Empfehlungsschreiben zahlen sich für Frauen nicht aus. Vor allem nicht in der Wissenschaft. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Untersuchung der Rice Universität. Grund hierfür ist vor allem, dass Frauen in den Empfehlungsschreiben häufig anders charakterisiert würden als Männer. Nicht unbedingt schlechter. Aber während Männer nach klassischem Rollenmuster als aktiv und durchsetzungsstark beschrieben werden, würden bei den Frauen oft soziale oder emotionale Stärken in den Vordergrund gerückt. Das ist nichts Schlechtes, lässt sie aber im direkten Vergleich schwächer aussehen, stellten die Professorinnen Michelle Hebl, Randi Martin sowie der Assistenzprofessor Juan Madera in ihrer Studie fest. Dazu hatten sie zuvor 624 Empfehlungsschreiben von insgesamt 194 Bewerbern auf eine Juniorprofessur an einer US-Universität ausgewertet.

Um sicher zu gehen, dass der negative Effekt tatsächlich auf die Empfehlungen zurück geht und nicht noch andere Geschlechterklischees, testeten die Wissenschaftler die Schreiben zudem in anonymisierter Form. Die Prüfer hatten also keinerlei Hinweise mehr darauf, ob es sich bei dem Kandidaten um einen Mann oder eine Frau handelt. Wieder hatten die Frauen das Nachsehen. “Soziale und emotionale Werte stehen in akademischen Kreisen offenbar nicht hoch im Kurs”, sagte Randi Martin.