“Wie bekommen wir mehr Fans oder Follower?” – Diese Frage gehört zu den ersten, die ich im Beratungsprozess mit Unternehmen zu hören bekomme. Der Wunsch ist verständlich: Mehr Fans bringen mehr Reichweite, mehr Traffic und perspektivisch einen höheren Umsatz. Eine Facebook-Seite mit vielen Fans und Likes ist – nach diesen Maßstäben – erfolgreich. Jeder gute Community Manager wird jetzt mit dem Kopf schütteln, denn Fans und Likes sind lediglich ein Maßstab für Interaktion. Das Ziel eines guten Community Managements muss jedoch Engagement sein.
Erstaunlicherweise ist dieser Unterschied vor allem bei unternehmen, die in den Social Media bereits aktiv sind, schwer zu vermitteln. Klar, Likes und Fan-Zahlen sind einfach messbar und lassen sich der Geschäftsführung wunderbar als Erfolg präsentieren. Doch diese Interaktion sagt – nüchtern betrachtet – genau gar nichts aus.
Ein Klick auf den “Gefällt mir”-Button ist schnell erledigt, auch ohne die Inhalte gelesen oder sich auch nur ansatzweise damit beschäftigt zu haben. In diesem Fall ist die jeweilige Seite eine von vielen, der Beitrag nur einer von hunderten, die jeder Fan täglich liest. Aufmerksamkeit und Engagement werden so nicht erreicht.
Engagement ist das Ziel
Im Beratungsprozess stelle ich oft fest, dass sich manche Unternehmen und Community Manager gegen diesen Ansatz sperren. Diese Erfahrung bestätigt auch Mirko Lange, Geschäftsführer von talkabout. Er hat sich vor kurzem auf Facebook mit Interaktion und Engagement beschäftigt, in der anschließenden Diskussion wurde für mich deutlich: Der Unterschied ist vielen entweder nicht klar oder wird bewusst ignoriert.
Ein Grund dafür: Interaktion ist leicht messbar, Engagement allerdings nicht. Engagement bedeutet für mich, dass sich ein Fan mit den Inhalten und Themen einer Seite auseinandersetzt. Dazu gehört beispielsweise das aktive Teilen und kommentieren eines Beitrags. Wenn sich Fans in privaten Blogs mit einem Unternehmen beschäftigen, auf ihren eigenen Seiten und Profilen über Beiträge diskutieren – dann ist das Engagement.
Dann ist der Klick auf “Gefällt mir” nur der Beginn der Interaktion, dann werden Inhalte gelesen und – auch kritisch – reflektiert. Genau das ist der zweite Grund, aus dem manche Unternehmen und Community Manager sich auf die Interaktion fokussieren: Es ist deutlich bequemer. Denn bei engagierten Fans sind – neben lobenden Worten – eben auch kritische Kommentare und Nachfragen an der Tagesordnung. Doch das macht eine aktive und lebendige Community aus. Und genau die ist der eigentliche Erfolge eines guten Community Managements. Nicht Fan-Zahlen oder Likes.
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Presse-Service Karin Sebelin
Guten Tag Herr Müller,
Sie schreiben:
Engagement ist das Ziel.
Ich nehme da immer wieder gerne den Artikel von Jason Falls als Anhaltspunkt:
http://www.socialmediaexplorer.com/social-media-marketing/the-problem-with-engagement/
Jason Falls sagt hier:
Engagement is not a goal. It’s a result.
Für mich das Ergebnis unser eigenen Menschlichkeit.
Wenn wir den Menschen im Auge und als Ziel haben, dann dürfte auch kein “Egoismus” mehr aufkommen, kein “Egoismus” auf ein eigenes Ziel.
Engagement als Ziel sehen zu wollen ist für mich eine Art “Egoismus”, ein “Egoismus” der Humanität “kaputt” macht.
Ich hoffe, dass bei all den Kampagnen, die gestartet werden, nicht der Mensch untergeht.
Viele Grüße
Karin Sebelin
Christian Mueller
Guten Tag Frau Sebelin,
weder Ziele noch Strategien haben für mich zwingend mit Egoismus zu tun. Bei einer guten Social Media und Kommunikationsstrategie gibt es keinen Besiegten, viel mehr ist hier der Nutzen beider Seiten im Fokus. Eine solche Strategie hat immer zum Ziel, sowohl dem Fan als auch dem Unternehmen Vorteile zu bringen und Mehrwert für alle Parteien zu schaffen.
Menschlichkeit ist dafür in meinen Augen ein Grundvoraussetzung, ohne die eine sinnvolle Strategie nicht umsetzbar ist. Diese Grundhaltung ist für ein gelingende Kommunikation essentiell. Und ohne Ziele und Strategien kann kein Unternehmen sinnvoll arbeiten.
Gruß,
Christian Müller
Presse-Service Karin Sebelin
Guten Tag Herr Müller,
ich verstehe Ihre Ansicht.
Leider wird der Begriff “Engagement” hier dennoch falsch verwendet.
Sie schreiben:
ENGAGEMENT IST DAS ZIEL
Jason Falls sagt (Zitat):
“They would take off their marketing hat and actually be humans, not pretend to act like them. .. Brands everywhere — even those that are allegedly doing social media right — are just doing social, not being social. (Thank you for that clarity, Jay Baer.) They’re focused on an end result, not the actions that go into making it so.”
Und dieses Endresult durch Strategien im Blick zu haben, ist falsch und ist das eigentliche Problem, was Jason Falls sieht.
Firmen sind durch Strategien und Kampagnen auf Resultate fixiert – Engagement ist aber kein Ziel, sondern höchstens ein Ergebnis.
Ihre Wortwahl im Text ist falsch.
Ihre Überschrift sollte heißen:
ENGAGEMENT IST DAS ERGEBNIS
Viele Grüße
Karin Sebelin
Christian Mueller
Guten Tag Frau Sebelin,
und genau hier muss ich widersprechen. Wie ich mehrfach geschrieben habe, ist Engagement zwar auch Ziel, aber eben auch Ergebnis einer gelingenden Kommunikation, die Sie als humanes Verhalten bezeichnen.
Diese Grundhaltung prägt jede Handlung, ohne sie ist schlicht keine sinnvolle Kommunikation und auch kein Engagement möglich. Das haben wir aber bereits mehrfach diskutiert.
Interessant finde ich, dass Sie bisher von einer anderen Verwendung des Begriffs und ihrer Sicht gesprochen haben. Jetzt definieren Sie Ihre Sicht plötzlich als absolut richtig und meine Ansicht absolut falsch – zumindest drückt das Ihre Formulierung aus.
Das wir das Thema unterschiedlich betrachten dürfte in zwischen klar geworden sein. Doch auf welcher normativen Grundlage nehmen Sie jetzt eine Wertung vor?
Ich maße mir das nicht an, denn unterschiedliche Haltungen sind genau das: Standpunkte. Diese als absolut falsch oder richtig zu bezeichnen halte ich für deplatziert.
Gruß,
Christian Müller
Pingback: Erfolgreiches Community-Management: Warum Fans, Likes und Klicks nicht reichen | karrierebibel.de | coolbusiness | Scoop.it
Presse-Service Karin Sebelin
Guten Tag Herr Müller,
Sie schreiben nun:
“Jetzt definieren Sie Ihre Sicht plötzlich als absolut richtig und meine Ansicht absolut falsch – zumindest drückt das Ihre Formulierung aus.”
Ich habe nicht gewertet, nur richtig gestellt, dass der Begriff hier falsch verwendet wird.
Wir sollten immer offen sein für gutes Feedback.
Viele Grüße
Karin Sebelin
Christian Mueller
Guten Tag Frau Sebelin,
das ist genau der Punkt. Die Definition, dass der Begriff hier “falsch” verwendet wird ist eine – aus meiner Sicht unzulässige – Wertung. Ich nutze den Begriff anders, aus Ihrer Sicht falsch. Daraus abzuleiten, dass er so generell falsch verwendet wird, ist dann schon anmaßend.
Für konstruktives Feedback und wertvolle Kritik bin ich immer offen, bisher hatte ich unsere Diskussion auch in diese Kategorie eingeordnet. Doch genau das ist nicht mehr der Fall, wenn einer der Diskussionsteilnehmer seinen Standpunkt als absolut richtig und den anderen als falsch definiert.
Dann geht es nur noch um’s recht haben. Ihren Standpunkt kann ich nachvollziehen, ich sehe es dennoch anders. Als richtig oder falsch definiere ich deshalb keinen von beiden.
Gruß,
Christian Müller
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