Narzissten sind schon sehr anstrengend. Ungemein selbstverliebt, eitel bis in die Haarspitzen und überzeugt von sich – das muss man erst mal ertragen können. Vor allem, wenn das eigene Selbstvertrauen nicht ganz so robust und unerschütterlich ist. Aber wie heißt es so schön: Niveau sieht auch nur von unten so aus wie Arroganz! Nicht jeder, der von seiner Meinung oder Entscheidung überzeugt ist, ist deshalb automatisch ein Narzisst. Womöglich hat er oder sie auch einfach nur Recht. Und das ist auch nicht immer leicht zu ertragen. Aber… andere Geschichte. Diese hier geht der Frage nach, ob es gut ist, einen Narzissten im Team zu haben. Und die Antwort lautet: Nicht nur einen – mehrere!
Das klingt reichlich provokant – und ist es auch. Aber eben auch wissenschaftlich begründet. Das Forscher-Trio Jack A. Goncalo und Sharon H. Kim von der Cornell Universität sowie Francis J. Flynn von der Stanford Universität haben das 2011 genauer untersucht und dazu Experimente mit 244 Studenten absolviert. Zunächst testeten sie ihre Probanden auf den Grad des eigenen Narzissmus. Anschließend ließen sie diese verschiedene Kreativitätsübungen abhalten – mal einzeln, mal in Gruppen. Und dabei stellten dann etwas Erstaunliches fest: Narzissten waren nicht wirklich kreativer als andere – dachten das aber. Nein, sie waren davon sogar so überzeugt und über sich und ihre Werke so euphorisiert, dass sie auch dieses, nun ja, neutrale Ergebnis nicht erschüttern konnte.
Großartigkeit kann ansteckend sein
Das war aber auch gut so. Denn bei den folgenden Gruppenarbeiten erwies sich das als echter Vorteil: Je mehr Narzissten im Team waren, desto mehr übertrug sich deren Euphorie und Impetus großartig zu sein auf die ganze Gruppe, sodass sich am Ende deren kreatives Ergebnis deutlich verbesserte.
Allerdings darf man das Resultat auch nicht falsch interpretieren, Motto: je mehr Narzissten, desto besser. Falsch! In den Experimenten war das optimale Ergebnis genau bei zwei Narzissten pro Team erreicht. Wurden es mehr, waren Hyper-Wettbewerb und ein Hauen und Stechen um Aufmerksamkeit und den Lorbeer zum Schluss die Folge.
“Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze”, befand einst Oscar Wilde. Und der war ein ziemlicher Narziss. Es kann aber auch der Beginn zu einem großartigen Teamergebnis sein. Wenn man es damit nicht übertreibt – und geduldige Kollegen hat.
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kosmar
ich finde es super, dass hier mal wieder über mich gebloggt wird.
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