Die Zahlen sind alles andere als berauschend: Rund 44 Prozent der Unternehmen müssen aktuell Personal abbauen, lediglich 20 Prozent rechnen mit Neueinstellungen, so eine jetzt veröffentlichte Erhebung des Personaldienstleisters Hewitt Associates. Entsprechend stark rechnen die Personaler damit (38 Prozent), dass die Personalarbeit in diesem Jahr noch erheblich von den Auswirkungen der Krise beeinträchtigt wird.

Immerhin: Die Bedeutung guter Personalarbeit wird dadurch an der Unternehmensspitze (endlich) stärker wahrgenommen und damit aufgewertet. So gaben knapp zwei Drittel der Befragten an, dass sie während der Krise von der Geschäftsleitung als strategischer Partner registriert wurden. Dennoch fordern 44 Prozent der Befragten weiterhin eine stärkere und frühere Einbindung in Strategieentscheidungen.

Obwohl die Personalabteilungen nach wie vor eher damit beschäftigt sind, den Personalbestand zu reduzieren, gibt es laut Umfrage klare Prioritäten bei der künftigen Agenda: Mit 46 Prozent nimmt die Führungskräfteentwicklung den ersten Platz ein, gefolgt vom Bestreben Mitarbeiter zu mehr Engagement zu motivieren (39 Prozent) sowie Talente stärker ans Unternehmen zu binden (32 Prozent). Drei Viertel der Befragten sehen allerdings ebenso Versäumnisse bei Work-Life-Balance-Programmen und rund 60 Prozent konstatieren Mängel bei der Zusammensetzung der Belegschaften mit Mitarbeitern verschiedener Altersgruppen, bei der Einheitlichkeit der HR-Arbeit in verschiedenen Ländern und bei der Kommunikation mit den Mitarbeitern. Auch das seien dringende Aufgaben der Personalarbeit.

Wohl wahr – nur: Letzteres sind weder neue Erkenntnisse, noch Raketenwissenschaften. Ein Schritt, um das Ansehen der Personalarbeit zu steigern, könnte auch darin liegen, solche Punkte nicht nur auf die Agenda zu setzen, sondern für die Belegschaften auch spürbar umzusetzen.