Keine Frage: Facebook ist inzwischen das Soziale Netzwerk. An ihm kommt kaum noch jemand vorbei. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie der österreichischen Marketing-Agentur Ambuzzador (pdf). Befragt wurden dazu zwar rund 500 Österreicher – die Ergebnisse dürften aber auf den deutschen Markt weitgehend übertragbar sein. Zudem sind sie hochspannend. Deshalb hier die wichtigsten Auszüge:
Danach befragt, welches Soziale Netzwerk sie kennen und nutzen, zeigt sich die inzwischen deutliche Überlegenheit von Facebook:
Wie werden Facebook & Co. genutzt?
- Ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, sich über Facebook für einen Job zu bewerben. Besonders groß ist das Interesse bei den über 35-Jährigen.
- Jeder Sechste kann sich vorstellen, auf Facebook einzukaufen. Die 18- bis 24- und 45- bis 54-Jährigen zeigen die höchste Affinität gegenüber Online-Shopping auf Facebook. Männer sogar noch etwas mehr als Frauen.
- Die 14- bis 17-Jährigen wollen laufend News, eine lebendige Community, gute und exklusive Inhalte. Sie nutzen die direkte Ansprache der Unternehmen und surfen Fanpages gezielt an.
- Die 18- bis 24-Jährigen wollen sich persönlich angesprochen fühlen und exklusive Inhalte geboten bekommen.
- Die 25- bis 34-Jährigen sind vor allem an exklusiven Vergünstigungen interessiert und lesen regelmäßig Aktualisierungen. Sie lehnen Werbung ab und meiden Seiten, die keinen Mehrwert bieten.
- Die über 35-Jährigen verfolgen, was auf ihrer Pinwand passiert und sehen sich die die Neuigkeiten auf der Startseite an. Sie kommentieren auch gerne die Einträge anderer und sie teilen Dinge, die ihnen gefallen. Sie wollen gutes Design, eine aktive Community und ein reagierendes Unternehmen. Sie sind sehr kritisch und mögen es gar nicht, wenn ihnen kein Mehrwert geboten wird, das Unternehmen nur wirbt und sich ignorant zeigt.
- Vor allem die 25- bis 44-Jährigen sprechen gut auf Gewinnspiele an.
- Gerade Facebooker sind täglich bis zu einer Stunde auf dem Netzwerk aktiv, wobei die 14- bis 34-Jährigen mehrmals täglich einsteigen.
- 90 Prozent der Facbook-Mitglieder nutzen ihren Account ausschließlich privat. Die Hauptnutzungsmotive für Facebook sind: Kontakte pflegen/Networking (76 Prozent), Eigenwerbung (55 Prozent), Zeitvertreib (50 Prozent), neue Leute kennenlernen (49 Prozent).
- Besonders die 14- bis 24-Jährigen nutzen Facebook, um Persönliches von sich preiszugeben. Ab 35 Jahren wird Facebook vor allem zum Kennenlernen neuer Leute und zur „Suche nach lustigen Dingen zum Weiterschicken“ verwendet.
- 89 Prozent der Facebook-Mitglieder nutzen ihren Account aktiv und regelmäßig – indem sie eigene Beiträge einstellen oder andere kommentieren.
- Twitter ist zwar 87 Prozent der Befragten bekannt, 71 Prozent von ihnen haben allerdings keinen eigenen Account.
Was sind die die Hauptmotive für Facebook?
Jeder Dritte Befragte nutzt Social Media mehrmals täglich. Ein Drittel hält sich dort mehr als eine Stunde auf. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen:
- 34 Prozent der Männer nutzen Facebook & Co. täglich, 32 Prozent sogar mehrmals täglich.
- 33 Prozent der Frauen nutzen Facebook & Co. täglich, aber 36 Prozent sogar mehrmals täglich.
- Jeder Zehnte benutzt auf Facebook einen Nicknamen.
- Ab 35 Jahren verwendet jeder Fünfte einen Nicknamen.
- 63 Prozent gehen mit ihren persönlichen Daten vorsichtig um und machen nur die nötigsten Angaben in den Pflichtfeldern.
- Unternehmer und Studenten sind am freigiebigsten mit ihren persönlichen Daten.
- Jeder fünfte 14- bis 17-Jährige ist extrem freigiebig in Bezug auf persönliche Daten.
- Die 18- bis 24-Jährigen haben vor allem Sorge vor Spionage durch Arbeitgeber.
- Ab 45 Jahre werden die Befragten vorsichtiger mit der Bekanntgabe ihrer Daten.
- 80 Prozent der Facebook-Nutzer surfen regelmäßig auf Fanpages ihrer Lieblingsmarken und –unternehmen, um zu sehen was es Neues gibt.
- 44 Prozent teilen Dinge, die Ihnen gefallen, mit ihren Freunden.
- Die Hauptmotive, eine Seite weiterzuempfehlen sind: Laufend aktuelle Inhalte und Neuigkeiten (81Prozent), lebendige Community (66Prozent), eine persönliche Ansprache (66Prozent).
- Frauen legen eher Wert auf optisch ansprechendes Design und persönliche Ansprache.
- Männer hingegen wollen vornehmlich Unterhaltung durch Spiele oder Applikationen.
- Vergünstigungen, Rabatte und Aktionen werden erst ab einem Alter von 25 Jahren bedeutsam.
- Die Hauptgründe für den Austritt aus einer Fangemeinschaft wiederum sind: Zu viele Postings enthalten nur Werbung (77,4Prozent), Fragen und Anliegen werden ignoriert.
- Von den 13 Prozent, die bereits eine Frage oder Beschwerde auf einer Fanpage abgegeben haben, haben 37 Prozent keine hilfreiche Antwort bekommen, 16 Prozent erhielt sogar überhaupt keine Antwort.
Auch verbringen die Frauen mehr Zeit auf Facebook als Männer:
(Angaben in Prozent)
| Männer | Frauen | |
|---|---|---|
| Bis zu 30 Minuten | 37 | 36 |
| Bis zu eine Stunde | 32 | 27 |
| Eine bis zwei Stunden | 17 | 18 |
| Zwei bis drei Stunden | 7 | 12 |
| Drei bis vier Stunden | 2 | 4 |
| Mehr als vier stunden | 4 | 3 |





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NARF
Vielleicht sollte die Seite langsam in “Fa(r)cebookbibel” umbenannt werden.
Nicht auszuhalten.
Jochen Mai
Immerhin: Ein Kommentar wars dir wert. Aber als ehemalige Karrierebibel müsste das Blog dann natürlich “Faithbook” heißen…
Roland Kopp-Wichmann
Lassen Sie sich nicht beirren, Herr Mai, durch diesen Kommentar. Es ist ja interessant, dass es einerseits viele kritische Kommentare in den Medien über Facebook gibt, wenn man aber mal im Bekannten oder Kollegenkreis herumfragt, eben doch ganz viele Leute es nutzen. Und zwar freiwillig – und gern.
Ich verstehe die Faszination und auch die Angst vor diesem neuen Medium, denn vorher gab es einfach so etwas nicht. Facebook ermöglicht eben Nähe zu vielen Menschen, bekannte und unbekannte, die man regulieren kann. Das kann man auf einer großen Party auch. Der Unterschied ist, dass man nicht aus dem Haus muss und die ganzen sozialen Ängste, die viele Menschen haben, weggenommen sind.
Es ist ein geniales “Produkt”, das vorher niemand vermisst hat. Aber jetzt wo es da ist, wollen es ganz viele. Sozusagen das iPhone für Beziehungen.
Jochen Mai
Lieber Herr Kopp-Wichmann,
vielen Dank für die Ermutugung. So was “beirrt” mich aber nicht. Skepsis und Widerstände sind mir bekannt. Ebenso unterschiedliche Erwartungen an Themen oder Gewichtungen in diesem Blog. Dabei kann man es aber ohnehin nie allen recht machen, sollte es daher auch gar nicht erst versuchen. Sie kennen ja sicher auch die Parabel von Johann Peter Hebel. Die zahlreichen Facebookthemen haben allerdings durchaus einen Grund. Kann ich aber jetzt noch nicht verraten…
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Lauterbach
Kein Mensch braucht Facebook. Aber alle sind drin.
Keiner telefoniert mit seinen Freunden, geschweige denn gratuliert zum Geburtstag. Hauptsache online Freunde haben die man nicht kennt. Dann dieser schön blöde Like button. Warum ist der Mensch do doof und stellt alles von sich ein??????
Facebook nein danke……………..
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