Sie hier rechnen.

Einstiegsgehalt: So verhandeln Sie richtig

Für welche Branche Sie sich auch entscheiden mögen: Wenn es darum geht, das Einstiegsgehalt zu verhandeln, wollen Sie natürlich das bestmögliche für sich herausschlagen. Doch worauf kommt es bei der Gehaltsverhandlung an? Diese zwei einfachen Tipps helfen Ihnen, ein angemessenes Einstiegsgehalt auszuhandeln.

  • Kennen Sie Ihren Wert. Um sich nicht mit einem zu geringen Angebot zufrieden zu geben, ist es notwendig, den eigenen Wert zu kennen. Informieren Sie sich, wie viel ein Arbeitnehmer mit Ihren Kenntnissen und Qualifikationen verdient und orientieren Sie sich daran.
  • Sein Sie nicht zu schüchtern. Das Einstiegsgehalt gibt es als erste Bezahlung nach dem Berufseinstieg. Natürlich freut man sich, einen Job gefunden zu haben, doch treten Sie nicht als schüchterner Bittsteller auf. Sie bringen Fähigkeiten mit, die dem Unternehmen weiterhelfen, also zeigen Sie sich ruhig selbstbewusst.

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