Erfolge-BewerbungJeder will Erfolg haben. Das muss nicht zwangsläufig in einer Karriere münden. Aber Erfolg? Auch im Beruf? Doch, das will jeder. Dummerweise ranken sich um diesen Begriff ein Haufen Klischees und Mythen à la „Erfolg ist einmal mehr aufstehen als hinfallen“, „Von nichts kommt nichts“, „Qualität kommt von quälen“. Alles nicht falsch. Aber auch nicht immer hilfreich. Das Thema lässt sich allerdings nicht erschöpfend in einem einzigen Blogbeitrag darstellen. Dafür ist es zu komplex. Deshalb heute nur ein Ausschnitt, nämlich: die vier größten Irrtümer über Erfolg.

Tipps-Neinsagen-KonsequentFalsch: Wer hart genug arbeitet, hat auch Erfolg

Richtig ist: Erfolg ist schwer zu erreichen, ohne etwas dafür zu tun. Und ja, Ehrgeiz, Fleiß und harte Arbeit sind meist Voraussetzung dafür. Nur der Umkehrschluss ist falsch: Erfolg ist keine zwangsläufige Folge von harter Arbeit.

Es gibt Menschen, die arbeiten 16 Stunden am Tag, sie sind morgens die ersten im Büro und machen abends als letzte das Licht aus. Sie sind begeistert von ihrem Job, knien sich richtig rein, jeden Tag – und fühlen sich doch kein bisschen erfolgreich danach. Womöglich sind sie es nicht einmal objektiv.

Tatsächlich hat Erfolg vielmehr mit persönlichen Zielen zu tun, die man sich steckt und irgendwann erreicht. Er ist damit eine Kombination aus harter Arbeit, Leidenschaft, der Bereitschaft zu Lernen, sich zu verändern sowie zu teilen. Nicht zu vergessen: einer großen Portion Spaß.

Wer Freude hat, an dem was er tut, wird die harte Arbeit, die dahinter steckt, sowieso nicht spüren.

Tipps-Neinsagen-VerständnisFalsch: Erfolg in Schule und Studium macht erfolgreich

Keine Frage, eine gute Ausbildung ist heute das A und O, um überhaupt den Beruf wählen zu können, den man die nächsten Jahre ausüben möchte. Ohne einem guten Schulabschluss oder einem absolvierten Studium sind die Jobangebote sehr eingeschränkt. In Hochlohnländern erst recht.

Das heißt aber nicht, dass Topnoten und ein im Windkanal optimierter Lebenslauf zwangsläufig zu beruflichen Höhenflügen verhelfen. Wer seinen Lebenslauf genauso sorgfältig plant wie die Radtour durchs australische Outback, der handelt vielleicht strategisch klug, vergisst aber das wichtigste: die Persönlichkeit.

Der Schwerpunkt an Schulen und Universitäten liegt heute auf Fachwissen, strategischem Denken und praktischen Erfahrungen. Sozialkompetenzen werden dabei oft nur beiläufig vermittelt. Wenn überhaupt. Gebildet und gefördert werden so zwar brillante Analytiker, deren Charakter jedoch selten mit ihrem Ego Schritt hält. Es sind Intelligenzbestien im Wortsinn.

Machen Sie sich nichts vor: Wer während der Ausbildung brilliert, kann im Beruf dennoch versagen – und umgekehrt. Entscheidender ist, dass das, was Sie tun, auch wirklich Ihren Talenten, Ihren Leidenschaften und Ihrer Persönlichkeit entspricht. Fachwissen ist zwar wichtig, Erfolgsfaktoren sind heute aber häufiger die Kompetenzen von Mensch zu Mensch: Teamgeist, Kommunikationsstärke, Kritikfähigkeit (in beide Richtungen!), Authentiziät.

Tipps-Neinsagen-DramatisierenFalsch: Qualität setzt sich durch

Seinen Job gut zu machen, ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Es reicht aber nicht. Dazu gehört ebenso pro-aktives Engagement, stetige Verbesserung, gute Umgangsformen, Konsistenz in allem, was man macht.

In jedem Unternehmen gibt es unausgesprochene Erwartungen an Mitarbeiter, die essenziell sind für den eigenen Ruf, für das Image, ja sogar dafür, ob gute Arbeit tatsächlich als gut bewertet wird. Wer diese Regeln nicht kennt und sie nicht beherzigt, kann noch so gute Arbeit abliefern – zum Leistungsträger wird er deshalb nicht.

Dafür verantwortlich sind oft unscheinbare Kleinigkeiten, wie etwa weniger anzustrengen. Nicht sich weniger anzustrengen, sondern weniger Mühe zu machen. Es gibt Mitarbeiter, die saugen einem die letzte Kraft aus dem Leib. Egal, wie gut sie im Job sind, sie nerven. Denkfaule zum Beispiel. Das sind Leute, die mit guten Ideen starten, dann aber müde werden, sie zu Ende zu denken. Sie mögen gute Absichten haben, trotzdem bleiben sie Teil des Problems, nicht Teil der Lösung. Sie sind wie Kinder, die sich einen Hund wünschen, ohne darüber nachzudenken, wer hinterher Gassi geht, den Tierarzt bezahlt und sich im Urlaub darum kümmert. Es sind aber auch jene Kollegen, die sich immer nur die Rosinen herauspicken und die unangenehme Arbeit anderen überlassen.

Jeder Job hat lästige Teile, und jeder im Laden hat schnell heraus, welche das sind. Man sammelt weder Sympathie- noch Karrierepunkte, indem man sich davor drückt. Wahre Leistungsträger erledigen diesen Part ohne zu murren.

Tipps-Neinsagen-SpiegelnFalsch: Erfolg ist Glückssache

Selten, wirklich nur sehr selten hat Erfolg allein mit Glück zu tun. Klar, kommt es zuweilen auf das Timing an: Den richtigen Menschen zur rechten Zeit am rechten Ort begegnen, hat schon manche Erfolgsgeschichte begründet. Aber wer meint, es träfe eben immer die paar Glückpilze, denen das Schicksal regelmäßig solche Episoden beschert, der irrt gewaltig.

Glück ist kein Glücksfall, viel häufiger wird es gemacht. Und so ist auch Erfolg überwiegend das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenen Handeln.

Denken Sie nur an Harry Cover. Der wollte einen synthetischen Spinnwebenersatz entwickeln, eine nicht-tödliche Waffe. Doch seine Erfindung pappte an allen Apparaten, die damit arbeiten sollten. Das Cyanoacrylat verklebte Gewehre, Rohre, Schalter. Irgendwann dämmerte ihm, dass er etwas viel Besseres entdeckt hatte: einen Superkleber. 1958 wurde er zum Patent angemeldet. Da Cyanoacrylat im Nebeneffekt massive Blutungen stoppen kann, wurde der Superkitt sogar von Notärzten eingesetzt, um offene Wunden zu verkleben. Im Vietnamkrieg rettete der Stoff vielen Soldaten das Leben.

In der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele solcher Erfolgsgeschichten, die mit Pleiten, Pech und Pannen begannen. Der Unterschied zwischen Pechvögeln und Siegern ist nur: Letztere machen was aus dem Mist.