Erstsemester: Hilfe für Ersties
Das Studium, unendliche Weiten mit zahllosen Chancen, neuen Möglichkeiten und unbekannten Herausforderungen - so oder so ähnlich wirkt es auf viele angehende Studenten vor dem ersten Tag. Das neue Wintersemester ist nicht mehr allzu weit entfernt und durch den Studienstart beginnt für viele Ersties ein neuer Lebensabschnitt. Dieser markiert nicht nur den Übergang zwischen Schule und Berufsleben, sondern stellt auch eine enorme Wachstums- und Reifephase dar. Bei all den neuen Anforderungen, Regeln und Erwartungen ist es dabei völlig verständlich, dass neue Studenten im Erstsemester um Orientierung ringen. Anfangs scheint alles an der Universität riesengroß und fremd zu sein. Und als ob das nicht schon genug wäre, tauchen für jedes gelöste Problem zwei neue auf. Damit Sie sich als Erstsemester zurechtfinden, zeigen wir Ihnen, worauf Sie beim Studienbeginn besonders achten sollten...

Erstsemester: Schritt für Schritt ins Studienleben

Der wichtigste Grundsatz gleich zu Beginn: Lassen Sie sich Zeit und gehen Sie Ihren Studienstart so gelassen wie möglich an. Natürlich sind Sie als frisch gebackener Student aufgeregt, nervös und gespannt und das ist völlig in Ordnung. Dennoch sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, viel zu hohe Anforderungen an sich selbst zu stellen. Der Hochschulebetrieb mit all seinen Mechanismen und Eigenheiten ist für Sie völlig neu, daher sollten Sie nicht von sich erwarten, alles im ersten Versuch zu schaffen. Gerade wenn Sie sehr leistungsorientiert sind, sollten Sie zu Beginn innerlich einen Schritt zurücktreten und tief durchatmen.

Ja, die Prüfungen des ersten Semesters sind in vielen Studiengängen auch für Ihre abschließende Bewertung relevant. Doch erstens zählen die Ergebnisse in der Regel nur anteilig - und machen dabei einen eher kleinen Teil des Gesamtergebnisses aus - und zweitens stehen die ersten Prüfungen in der Regel erst am Ende des ersten Semesters. Sie haben also noch mehr als genug Zeit, um sich im Studienbetrieb zurechtzufinden, Ihre Kommilitonen und den Campus kennen zu lernen und das Studentenleben für sich zu entdecken - Ihre Motivation in allen Ehren: sich vom ersten Tag an im Lernen zu vergraben ist oftmals die falsche Strategie.

Denken Sie außerdem daran: Sie sind mit Ihren Problemen nicht allein. Zum einen geht es den anderen Ersties genauso wie Ihnen. Vielleicht hat ja einer Ihrer Leidensgenossen gerade das Problem gelöst, das sich vor Ihnen aufbaut – und Sie können ihm eine andere Frage beantworten. Zum anderen kennen die Hochschulen die Probleme der Ersties sehr genau und bieten nicht nur spezielle Einführungsprogramme, sondern beantworten auch jederzeit bereitwillig Ihre Fragen – egal, wie blöd sie Ihnen vorkommen.

Erstsemester: So finden Sie schnell Anschluss

bikeriderlondon/shutterstock.comWer an einer großen Universität studiert, ist erst einmal überfordert von der Anonymität und gleichzeitig von den vielen neuen Gesichtern. Das schöne am ersten Semester ist aber, dass auch Ihre Kommilitonen auf der Suche nach neuen Kontakten sind. Das macht es leichter andere kennenzulernen. Wenn Sie offen und aufgeschlossen sind, werden sich Kontaktmöglichkeiten von ganz alleine ergeben. Damit Sie schnell Anschluss finden, haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Sprechen Sie Ihren Sitznachbarn an. In Vorlesungen und Seminaren ergibt sich die Gelegenheit neue Leute kennenzulernen fast schon automatisch. Nutzen Sie die Minuten kurz vor Veranstaltungsbeginn und beginnen Sie ein kleines Gespräch mit Ihrem Sitznachbarn. Sprechen Sie beispielsweise über die Veranstaltung selbst oder tauschen Sie sich über Ihre Erfahrungen der ersten Tage aus. Vielleicht entdecken Sie Gemeinsamkeiten und gehen im Anschluss noch einen Kaffee trinken.
  • Machen Sie Hochschulsport. Siege, Niederlagen und sportliche Wettkämpfe schweißen zusammen. Sport verbindet und sorgt für ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Die Auswahl ist so groß, dass Sie sich für eine bereits bekannte Sportart, die Sie gerne machen, entscheiden oder etwas völlig Neues ausprobieren können. Achten Sie jedoch darauf, die Anmeldefrist nicht zu verpassen.
  • Engagieren Sie sich. Jeder Studiengang hat eine Fachschaft. Das sind Studenten, die sich für die Belange der Studierenden einsetzen. Sie vermitteln zwischen Studierenden und Professoren, organisieren die Orientierungsveranstaltungen und informieren über Aktuelles. Jeder Student kann sich dort einbringen und mitgestalten. Neben der Fachschaft gibt es auch zahlreiche hochschulpolitische Gruppen zu verschiedenen Themen, wie beispielsweise Umweltschutz oder Menschenrechte. Hier besteht die Möglichkeit auch Studierende aus höheren Fachsemestern zu treffen.
  • Gehen Sie auf Partys. Gerade zu Beginn des Semesters, wenn noch keine Klausuren anstehen und das Lernen noch warten kann, finden zahlreiche Studentenpartys statt. Viele Fachbereiche legen Ihre Partys auf den Anfang des Semesters und auch WG- und Wohnheimpartys sowie Erstsemesterpartys finden statt. Das sind mehr Angebote als Sie wahrnehmen können, doch die Erstsemester- und die Fachbereichsparty sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Hier haben Sie die Chance Kommilitonen, die Ihnen bereits in Veranstaltungen begegnet sind, wiederzusehen und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.
  • Nutzen Sie soziale Netzwerke. Auch über Facebook und Co. können Sie Kommilitonen kennenlernen. Häufig werden Erstsemester und Studienanfänger Gruppen gegründet. Halten Sie danach Ausschau und beteiligen Sie sich aktiv. Es ist eine wunderbare Plattform, um sich über die ersten Erfahrungen auszutauschen und Treffen zu organisieren.

Erstsemester: So klappt der Einstieg für Ersties

CebotariN/shutterstock.comDie ersten Tage an der Universität sind für die meisten Ersties anders, als sie es sich erhofft hätten. Wo muss ich hin? Wie erstelle ich meinen Stundenplan? Wie kann ich meinen Studentenausweis mit Geld aufladen? - Fragen über Fragen, die einem durch den Kopf gehen. Die Sicherheit der Schulzeit weicht dem Gefühl der Orientierungslosigkeit. Machen Sie sich deshalb aber keine Sorgen. Diese Unsicherheit ist am Anfang normal und den anderen geht es genauso wie Ihnen. Damit Ihnen trotz Nervosität der optimale Einstieg als Erstie gelingt, können Ihnen die folgenden Tipps dabei helfen, erfolgreich ins erste Semester zu starten.

Orientierung an der Universität

Einer der wichtigsten Tipps zuerst: Nehmen Sie an den Orientierungsveranstaltungen teil! Fast jeder Fachbereich bietet spezielle Angebote für Erstsemester an. Sie dienen dazu, erste Hilfestellungen zu geben und den Neuankömmlingen den Einstieg zu erleichtern. Hier erfahren Sie, worauf es im Studium wirklich ankommt. Als weiteren Pluspunkt lernen Sie dort Dozenten, Fachschaftsvertreter und ganz besonders andere Ersties kennen.

Zusätzlich sind Hochschulrundgänge und Bibliotheksführungen sehr empfehlenswert. Hier erfahren Sie...

  • wo die zentralen Einrichtungen der Hochschule wie Mensa, Bibliothek und Studienberatungen liegen
  • welche sportlichen und kulturellen Angebote Ihre Hochschule bietet
  • wo Sie die Bücher und anderen Medien Ihres Studienfachs finden und wie Sie diese ausleihen können
  • in welchen studentischen Initiativen Sie sich engagieren können.

Für die Orientierung im sozialen Leben bieten die Fachschaften Kneipenrundgänge und/oder Ersti-Partys an. Oft sind das die besten Gelegenheiten, Freundschaften zu schließen und das Nachtleben Ihrer neuen Heimat zu erkunden.

Zudem erhalten Sie von den Fachschaften nützliche Tipps zur Studienorganisation: Etwa,

  • welches Seminar Sie am besten bei welchem Prof besuchen,
  • wie viele Veranstaltungen Sie realistisch pro Semester schaffen können,
  • was Sie bei der Prüfungsvorbereitung beachten müssen und
  • mit welcher Frage Sie sich wohin wenden müssen.

Deswegen sind die studentischen Selbstverwaltungen neben der Studienberatung Ihr wichtigster Ansprechpartner.

Organisation des Studiums

Neben den ersten wichtigen Kontakten und der Orientierung auf Ihrem Universitätsgelände, müssen Sie am Anfang Ihres Studiums natürlich auch herausfinden, wie die gesamte Organisation des Studiengangs funktioniert. Durch Bachelor-Studiengänge brauchen Sie sich nur noch wenig Gedanken darum zu machen, welche Pflichtveranstaltung Sie in welchem Semester besuchen müssen, da dies oft sehr detailliert vorgegeben wird. Dennoch müssen Sie einige Fragen klären, beispielsweise...

  • welche Vorlesungen und Seminare Sie tatsächlich belegen müssen,
  • wann und wo diese stattfinden und wie lange sie dauern,
  • welche Prüfungsleistungen Sie ablegen müssen,
  • bis wann Sie sich für Lehrveranstaltungen und Prüfungen anmelden müssen.

All diese Informationen und noch viele weitere finden Sie in der Studien- und Prüfungsordnung sowie im Vorlesungssverzeichnis, die Sie online auf der Homepage Ihres Instituts oder Fachbereichs finden sollten.

Haben Sie konkrete Fragen zu einer Vorlesung oder einem Thema, können Sie sich auch direkt an den Lehrstuhl wenden. Im Lehrstuhlsekretariat erfahren Sie,

  • was der jeweilige Professor voraussetzt, damit Sie die Prüfung bei ihm ablegen können,
  • welche Lektüre er für die Teilnahme an seiner Lehrveranstaltung erwartet,
  • welche Referatsthemen vergeben werden und
  • wann seine Sprechzeiten sind.

Sie können unseren Studien-Guide mit zusätzlichen Tipps zur Organisation und Lernstrategien selbstverständlich auch als PDF herunterladen.

Erstsemester Tipps: Daran sollten Sie denken

wavebreakmedia/shutterstock.comDas Erstsemester stellt die Weichen für ein erfolgreiches und auch glückliches Studium. Wer sich gut einlebt, positive Eindrücke sammelt, Freunde und Kontakte findet und die ersten Gehversuche als Akademiker meistert, ist auch in den folgenden Semestern zufriedener. Bei all den Baustellen und Dingen, um die man sich kümmern muss oder möchte, kann man allerdings auch leicht einmal den Überblick verlieren. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir zehn Erstsemester Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen helfen können, den Einstig als Erstie erfolgreich zu gestalten.

  1. O-Woche besuchen

    Heitere Trinkspiele, Gegröle und Gekicher - die Orientierungswoche ist zum Kennenlernen da und an vielen Unis Stoff für Legenden. Mit den neuen Kommilitonen zieht man durch die Innenstadt, schaut sich auf dem Campus um und lernt die besten Bars der Stadt kennen. In diese Kategorie fallen auch die berüchtigten Erstifahrten; das sind Wochenendausflüge, die von der jeweiligen Fachschaft organisiert werden. Daneben gibt es für nahezu jedes Fach auch (seriöse) Einführungsveranstaltungen, die fachliches Basiswissen vermitteln, und eine öffentliche Begrüßung durch den Rektor. Rat für Erstsemester: Die erste Woche auf keinen Fall schwänzen.

  2. Stundenplan erstellen

    Trotz Bologna: Uni ist keine Schule. Den Stundenplan händigt hier nicht der Herr Klassenlehrer aus, jeder muss sich vielmehr seinen eigenen stricken - VOR dem Vorlesungsbeginn. Grundlage ist das offizielle Vorlesungsverzeichnis. Einfach im Internet einsehen und die richtigen Vorlesungen und Übungen rauspicken. Anfänger-Tipp: Stundenplan möglichst so legen, dass es wenig Pausen zwischen den Veranstaltungen gibt. Auch sinnvoll: Einen freien Tag komplett ohne Vorlesungen einbauen, üblicherweise den Freitag.

  3. Anmeldungen vornehmen

    Eine Anmeldung ist bei vielen Veranstaltungen Pflicht. Möglichst früh damit anfangen, in manchen Kursen gibt es ein Teilnehmerlimit. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, gilt: Wer zuerst kommt, studiert zuerst. Alle Anmeldungen erfolgen in der Regel online. Und nur wer regulär angemeldet ist, kann die jeweiligen Unterlagen im Netz einsehen.

  4. Karten besorgen

    Manche Unis haben ihr Kartenmanagement wohltuend verschlankt, in anderen gibt es für jeden Service eine eigene Karte. Dazu zählen Studentenausweis, Bibliotheks-, Kopier-, Mensa- und manchmal sogar Sport-Karte. Beispiel Mensa-Karte: Wer im studentischen Esstempel bar bezahlt, zahlt drauf; mit der Mensa-Karte ist es billiger. Daher schon mal Platz im Portemonnaie neben der Sparkassen- und der Payback-Karte schaffen. Außerdem beachten: Mensa- und Kopierkarte müsen regelmäßig aufgeladen werden. Also immer an das Kleingeld denken.

  5. E-Mail-Adresse checken

    Unmittelbar nach der Immatrikulation richtet die Uni der Regel für jeden Neuling auch eine eigene E-Mail-Adresse ein. Im Posteingang landen wichtige Nachrichten der Uni - über Anmeldungen und abgelaufene Bücher zum Beispiel. Das Postfach also bookmarken und zwischendurch immer wieder mal reinschauen.

  6. Fahrrad kaufen

    Ein günstiges Secondhand-Rad leistet von Münster bis Freiburg gute Dienste. Am besten vor Ort kaufen, in Studentenstädten floriert der Fahrradhandel. Außerdem: Gutes Schloss mitkaufen. Fahrraddiebstahl ist mittlerweile ein deutschlandweites Problem, die professionellen Diebesbanden sind flächendeckend aktiv. Oder Bikesharing-Angebote ausprobieren. Wer allerdings regelmäßig radelt, zahlt dabei zu viel. Alternative: Bus fahren.

  7. Uhr stellen

    Zeitmanagement ist an der Uni ein Zauberwort. Der erste wichtige Reminder für Erstsemester: Auf Uni-Zeit umstellen. Ganz konkret ist damit die akademische Viertelstunde gemeint. Eine 9-Uhr-Vorlesung im Vorlesungsverzeichnis bedeutet in der Realität: Sie beginnt um 9.15 Uhr. Das ist für den gesamten Tagesablauf (aufstehen, frühstücken, losfahren) wichtig. Es soll aber auch Professoren geben, die preußisch pünktlich anfangen.

  8. Apps runterladen

    Mit der richtigen App-Auswahl auf dem Smartphone ist der Uni-Alltag gleich viel entspannter. Brauchbare Hosentaschen-Begleiter gibt es unter anderem für die WG-Orga, Notenverwaltung, Mensa-Speisepläne, Finanzverwaltung und zum effektiveren Lernen. Informieren Sie sich auch, welche Apps Ihre Freunde nutzen oder ob es sogar ein spezielles Programm Ihrer Universität gibt.

  9. Campus abgehen

    Wer die O-Woche absolviert hat, ist mit der Geographie schon vertraut. Andernfalls macht es Sinn, sich schon vor dem Vorlesungsbeginn auf dem Gelände umzusehen; vor allem, wenn man ohnehin im Studentenwohnheim nebenan wohnt. Wo ist der Asta, wo das Sekretariat, wo die Fachschaft? Wo liegen meine Hörsaäle und wo ist eigentlich die Sporthalle? Andernfalls irrt man mit etwas Pech - trotz Google Maps - hoffnungslos auf dem Campus umher und verpasst früh den Anschluss.

  10. Kneipen testen

    Studieren soll Spaß machen. Daher kein schlechter Tipp: Das Semester mit einer Kneipentour einläuten, verschiedene Kneipen und Bars ausgucken, antesten und die beste zur künftigen Stammkneipe auserwählen. Für Kontaktsucher gilt: Die besten Uni-Freunde findet man in der Regel im ersten Semester. Wer ganz alleine und neu in der Stadt ist, sollte also dringend die Einführungsveranstaltungen (siehe Punkte 1) besuchen.

Fehler, die Sie als Erstsemester vermeiden sollten

Als Erstsemester gibt es viele Dinge zu tun - aber es gilt auch einige Fehler zu vermeiden, die das Leben an der Uni erschweren können:

  • Fehlende Eigeninitiative. Im Studium müssen Sie die Dinge selbst in die Hand nehmen. Warten Sie nicht darauf, dass sich jemand für Sie um etwas kümmert. Egal ob Stundenplan, Anmeldungen oder Vorbereitungen für Klausuren - ohne Eigeninitiative werden Sie schnell Schwierigkeiten bekommen.
  • Vorlesungen nicht nutzen. Nicht jede Vorlesung ist interessant. Manche sind sogar schlichtweg langweilig. Doch sollten Sie sich überlegen, wie Sie die Vorlesungen für sich nutzen. Setzen Sie sich zwei Stunden in den Hörsaal, um doch nicht mal eine Minute zuzuhören - oder lernen Sie in dieser Zeit den Stoff lieber selbstständig in der Bibliothek und erzielen bessere Ergebnisse?
  • Schlechte Vorbereitung. Gerade für Erstsemester ist Vorbereitung unerlässlich. Je genauer Sie wissen, welche Module und Fächer im Studium auf Sie zukommen, desto besser und langfristiger können Sie planen.

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[Bildnachweis: Dasha Petrenko, bikeriderlondon, CebotariN, wavebreakmedia by Shutterstock.com]