Employability: Diese deutschen Unis garantieren sie
Employability: Schwere Vokabel, die aussagt, wie groß die Vermittelbarkeit eines Menschen in Arbeit ist. Für Uni-Absolventen wirken sich unter anderem das Studienfach, Alter und berufliche Vorkenntnisse auf die eigene "Employability" aus. Und die Uni, an der man studiert hat. Ein britisches Beratungsunternehmen hat die Unis dieser Welt nun dahingehend untersucht, wie sie sich auf auf die Employability ihrer Studenten auswirken. Herausgekommen ist eine Top 200-Rangliste mit vielen bekannten Namen, aber auch vielen Überraschungen. Aus Deutschland tauchen acht Hochschulen im Ranking auf ...

Employability: Gute Karten

Employability ist für den gemeinen Mitteleuropäer ein Zungenbrecher. Die Übersetzung fällt schwer. Arbeitsmarktfähigkeit wäre eine. Beschäftigungsfähigkeit. Vermittlungsfähigkeit. Vermittelbarkeit. Oder um es schlicht mit einer Frage auszudrücken: Wie groß sind meine Chancen, einen vernünftigen Job zu bekommen?

Die QS Intelligence Unit, ein Ableger des britischen Beratungsunternehmens Quacquarelli Symonds, hat eben diese Employability in den Fokus ihres neuen Uni-Rankings gestellt. Normalerweise fließen ja in Hochschulrankings auch Kriterien wie Forschungsreputation und Zitierhäufigkeit ein - solche also, die sich nicht so wahnsinnig auf die weitere Karriere der Absolventen auswirken.

QS modellierte die Methodik nun um, rückte ausschließlich Kriterien in den Fokus, die für die Karriereaussichten der Studenten von Interesse sind. In die Wertung kamen daher:

  • Reputation bei Arbeitgebern
  • Kooperationen mit Unternehmen
  • Karrieren der Alumni
  • Unternehmenspräsenz auf dem Campus
  • Beschäftigungsquote der Absolventen

Nach Angaben von QS wurden dafür 47.000 Rückmeldungen von Unternehmen ausgewertet, 16.000 Studienabschlüsse und 139,528 Partnerschaften zwischen Unternehmen und Unis. 1.239 Universitäten kamen in die Vor-, 723 in die Endauswahl. Herausgekommen sind die Top 200, die sich auf insgesamt 36 Länder verteilen.

Und tatsächlich: Die Ergebnisse weichen von denen anderer Rankings teilweise deutlich ab. So gelangten 22 Hochschulen in die Top 50 der Graduate Employability Rankings, die bei den "konventionellen" World University Rankings von QS außerhalb der Top 50 gelandet waren. Auffallend viele technische Hochschulen sind nun vertreten, aus Deutschland haben es immerhin acht Unis in die Rangliste geschafft.

Employability: Das sind die Top Ten

  1. Stanford University: Die Top-Uni in Kalifornien steht für Unternehmergeist - und olympisches Edelmetall. Seit 1908 hat bei jeder Olympiade mindestens ein Stanford-Athlet eine Medaille gewonnen. Für den Spitzenplatz im Ranking sind aber die exzellenten Verbindungen zur Wirtschaft ausschlaggebend.
  2. Massachussetts Insitute of Technology: Auch das MIT, bekannt für seine außergewöhnliche Architektur, unterhält intensive Beziehungen zu Unternehmen - für die Studenten ein großer Startvorteil.
  3. Harvard University: Besonders viele Absolventen der ältesten Universität der USA glänzen nach ihrem Abschluss in Top-Jobs. Ein Grund für Position drei im Ranking.
  4. University of Cambridge: Cambridge eilt sein Ruf voraus. Der ist auch in der Wirtschaft so gut, dass es im Ranking zu Platz vier reicht - und damit zum Spitzenplatz innerhalb Europas.
  5. Yale: Die drittälteste US-Uni entlässt ihre Absolventen in eine goldene Zukunft. Der überdurchschnittlich große berufliche Erfolg seiner Alumni beschert Yale Platz fünf im Ranking.
  6. Oxford University: Die Engländer sind extrem international aufgestellt, 25 Prozent aller Bachelor-Studenten kommen aus dem Ausland. Und sie genießen weltweit einen guten Ruf, den besten aller untersuchten Unis. Im Gesamtranking reicht es trotzdem nur zu Platz sechs.
  7. Princeton University: Forschung und Lehre sind in Princeton auf Top-Niveau. Einen hohen Stellenwert nehmen hier auch die Geisteswissenschaften ein.
  8. University of California (Berkeley): Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften in Berkeley gehören zum Besten, was die akademische Welt zu bieten hat. Die Reputation ist tadellos, die Absolventen sind erfolgreich - Platz acht im Ranking.
  9. Tsinghua University: Die einzige asiatische Uni in den Top Ten, gemeinsam mit Peking (15.) eine von zweien in den Top 20. Naturwissenschaftler und Ingenieure werden hier für den Arbeitsmarkt fit gemacht.
  10. Ecole Polytechnique: Die Pariser sind auf Ingenieurwissenschaften spezialisiert. Die Top Ten knacken sie hauptsächlich durch die starke Präsenz der Unternehmen auf dem Campus.

Insgesamt rangieren 19 US-Unis in den Top 50, während das übrige Feld relativ bunt gemischt ist. Sechs britische Hochschulen finden sich unter den ersten 50, vier chinesische, drei kanadische, drei australische, drei japanische, zwei französische und jeweils eine aus der Schweiz, Mexiko, Chile, den Niederlanden, Brasilien, Italien und Singapur. Nicht zu vergessen die Unis aus Deutschland, nämlich diese hier:

Employability: Diese deutschen Unis bieten sie

  • TU Darmstadt

    Die Technische Universität Darmstadt bietet im Deutschland-Vergleich die besten Jobperspektiven. Von über 1.200 untersuchten Hochschulen landen die Hessen am Ende auf Rang 32 - und damit auf Platz 1 der acht deutschen Unis, die in die Wertung kamen. Der Gesamtscore der TU beträgt 64,4. Zum Vergleich: Ranking-Sieger Stanford wurde mit dem Richtwert 100 bedacht, mit 86,0 hätte es für die Top Ten gereicht. Und das, obwohl der Ruf der TU Darmstadt bei den Unternehmen nicht der allerbeste ist. In dieser Kategorie gibt es 66,8 Punkte, vier andere deutsche Unis erhielten mehr. Dafür punktet Darmstadt bei der Erwerbstätigenquote seiner Absolventen (86,6 Punkte) und bei den Koperationen mit Unternehmen: Hier erhält die TU sogar 95,9 Punkte - Rang 15 weltweit.

  • RWTH Aachen

    Die Aachener landen zehn Ränge hinter den Kollegen aus Darmstadt auf Rang 42 - mit 61,2 Punkten. Der Ruf der RWTH ist glänzend: 87 Punkte bringen in dieser Kategorie sogar Platz 34 aller untersuchten Unis. Auch die Vernetzung mit der Wirtschaft funktioniert, hier gibt es 85,9 Punkte und Platz 50.

  • TU München

    Die TU München hat QS zufolge den besten Ruf aller deutschen Unis. 89,3 Punkte gibt es in dieser Kategorie - Platz 29 weltweit. Weiterer Pluspunkt sind die Unternehmenskooperationen. 89,7 Punkte bedeuten in dieser Kategorie Rang 35. Aus Deutschland ist nur die TU Darmstadt in dieser Hinsicht besser aufgestellt. Insgesamt reicht es für die TU München zu Platz 65.

  • Ludwig-Maximilians-Universität München

    Die Eliteuni aus dem Freistaat landet in den Hochschulrankings regelmäßig vorne. Auch in diesem Fall reicht es mit 53,4 Punkten zu einem guten 68. Platz - nur haarscharf hinter den Nachbarn von der TU München. Für die Kooperationen mit der Wirtschaft gibt es starke 88,1 Punkte für die LMU. Ihre Reputation bringt ihr weitere 72,7 Punkte.

  • TU Berlin

    Die Technische Universität Berlin kommt mit 49 Punkten in die Wertung - und landet auf Platz 85. Zu verdanken hat sie das vor allem ihrer Reputation: 58,4 Punkte bedeuten in dieser Kategorie einen Top 100-Platz im weltweiten Vergleich.

  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

    Nicht ganz in die Top 100 hat es die Uni Heidelberg geschafft, die um ihre Mediziner beneidet wird. Punkten konnten die Heidelberger vor allem mit der guten Beschäftigungsquote ihrer Absolventen. Hier liegt man mit 84,1 Punkten gar auf Rang 50 weltweit, hat als Absolvent also ganz offensichtlich keinerlei Probleme bei der Stellensuche.

  • Universität Mannheim

    Die Uni Mannheim schneidet mit einem Score von 39,7 um ein paar Pünktchen schlechter ab als der Nachbar aus Heidelberg. Vor allem Wirtschaftswissenschaftler fühlen sich am Neckar wohl. Das hat sich längst bis in die Unternehmen herumgesprochen, vor allem in punkto Reputation räumt Mannheim ab: 67,3 Punkte bedeuten Platz 73 in dieser Kategorie.

  • TU Dresden

    Ganz knapp rutscht die Technische Universität Dresden noch in die Top 200 hinein. Das verdankt sie in erster Linie den Unternehmens-Kooperationen, für die sie starke 86,2 Punkte erhält. Das macht in dieser Kategorie sogar Rang 47.

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