William Rosenberg war noch ein kleiner Junge, gerade einmal neun Jahre alt. Doch in diesem Sommer hatte er einen Plan: Er wollte etwas Geld dazu verdienen. Sein Vater besaß einen Gemüseladen in Boston, und der kleine Bill war verantwortlich für die Wassermelonen. Falls er sie jedoch nicht rechtzeitig verkaufen würde, würden die Melonen verderben – und Bill auch nichts verdienen.

Also stellte Bill einen Melonenstand direkt vor dem Laden auf – und wartete. Und wartete. Keiner kaufte. Und das, obwohl es ein sehr heißer Sommer war und sein Vater viel auf seinen Sohn hielt. William wollte ihn nicht enttäuschen.

Also musste er kreativ werden. Er dachte eine Weile über seine Lage nach, sah sich um – und bekam eine Idee: In der unmittelbaren Nähe war eine Tankstelle. Dort stellte er jetzt seinen Stand auf und rief mit kräftiger Stimme: “Nehmen Sie eine Wassermelone mit nach Hause – und überraschen Sie Ihre Familie damit!”

Die Entscheidung war goldrichtig: Die Fahrer der Autos wurden auf den Stand aufmerksam, mehr Menschen sahen den Stand und waren beeindruckt von der Chuzpe und dem Enthusiasmus des kleinen Jungen. Und sie kauften… Noch am Nachmittag waren alle Wassermelonen verkauft. Es war der erste große Erfolg des kleinen William Rosenberg.

Nun werden Sie sich fragen: Wer bitteschön ist William Rosenberg?

Zugegeben, hierzulande kennt ihn kaum jemand, aber in den USA ist er ein Held. 1950 gründete er die Kette Dunkin’ Donuts. Heute gehören weltweit über 9700 Restaurants in 31 Ländern dazu. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von fünf Milliarden Dollar.

Und seine Geschichte zeigt zweierlei: Unternehmerisches Talent offenbart sich meist schon recht früh. Und Kreativität und ein gutes Marketingkonzept sind die Hauptschlüssel zum Erfolg. Wenn etwas nicht klappt, sollte man nicht unbedingt weitermachen wie bisher – man braucht eine neue, frische Idee. Auch wenn man mehr verkaufen möchte als einen Stand voller Wassermelonen.