Elternzeit: Chancen und Tipps für Arbeitnehmer
Familie und Beruf zusammenzubringen ohne die individuellen Karrierechancen aufs Spiel zu setzen ist für Arbeitnehmer nach wie vor schwierig. Um (werdenden) Eltern die Verknüpfung beider Lebensbereiche zu ermöglichen, wurde die Leistung der Elternzeit geschaffen. Sie bietet die Möglichkeit, die ersten Lebensmonate des Kindes ganz bewusst zu erleben, ohne die eigenen Karriere- und Jobchancen zu beeinträchtigen. Theoretisch. Praktisch lassen sich die Chancen nur mit Eigenengagement sinnvoll nutzen...

Elternzeit vorbereiten: Werden Sie aktiv

Ein Hinweis ist zu Beginn leider wichtig: Familienfreundlichkeit ist in deutschen Chefetagen längst noch keine Selbstverständlichkeit. All die Zertifikate, die goldenen Leitlinien, die flotten Sprüche auf den Homepages - was sind Sie wirklich wert? Oft nicht viel.

Als Arbeitnehmer haben Sie nur eine Möglichkeit, sich für die Elternzeit bestmöglich abzusichern: Bereiten Sie Ihre Elternzeit gut und gründlich vor. Damit Sie das tun können, sind folgende Informationen zur Elternzeit wichtig:

  • Auf Elternzeit, also eine unbezahlte Auszeit vom Job, haben Sie einen Rechtsanspruch - bis zu drei Jahre lang pro Kind.
  • Ihr Arbeitsverhältnis ruht während der Elternzeit.
  • Nach Ablauf der Elternzeit haben Sie Anspruch auf Rückkehr zur früheren Arbeitszeit.
  • Sie dürfen während der Elternzeit nicht gekündigt werden (außer in Härtefällen, wenn Sie zum Beispiel im Betrieb gestohlen haben oder Ihre Firma Pleite geht).
  • Sie haben die Möglichkeit, während Ihrer Elternzeit für bis zu 30 Stunden pro Woche in Teilzeit zu arbeiten. In Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten haben Sie sogar Anspruch auf eine Teilzeit-Stelle.
  • Sie müssen sich für die ersten zwei Jahre festlegen. Haben Sie sich etwa für eine einjährige Elternzeit entschieden, ist eine anschließende Verlängerung um ein weiteres Jahr nur noch mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.
  • Sie müssen Ihre Elternzeit (spätestens) sieben Wochen vor Antritt schriftlich beim Arbeitgeber beantragen.
  • Das Elterngeld soll parallel für finanziellen Ausgleich sorgen. Sie erhalten es für maximal 14 Monate, wenn beide Partner mindestens zwei Monate in Elternzeit gehen. Ab dem 1. Juli tritt das neue Elterngeld Plus in Kraft.

Elternzeit-Reform: Was ist neu?

Seit dem 1. Juli 2015 gibt es das neue Elterngeld Plus, das einige Änderungen mitbrachte. Vor allem verschafft es Eltern mehr Flexibilität. Die wichtigsten Änderungen:

  • Sie können in Zukunft 24 Monate Elternzeit zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag Ihres Kindes in Anspruch nehmen - bislang waren es zwölf. Die Zustimmung des Arbeitgebers ist dafür nicht mehr erforderlich.
  • Beide Elternteile können ihre Elternzeit in jeweils drei statt wie bisher zwei Abschnitte aufteilen.
  • Sie müssen die Elternzeit für ein drei- bis achtjähriges Kind dreizehn Wochen vorher beantragen. An der Anmeldefrist von sieben Wochen für die Elternzeit von Unter-Dreijährigen ändert sich dadurch nichts.

Ihre individuelle Vorbereitung der Elternzeit ist dabei nicht nur für den Arbeitgeber, sondern vor allem für Ihre eigene Sicherheit und Ruhe wichtig. Nur wenn Sie gut vorbereitet in die Auszeit gehen, können Sie sich - zumindest weitgehend - sicher sein, dass Sie nach Ihrer Rückkehr keine unangenehmen Überraschungen erleben und Ihre Kollegen durch Ihre Abwesenheit nicht in Probleme laufen.

Für die Vorbereitung der Elternzeit hat sich ein drei stufiger Prozess bewährt:

  1. Schritt 1: Plan erstellen - Klären Sie, unbedingt auch mit Ihrem Partner, wie lange wer von Ihnen in Elternzeit gehen will, wer sich um welche Aufgaben kümmern wird und wer wann wieder in den Job zurückkehrt. Hier spielt natürlich auch die finanzielle Situation eine wichtige Rolle.
  2. Schritt 2: Arbeitgeber informieren - Den Antrag auf Elternzeit müssen Sie zwar schriftlich stellen, dennoch sollten Sie das Thema mit Ihrem Arbeitgeber in einem Vier-Augen-Gespräch persönlich klären. Im Vorfeld sollten Sie natürlich einen Blick in Ihren Arbeitsvertrag werfen und auf möglicherweise wichtige Klauseln achten. Entscheidend ist, dass Sie sich nicht rechtfertigen, sondern Ihrem Chef über Ihren Wunsch informieren und konstruktive Vorschläge mitbringen.
  3. Schritt 3: Arbeit übergeben - Diese konstruktiven Vorschläge sollten vor allem Ansätze für die Einarbeitung möglicher Vertreter und die Übergabe Ihrer laufenden Projekte beinhalten. Ihre Abwesenheit wird natürlich einige Veränderungen nötig machen, die Sie bestmöglich vorbereiten und unterstützen sollten.

Öffentliche Leistungen zur Elternzeit

Denis Vrublevski / shutterstock.comDas Elterngeld soll Eltern die Zeit für die Erziehung des Kindes finanziell bis angenehmer gestalten und den Lohnausfall bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Es geht ausdrücklich nicht darum, den Lohn vollständig zu ersetzen. Die Höhe des Elterngeldes berechnet sich daher auf der Grundlage des Nettoeinkommens.

Das Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend schreibt dazu im PDF "Elterngeld und Elternzeit":

Das Elterngeld gleicht dieses entfallende Einkommen mit einer Ersatzrate aus, die nach der Höhe des Einkommens vor der Geburt des Kindes gestaffelt ist. Das entfallende Einkommen wird bei einem Nettoeinkommen vor der Geburt von 1.240 Euro und mehr zu 65 Prozent, von 1.220 Euro zu 66 Prozent, zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro zu 67 Prozent ersetzt. Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Die Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens wird auf den Seiten 22 ff. (Wie wird das Elterngeld berechnet?) erläutert. Das Elterngeld beträgt auch für nicht erwerbstätige Elternteile mindestens 300 Euro monatlich. Bei Mehrlingsgeburten oder älteren Geschwisterkindern kann sich der nach den allgemeinen Regeln zustehende Elterngeldanspruch erhöhen.

Elternzeit: Tipps für Freiberufler

nyul/123rfTeilzeitarbeit ist während der Elternzeit sowohl für Arbeitnehmer als auch für Freiberufler möglich. Die Voraussetzung: Die Arbeitszeit darf nicht mehr als 30 Stunden pro Woche betragen, Freiberufler und Selbstständige müssen dies entsprechend nachweisen.

Klären Sie in diesem Fall unbedingt im Voraus ab, wie und in welcher Form dieser Nachweis erfolgen muss und welche Dokumentation der Arbeitszeit von der Behörde gefordert wird. Lassen Sie sich außerdem idealerweise schriftlich geben, in welchem Rhythmus Sie den Nachweise Ihrer Arbeitszeit erbringen müssen und wer Ihr Ansprechpartner während der Elternzeit ist.

Rückkehr aus der Elternzeit: Die ersten Tage im Job

Warren Goldswain/shutterstock.comAuch wenn Sie bereits während der Elternzeit alle Vorkehrungen getroffen haben, kann die Rückkeher in den alten Job mit gemischten Gefühlen verbunden sein. Auf der einen Seite freuen Sie sich (hoffentlich) darauf, die Kollegen wiederzusehen und wieder zu arbeiten, doch vielleicht sind Sie auch ein wenig verunsichert. Der Arbeitsplatz hat sich geändert, vielleicht sind neue Kollegen dazu gekommen. Und auch Sie werden sich verändert haben. Vielleicht sind Ihnen nach der Geburt Ihres Kindes ganz andere Dinge wichtig, als noch davor. Hier einige Tipps für den erfolgreichen Wiedereinstieg:

  • Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Chef. Machen Sie sich die eigenen Wünsche klar und sprechen Sie diese Ihrem Chef gegenüber an. Möchten Sie auch weiterhin in Vollzeit arbeiten oder würden Sie gerne erst einmal in Teilzeit einsteigen wollen? Klären Sie auch ab, ob Sie in Ihrer alten Position richtig aufgehoben sind oder in Zukunft eine Veränderung anstreben.
  • Zeigen Sie von Anfang an Engagement. Steigen Sie wieder voll ein und bieten Sie von selbst an, Aufgaben zu übernehmen und sich einzubringen. Mit Eigeninitiative zeigen Sie, wie motiviert Sie sind. Haben Sie das Gefühl, dass sich einiges verändert hat, seitdem Sie das letzte Mal da waren, bitten Sie um eine Einarbeitung.
  • Lassen Sie sich Zeit. Kommen Sie nach einer längeren Abwesenheit wieder, wird es einige Zeit dauern, bis Sie Ihren Arbeitsrhythmus wiedergefunden und sich erneut ins Team eingefunden haben. Setzen Sie sich nicht gleich in den ersten Tagen zu großem Druck aus. Gönnen Sie sich eine Zeit der Eingewöhnung. Es ist auch keine Schande den Kollegen gegenüber einzugestehen, dass Sie gerade am Anfang noch Unterstützung brauchen. Nehmen Sie die Hilfsangebote Ihrer Kollegen an.
  • Gehen Sie auf Ihre Kollegen zu. Die Kollegen nach der Auszeit wiederzusehen, kann ganz unterschiedlich ablaufen. Einige werden Sie treffen und Sie werden sich auf Anhieb wieder gut verstehen. Bei anderen kann eine befremdliche Distanz entstanden sein. Warten Sie nicht darauf, dass Ihre Kollegen auf Sie zu gehen. Machen Sie den ersten Schritt und erkundigen Sie sich, was sich in Ihrer Abwesenheit verändert hat und betreiben Sie Smalltalk. Nutzen Sie die Mittagspause oder auch mal ein Feierabendbier dafür, alten Kollegen wieder näher zu kommen und neue kennenzulernen.
  • Sprechen Sie nicht nur über Ihre Kinder. Natürlich spielt Ihr Kind die Hauptrolle in Ihrem Leben, doch häufig kennen junge Eltern kein anderes Thema mehr. Sie erzählen dann, was in der Krabbelgruppe passiert und was Sie mit Ihrem Kind erleben. Doch im Arbeitsumfeld sollte es nicht Ihr einziges Thema sein, besonders wenn in Ihrem Team nur wenige Ihrer Kollegen selbst Kinder haben. Immer mal wieder eine lustige Geschichte zu erzählen, kommt gut an, doch wer nur noch über seine Kinder spricht, nervt seine Kollegen irgendwann.
  • Gehen Sie Selbstbewusst mit Ihrer Entscheidung um. In Ihrem Umfeld wird es immer Menschen geben, die Ihre Entscheidung, in den Job zurückzukehren, kritisieren werden. Sie werden Ihnen vorwerfen, viel zu früh wieder eingestiegen zu sein oder Ihr Kind zu vernachlässigen. Gehen Sie selbstbewusst mit Ihrer Entscheidung um und lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden. Wichtig ist allein, dass Sie und Ihre Familie mit dieser Entscheidung glücklich sind.

Weiterführende Artikel

Noch mehr Tipps und Informationen für (werdende) berufstätige Eltern finden Sie hier:

Jobwechsel nach Elternzeit: Pro und Contra

alphaspirit/shutterstock.comSelbst wenn die Rückkehr in Ihren alten Job weitgehend problemlos verläuft, kann ein Jobwechsel nach der Elternzeit angebracht sein. Vielleicht haben sich Ihr Job und Ihre Aufgaben spürbar verändert? Möglicherweise arbeiten Sie mit einem völlig neuen Team zusammen, mit dem SIie nicht mehr wirklich klar kommen?

Was auch immer Ihre Gründe sein mögen: Bevor Sie einen Jobwechsel nach der Elternzeit in Angriff nehmen, sollten Sie Pro und Contra dieser Entscheidung abwägen.

Was spricht für einen Jobwechsel nach Elternzeit?

  1. Kürzerer Arbeitsweg. - War es ohne Kind vielleicht noch keine große Schwierigkeit, jeden Tag zur Arbeit hin und zurück zu pendeln, kann es nach der Geburt durchaus zu einem wichtigen Thema werden, ob Ihr Arbeitsplatz in der Nähe liegt. Sie wollen bei bei Problemen möglichst schnell zu Hause sein und den Abend nicht damit verbringen, stundenlang im Zug oder Auto zu sitzen. Ein Jobwechsel nach der Elternzeit kann für Sie die Gelegenheit sein, eine neue Stelle in Ihrem Wohnort anzunehmen, um Job und Familie auch durch die räumliche Nähe besser verbinden zu können.
  2. Mehr Zeit. - Viele Arbeitnehmer wollen nicht nur während, sondern auch nach der Elternzeit weiterhin auf Teilzeitbasis arbeiten. Zumindest für die erste Zeit. Haben Sie jedoch vor Antritt der Elternzeit auf Vollzeitbasis gearbeitet, steigen Sie theoretisch nach der Elternzeit auch wieder als Vollzeitkraft ein. Eine Verringerung der Arbeitszeit ist zwar unter bestimmten Voraussetzungen, wie der Anzahl der Mitarbeiter des Unternehmens und Ihrer Betriebszugehörigkeit, möglich. Sollten Sie jedoch planen, langfristig auf eine Halbtagsstelle umzustellen, kann es ein guter Schritt sein, sich bereits während der Elternzeit nach einer entsprechenden Stelle umzuschauen.
  3. Bessere Arbeitsatmopshäre. - Vielleicht war Ihr Vorgesetzter von Anfang an nicht wirklich begeistert davon, dass Sie Elternzeit beantragt haben oder Sie fühlen sich in einem Team voller Single-Kollegen ausgegrenzt und deplatziert. Es kann viele Gründe haben, weshalb Sie nach der Elternzeit lieber in einem neuen Arbeitsumfeld beginnen wollen. Dabei sollten Sie sich jedoch genau überlegen, zu welchem Unternehmen Sie wechseln. Möglicherweise erwartet Sie sonst dort ein ähnliches Arbeitsklima. Informieren Sie sich also ausgiebig über einen möglichen neuen Arbeitgeber.
  4. Berufliche Neuorientierung. - Sie spielen schon länger mit dem Gedanken, sich beruflich neu zu orientieren, haben sich bisher aber nicht getraut, den ersten Schritt in diese Richtung zu wagen? Nach der Geburt Ihres Kindes beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Dies kann ein guter Zeitpunkt sein, um auch den nächsten beruflichen Schritt anzugehen.

So verlockend und nachvollziehbar all diese Argumente auch sein mögen, kann ein Jobwechsel nach Elternzeit doch auch Risiken mit sich bringen. Nicht jedes Unternehmen sieht einen solchen Schritt gerne und nicht jeder potenzielle Arbeitgeber hat dafür Verständnis. So mancher (potenzielle) Chef könnte darin beispielsweise ein Zeichen für mangelnde Loyalität sehen.

Was spricht gegen einen Jobwechsel nach Elternzeit?

  1. Das Gefühl der Unsicherheit. - Wenn Sie ein Kind bekommen, werden Sie zwangsläufig über die Zukunft nachdenken. Stimmt Ihre finanzielle Situation? Haben Sie ein gesichertes Einkommen? Ein Jobwechsel bringt immer auch Unsicherheit mit sich. Sie lassen die Sicherheit Ihrer jetzigen Anstellung hinter sich und müssen erst noch herausfinden, ob es auch bei Ihrem neuen Arbeitgeber so gut laufen wird. In einem neuen Job besteht immer die Gefahr, nach kurzer Zeit festzustellen, dass man die falsche Entscheidung getroffen hat, diese jetzt aber nicht mehr rückgängig machen kann. Gerade nach der Geburt eines Kindes ist die Unsicherheit besonders groß.
  2. Der Zwang sich zu beweisen. - In einer neuen Stelle möchte man dem Team zeigen, dass man ein wertvoller Zuwachs für das Unternehmen ist. Dazu gehört es gerade am Anfang, sich besonders in die Arbeit reinzuhängen. Da kann es schon einmal sein, dass einige Überstunden anfallen, obwohl Sie gerade das vermeiden wollten. In Ihrer alten Stelle kennen Sie hingegen die Abläufe und wissen, wie Sie sich Ihre Zeit einteilen müssen, um alle anfallenden Aufgaben rechtzeitig zu erledigen. Außerdem können Sie auf die Hilfe Ihrer Kollegen bauen, die Ihre Situation kennen und möglicherweise dazu bereit sind, Ihnen bei der ein oder anderen Aufgabe unter die Arme zu greifen.
  3. Der Verlust alter Kontakte. - Sie haben sich in Ihrem Job ein Netzwerk aufgebaut, Kollegen kennengelernt und vielleicht auch Freunde gefunden. Gerade nach einer längeren Pause wie der Elternzeit können Sie ein solches Netzwerk gebrauchen, das Ihnen dabei hilft, sich wieder im Berufsalltag einzuleben oder Sie bei Problemen unterstützt, wenn Sie beispielsweise kurzfristig zum Kinderarzt müssen. Auch in einem neuen Job können Sie ein solches Netzwerk aufbauen, dies bedarf aber in der Regel einer gewissen Zeit und wird nicht innerhalb der ersten Woche gelingen.
  4. Die Kritik aus dem Umfeld. - Es ist sowieso schon keine leichte Aufgabe die Elternrolle und den Beruf miteinander zu vereinbaren. Besonders wichtig ist daher der Rückhalt von Familien und Freunden. Auf was Sie aber absolut verzichten können, sind Fragen wie: "Warum hast du denn eine gut bezahlte und sichere Arbeitsstelle aufgegeben?" oder "Wirst du das in zehn Jahren nicht bereuen?" Wer sich für einen Jobwechsel nach der Elternzeit entscheidet, muss darauf vorbereitet sein, unangenehme Fragen und teilweise auch unangebrachte Kritik über sich ergehen zu lassen.

Ob Pro- oder Contra-Argumente überwiegen, müssen Sie im konkreten Fall selbst entscheiden. Klar ist jedoch, dass ein Jobwechsel nach der Elternzeit gut überlegt und noch besser vorbereitet sein sollte. Erst wenn Sie die Entscheidung guten Gewissens - und ohne Zweifel - treffen können, steht Ihr Weg fest.

Elternzeit im Lebenslauf?

joingate/shutterstock.comUm das klar zu sagen: Was die Angabe im Lebenslauf angeht, haben Bewerber keine allzu große Wahl. Ein lückenhafter Lebenslauf verbietet sich von selbst und jede noch so kreative Umschreibung klingt - zumindest in Bezug auf die Elternzeit - dann doch eher seltsam. Dazu kommt: Es gibt gar keinen Grund, die Elternzeit zu verschweigen.

Die Erziehung der eigenen Kinder war und ist eine wichtige und gesellschaftlich wertvolle Aufgabe. Das ist als Argumentation in der Bewerbung zwar nicht hilfreich, bedeutet jedoch, dass Sie zu Ihrer Entscheidung stehen sollten. Im Lebenslauf geben Sie diese Phase einfach als Elternzeit an. Wichtig: Haben Sie während der Elternzeit Fort- oder Weiterbildungen absolviert, tauchen diese - entweder chronologisch oder im entsprechenden Themenblock - natürlich ebenfalls im Lebenslauf auf.

Erklärungen haben im Lebenslauf jedoch nichts zu suchen, diese bleiben dem Anschreiben vorbehalten. Bei der Elternzeit sollten Sie dabei auf folgende Punkte achten:

  • Machen Sie deutlich, dass Sie in der Zeit nicht untätig waren und sich fachlich auf dem Laufenden gehalten haben (wenn es stimmt).
  • Weisen Sie auf die wichtigsten Fortbildungen hin.
  • Führen Sie ruhig Ihre Berufserfahrung vor der Elternzeit an. Auch wenn diese etwas zurückliegt, ist sie dennoch von Bedeutung.
  • Zeigen Sie, dass sich Ihre Soft Skills während der Elternzeit nochmals verbessert haben und machen Sie deutlich, wie Sie diese im Job einsetzen können und werden.
  • Stellen Sie unbedingt dar, warum Sie wieder in den Job einsteigen wollen und dass das von vornherein Ihr Plan war.

Elternzeit sollten Sie im Lebenslauf wie einen ganz normalen Karriereschritt behandeln - denn genau das ist sie auch.

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