Fastenzeit: Worauf es sich zu verzichten lohnt
Die Karnevalstage sind vorbei und seit Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Dabei geht es mittlerweile nicht mehr nur um den reinen Verzicht auf Nahrung. Viele Menschen nutzen die Zeit, um sich Ihre Gewohnheiten vor Augen zu führen, diese zu hinterfragen und gegebenenfalls etwas daran zu ändern. Warum die Deutschen bereit sind sich einzuschränken und sieben Dinge, auf die es sich zu verzichten lohnt.

Fastenzeit: Warum eigentlich?

Ursprünglich geht die Fastenzeit auf den Leidensweg von Jesus Christus zurück. Der Bibel nach verbrachte dieser 40 Tage in der Wüste und fastete. Als Gedenken an diese Zeit verzichteten gläubige Christen früher in der Fastenzeit beispielsweise auf Fleisch oder Eierspeisen. Traditionell beginnt die Fastenzeit an Aschermittwoch und dauert bis Ostern. Das sollte jedoch kein Grund sein, nicht trotzdem noch in die Fastenzeit einzusteigen.

Denn mit der Zeit entwickelte sich dieser Brauch weiter und wird in der heutigen Zeit nicht mehr nur auf den reinen Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel beschränkt. Diese spielen beim Fasten zwar immer noch eine große Rolle, sind jedoch nicht mehr dessen einziger Aspekt.

Eine Forsa-Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab, dass nicht Religion, sondern Gesundheit der Hauptgrund für eine Zeit des Fastens ist. Zu den meist genannten Antworten der Studie zählen:

  • Alkohol. Alkohol ist beim Verzicht ganz oben auf der Liste. 70 Prozent der Befragten gaben an, bereits eine längere Zeit komplett auf Alkohol verzichtet zu haben.
  • Süßigkeiten. Auch auf Süßigkeiten können die Deutschen verzichten - wenn es der Gesundheit hilft. 64 Prozent haben bereits einmal eine längere Pause gemacht.
  • Fernsehen. Jeder dritte hat bereits eine Zeit lang den Fernseher nicht eingeschaltet. Der Verzicht auf die Freizeitbeschäftigung fällt den Befragten scheinbar leichter als der Verzicht aufs Auto. Nur 15 Prozent ließen den Wagen schon einmal längere Zeit stehen.

Worauf es sich zu verzichten lohnt

Ollyy/shutterstock.comWenn von "Fasten" gesprochen wird, ist in der Regel vom Essen die Rede. Oder genauer gesagt vom Verzicht auf Essen, beispielsweise eines bestimmten Lebensmittels. Doch das Konzept des Fastens lässt sich auch auf weitere Punkte übertragen. Täglich sind wir mit Dingen konfrontiert, auf die es sich zu verzichten lohnt. Bei einigen ist dieser Wunsch leicht umzusetzen, bei anderen erfordert es ein hartes Stück Arbeit und eine große Portion Durchhaltevermögen. Als Inspiration für alle, die noch in die Fastenzeit einsteigen wollen, zeigen wir Ihnen heute sieben Dinge, auf die es sich zu verzichten lohnt.

  1. Unüberschaubare Medienflut
  2. Der Fernseher läuft jeden Tag stundenlang, nebenbei werden am Computer die neuesten Status-Updates der Freunde gelesen und direkt per Smartphone weitergeleitet. Die tägliche Reizüberflutung hat ungeahnte Ausmaße angenommen. Da kommt die Fastenzeit genau zum richtigen Zeitpunkt. Versuchen Sie bewusst, eine Zeit lang ohne die Masse an Unterhaltungsmedien zurecht zu kommen. Oder beschränken Sie die Nutzung auf ein Minimum, beispielsweise das Lesen einer Tageszeitung oder das Einschalten der Nachrichten, um weiterhin aktuelle Geschehnisse mitverfolgen zu können.

  3. Ununterbrochene Erreichbarkeit
  4. Nach Feierabend noch weiterhin in regelmäßigen Abständen die beruflichen E-Mails abrufen oder ans Firmenhandy gehen, wenn es mal wieder am Abend klingelt? Wenn Ihnen diese Szenarien nur allzu bekannt vorkommen, dann sollten Sie darüber nachdenken, die Fastenzeit zu nutzen, um sich einen wirklich Feierabend zu gönnen. Mit den Gedanken immer bei der Arbeit zu sein, kann nicht nur zu Problemen in Ihren persönlichen Beziehungen führen, es wirkt sich auch negativ auf Ihre Gesundheit aus, da Ihnen die nötigen Ruhepausen fehlen. Lernen Sie, die Arbeit dort zu lassen, wo sie hingehört: Im Büro.

  5. Unmögliche Personen
  6. Leider hat fast jeder das Pech, regelmäßigen Kontakt zu verschiedenen Personen zu haben, die einfach nervend, frustrierend oder schlichtweg schlecht sind. Das kann die Kollegin am Arbeitsplatz sein, die Ihnen mit ungefragten Ratschlägen den letzten Nerv raubt oder der Bekannte, in dessen Gegenwart Sie sich einfach unwohl fühlen. Kein Wunder, dass sich so etwas auf Ihre Laune auswirkt. Nutzen Sie doch die Fastenzeit, um bewusst den Umgang mit diesen Personen zu reduzieren. Sagen Sie der Kollegin, dass Sie gerne auf die Ratschläge verzichten würden und Sie werden sich sofort besser fühlen. Vielleicht gewöhnen Sie es sich sogar an und vermeiden in Zukunft negative Kontakte von Beginn an mit mehr Konsequenz.

  7. Unnütze Faulheit
  8. Auch wenn es noch so gemütlich ist, die freie Zeit auf der Couch zu verbringen, gibt es dennoch viele Alternativen, die Ihnen vielleicht sogar besser gefallen würden. Einzig die Faulheit und der innere Schweinehund halten Sie davon ab. Nutzen Sie die Fastenzeit als Ansporn, um der Faulheit den Kampf anzusagen. Gehen Sie nach Feierabend noch zum Sport, lassen Sie das Auto stehen und fahren mit dem Rad oder spielen Sie am Wochenende selbst Fußball, anstatt nur dabei zuzusehen. So können Sie Gewohnheiten entwickeln, die Ihnen auch langfristig dabei helfen, Ihre guten Vorsätze beizubehalten.

  9. Unkontrollierter Konsum
  10. Wenn Sie an Ihren Keller oder Ihre Garage denken, wie viele Dinge fallen Ihnen ein, die Sie gekauft haben, ohne Sie tatsächlich zu brauchen? Keine Sorge, auch wenn Ihnen jetzt eine ganze Liste im Kopf rumschwirrt: So geht es den meisten! Schließlich ist es das Ziel von Werbung, uns weiß zu machen, dass wir nur auf dieses neue Produkt gewartet haben. Doch damit können Sie jetzt aufhören. Verzichten Sie die nächsten Wochen auf jeden Impulskauf und lassen Sie sich auch nicht von Sonderangeboten locken. Nicht nur der Platz in Ihrem Keller wird es Ihnen danken, sondern auch Ihr Geldbeutel.

  11. Ungesunde Laster
  12. Eine Schachtel Zigaretten, gefühlte zwei Liter Kaffee und am Abend noch ein Feierabendbier? Wenn Sie sich in diesem, zugegeben etwas übertriebenen Beispiel wiedererkennen, kommt die Fastenzeit wie gerufen. Wieso sollte es Ihnen nicht gelingen, auf all die gesundheitsschädlichen Laster zu verzichten, die Sie Ihrem Körper Tag für Tag zumuten? Beginnen Sie in kleinen Schritten und reduzieren erst die ungesunden Angewohnheiten und lassen sie anschließend ganz weg. Und wenn Sie die Fastenzeit durchgehalten haben, warum sollten Sie überhaupt wieder damit anfangen?

  13. Unendlicher Stress
  14. Kurzfristig kann Stress beflügeln und uns zu ungeahnten Leistungen anspornen, doch leider bleibt es im Arbeitsalltag in der Regel nicht bei diesem "positiven" Stress. Vielmehr wird dieser zu einem Dauerzustand, der einen Großteil der Arbeitnehmer fest im Griff hat. Da klingt es doch sehr verlockend, einfach mal mehrere Wochen auf den Stress zu verzichten. Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Versuchen Sie immer dann eine Pause einzulegen, wenn Sie merken, dass die Arbeit Ihnen mal wieder über den Kopf steigt. Das fällt vielen Menschen zwar sehr schwer, doch Ihre Gesundheit sollte Ansporn genug sein.

[Bildnachweis: Ollyy, Ollyy by Shutterstock.com]