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Inzwischen haben Sie hier schon allerlei über faszinierende Psychoeffekte und überraschende Alltagsphänomene aus Psychologie und Soziologie gelesen und gelernt - heute sind die Erfolgsmethoden dran. Also klassische Vorgehensweisen zum Selbstmanagement oder planvolle Empfehlungen für mehr Kreativität...

Erfolgsmethoden, die auch Sie für sich nutzen können

  • Die ABC-Methode ist ein Zeitmanagement-Instrument und nimmt Rücksicht auf sogenannte Links- und Rechtshirner. Laut Theorie dominiert bei manchen Menschen die linke Gehirnhälfte, sie mögen Zahlen, Fakten, Pläne, Systeme. Die meisten Selbstmanagement-Methoden richten sich an sie. Rechtshirner dagegen sind chaotisch, kreativ, spontan. Mit Plänen kommen sie nicht zurecht. Deshalb gibt es für sie die ABC-Methode: Sie steht dafür, anfallenden Aufgaben nur nach Wichtigkeit zu ordnen: A für sehr wichtig (sofort erledigen), B für weniger wichtig (später erledigen oder delegieren) und C für kaum wichtig bis unwichtig (delegieren oder verwerfen).
  • Die ALPEN-Methode ist eine Art Tagesplan und steht für: Aufgaben aufschreiben, Länge einschätzen, Pufferzeit einplanen (maximal 60 Prozent der Arbeitszeit verplanen), Entscheidungen priorisieren und Nachkontrollieren (was man erreicht hat). Unerledigtes wird dann auf den nächsten Tag übertragen.
  • Die Disney-Methode ist eine Kreativtechnik und wurde vom US-Filmproduzenten Walter "Walt" Elias Disney entwickelt, um Denkblockaden aufzuweichen. Danach entsteht Kreativität durch das Zusammenwirken dreier Typen, durch: a) den Träumer, b) den Realisten, c) den Kritiker. Der Träumer entwickelt zunächst eine visionäre Idee, der Realist konzentriert sich danach auf das Machbare – jedoch mit viel gutem Willen: Falls die Idee umgesetzt würde, was wäre dazu nötig? Was würde es kosten? Dann schlägt der Kritiker zu, stellt konstruktive (!) Fragen, prüft, analysiert und verbessert das vorläufige Ergebnis. Sobald der Kritiker keine Fragen mehr hat, der Realist von dem Gelingen des Projekts überzeugt und der Träumer begeistert ist, liegt ein optimales Ergebnis vor.
  • Die Eisenhower-Methode (oder auch Eisenhower-Prinzip) geht auf den General und US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower zurück und ist eine Mischung aus klassischem Zeitmanagement und Postkorbübung. Dazu werden anfallende Aufgaben jeweils in zwei Kategorien unterteilt: wichtig oder unwichtig; eilig oder nicht eilig. Dann legt man ein Koordinatensystem für diese Kategorien an – oben eilig, unten nicht eilig; links wichtig, rechts unwichtig. Dort werden alle Aufgaben schließlich eingetragen. Den Quadrant rechts unten können Sie gleich wieder vergessen. Das sind die unwichtigen uneiligen Aufgaben. Die Aufgaben im Quadranten darüber (unwichtig, aber eilig) delegieren Sie. Die Aufgaben, die nicht eilig, aber wichtig sind (unten links), tragen Sie sich in Ihrem Kalender ein. Sie werden täglich abgearbeitet. Die Aufgaben oben links erledigen Sie sofort! Sie sind wichtig und eilig.
  • Die Ferber-Methode ist eine Art Einschlafhilfe für Kinder über einem halben Jahr. Entwickelt hat sie der US-Kinderarzt Richard Ferber, als er feststellte, dass selbst Eltern ihren Kindern manchmal ungewollt schlechte Schlafgewohnheiten beibringen. Seine Lösung: Das Kind wird stets wach und jeden Abend zur gleichen Zeit zu Bett gebracht, jedoch mit einem regelmäßigen Einschlafritual.
  • Die Getting-Things-Done-Methode (kurz GTD) ist ebenfalls Selbstmanagement-Werkzeugt. Erfunden hat es David Allen. Dabei geht es im Kern um zwei Grundsätze: Zunächst alle Aufgaben – etwa per To-Do-Liste – sammeln, die erledigt werden müssen; anschließend diese in Teilschritte zerlegen und abarbeiten. GTD trennt allerdings Termine von Aufgaben. Erstere werden in einem Kalender eingetragen, Aufgaben gehören auf Listen. Beide zusammen fungieren als Werkzeuge zur Bewältigung des Alltags.
  • Die Harvard-Methode wurde in den frühen Achtziger Jahren an der gleichnamigen Universität entwickelt und ist eine Verhandlungstechnik. Sie besteht aus vier Grundsätzen: 1. Menschen und Probleme werden getrennt voneinander behandelt. 2. Verhandele Interessen – nicht Positionen. 3. Entwickle Optionen, die für beide Seiten von Vorteil sind. 4. Das Ergebnis muss auf objektiven Kriterien beruhen. Der letzte Punkt bedeutet, dass beide Seiten die Basis für die spätere Entscheidung als fair und neutral akzeptieren. Sie kennen dazu vielleicht das Lehrbuchbeispiel: Zwei Kinder sollen einen Kuchen teilen. Gerecht und neutral wäre: ein Kind teilt den Kuchen, das andere darf sein Stück zuerst auswählen. So kann sich hernach keiner über eine ungerechte Teilung beklagen.
  • Die Osborn-Methode geht auf Alex Osborn, den Vater des Brainstormings zurück. Dabei wird versucht, mithilfe einer Art Fragenkaskade kreative Assoziationen im geschäftlichen oder privaten Umfeld zu wecken.
  • Das Pareto-Prinzip wurde nach Vilfredo Frederico Pareto benannt und geht auf die Erkenntnis zurück, dass häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich dann indirekt auch eine Art Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.
  • Die PIDEWaWa-Methode steht für: Positiv, Ist-Zustand, Detailliert, Erreichbar, Wann, Warum, wurde von der Zeitmanagement-Expertin Cordula Nussbaum erfunden. Sie bedeutet nichts anderes als seine Ziele positiv, im Präsens und konkret zu formulieren, damit man motiviert bleibt, sofort beginnen kann und auch genau weiß wie. Die Ziele müssen erreichbar, sprich realistisch sein. Man sollte sich dafür einen Zeitrahmen setzen (bis wann?) und auch begründen können, was einem daran so wichtig ist (warum?).
  • Die SMART-Methode soll bei der Formulierung von Zielen helfen und steht für: Ziele so spezifisich wie möglich zu beschreiben, sich dabei an messbaren Fakten zu orientieren, aktionsorientiert zu planen – sprich: so, dass man auch Lust hat, das umzusetzen und schließlich ebenso realistisch wie terminlich zu planen, also etwa: Bis Ende des Jahres will ich 10 Prozent mehr verdienen.

    SMART-Methode-Ziele-erreichen-Zielstrebigkeit
  • Die TRIZ-Methode eignet sich, um originelle Lösungen zu finden. TRIZ ist das russische Akronym für "Teoria reshenija izobretatjelskich zadacz", was übersetzt soviel bedeutet, wie Theorie des erfinderischen Problemlösens. Die Methodik wurde 1946 bei der Auswertung mehrerer Patentschriften entwickelt. Eine praktische Anwendung davon ist etwa das "Zerlegungsprinzip": So bat der Direktor einer Bibliothek kurz vor deren Umzug alle Leser der Stadt, Bücher auszuleihen und sie später direkt ins neue Gebäude zurückzubringen. Die Kosten für den Büchertransport wurden so minimiert. Eine andere Anwendung ist das "Gegenwicht-Prinzip". Sie kennen es von Spoilern auf LKW oder PKW: Als Flügel mit negativem Anstellwinkel erhöhen sie durch aerodynamische Kraft die Haftung des Fahrzeugs auf der Fahrbahn.
  • Die 2-Taschen-Methode hilft, nach einem Geschäftstreffen eingesteckte Visitenkarten besser zu sortieren: Karten von Leuten, zu denen Sie weiterhin Kontakt halten möchten, verwahren Sie in der rechten Tasche, die Nervensägen in der linken (oder umgekehrt – das ist Geschmackssache). Den Unterschied merkt kein Mensch, aber die Entsorgung fällt hinterher wesentlich leichter.
  • Die 10-20-30-Regel ist eine Methode zur Vermeidung des Beamerkomas bei Powerpointpräsentationen. Sie stammt von Guy Kawasaki und lautet: Eine Präsentation sollte nicht mehr als 10 Folien umfassen, unter 20 Minuten dauern und eine Schriftgröße von mindestens 30 Punkt aufweisen.
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