Dem ersten Eindruck haftet mitunter die unerträgliche Bedeutungsschwere eines Finals an. Schon aus sprachlogischen Gründen gilt, dass es für ihn keine zweite Chance gibt. Was die Sache schlimmer macht, ist, dass er nur rund 150 Millisekunden benötigt, um sich zu manifestieren. Danach steht in Grundzügen fest, wie wir eine Person einschätzen, wer uns als leistungsfähig, zuverlässig, nett erscheint und wer nicht. Das prägt dann – und zwar Beziehungen genauso wie Karrieren.
Nun haben sich Wissenschaftler erneut mit dem Thema beschäftigt. Diesmal mit den Erstimpressionen, die Online-Profile – etwa in Sozialen Netzen wie Xing oder Facebook – auslösen. Die Forschungsergebnisse waren überraschend: Offenbar gibt es signifikante Parallelen zwischen realer und virtueller Welt; wer online als sympathisch eingestuft wird, macht auch vis-à-vis einen sympathischen ersten Eindruck. Und umgekehrt. Bei seinen Studien stellte der Psychologe Max Weisbuch von der Tufts Universität zudem fest, dass Profile in Sozialen Netzen eine Menge Informationen enthalten, die wir unbewusst sofort wahrnehmen und die Person entsprechend einordnen. So wurden etwa expressive Facebook-Nutzer, die viele Fotos von sich darboten, deutlich öfter als sympathisch eingestuft. Und auch im realen Leben fielen sie als ebenso expressive wie durchaus sympathische Zeitgenossen auf. Oder mit anderen Worten: Du bist dein Netzwerk-Profil.
1. Kommentar
Stefan
19.05.09 um 10:44 Uhr
Ich finde die Ergebnisse gar nicht so überraschend.
2. Kommentar
Jochen Mai
19.05.09 um 10:47 Uhr
Warum nicht?
3. Kommentar
Chris
19.05.09 um 12:44 Uhr
ich weiss nicht, aber ich finde User die Ihre Profile massen von Fotos beifügen (Facebook, studiVZ) und den “Buschfunk” bei studiVZ für banale Sätze nutzen wie …
“Max Mustermann: endlich feierabend….nu geh ich glei so demnächst ins bettchen….um fünf morgenfrüh is abfahrt ma eben kurz an de ostsee :)”
haben für mich ein ziehmlich großes Mitteilungsbedürfnis und würde bei mir negativ ankommen.
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