Aus und vorbei. Sie haben Ihren Arbeitsplatz verloren. Egal, was dafür letztlich eine Rolle gespielt hat: der Schmerz sitzt tief. Zur persönlichen Kränkung kommt die Unsicherheit, wie es weiter gehen wird. Schlechte Voraussetzungen, um andere von den eigenen Qualitäten zu überzeugen.

Genau darauf kommt es beim Bewerben aber an! Ihr künftiger Arbeitgeber will wissen, was er davon hat, wenn er Ihnen die Stelle gibt, welche Qualifikationen Sie besitzen und warum Sie sich genau bei ihm bewerben.

Leider ignorieren das viele Bewerber in ihrer Art Torschlusspanik. Und fallen in Verhaltensmuster, die zwar menschlich verständlich, dafür aber kontraproduktiv sind. Vermeiden Sie deswegen bitte die folgenden Fehler – auch dann, wenn es bei der Stellensuche eng wird.

11 Fehler, die Ihnen beim Bewerben jede Chance rauben

Aktionismus

Manche Stellensuchenden glauben, dass der Beweerbungserfolg von der Masse der versandten Mappen abhängt. Also erhält jede Firma, die irgendwie als Arbeitgeber in Frage kommt, eine Standard-Bewerbung. Individualisieren? Wozu? Einer wird sie schon einstellen… Tut aber keiner. Die meisten Chefs reagieren auf Spam allergisch – und um nichts anderes handelt es sich bei dieser Bewerbungsstrategie. So berauben sie sich jeder Chance – auch der eines zweiten Versuchs. Dafür wächst der Frust, weil trotz hohen Aufwands der Erfolg ausbleibt.

Angriff

Für diese Leute bedeutet bewerben Kampf. Weil sie super sind, das aber keiner erkennt, müssen sie sich nun gegen fiese Chefs, dämliche Personaler, sinnlose Anforderungen und gemeine Fangfragen durchsetzen, die nur eins bezwecken: sie auszuschließen. Ungerecht! Skandalös! … Sie merken schon: Wer so denkt, hat nur noch Feinde um sich herum. Das kann nicht erfolgreich sein. Außer in einer Hinsicht: Es hilft dabei, die Schuld am Scheitern auf andere zu schieben.

Bedürftigkeit

Gerade für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl ist der Verlust des Arbeitsplatzes ein herber Schlag. Im Job haben sie Bestätigung erfahren, die sie brauchen. Deswegen würden sie alles tun, um wieder eine Stelle zu bekommen. Und entsprechend treten sie auf: Fast schon flehentlich bitten sie in der Bewerbung um eine neue Chance. Und so versuchen sie von Beginn an, alle Bedenken zu zerstreuen, die ein Arbeitgeber gegen sie haben könnte, beschwichtigen und rechtfertigen sich für Fragen, die noch gar nicht gestellt wurden. Ein klassisches Eigentor. Jetzt hat der Personaler erst recht Zweifel.

Routine

Wer jahrelang denselben Job macht, entwickelt darin zwangsläufig Routine und damit auch Sicherheit, die er ungern missen möchte. Also muss der neue Job wie der alte sein. Das aber macht die Suche schwer, denn dieselbe Stelle gibt es nicht noch mal. Im Vorstellungsgespräch geraten diese Menschen beim Rückblick gern ins Schwärmen – und zeigen damit, dass sie nicht für Neues offen sind. Keine gute Idee, wenn man hier eingestellt werden möchte.

Perfektionismus

Wieder andere sind zu buchstabengläubig: Sie bewerben sich nur auf Jobs, wenn ihre Qualifikation hundertprozentig aufs ausgeschriebene Stellenprofil passt. Also so gut wie nie. Eine Stelle, die einem wirklich auf den Leib geschneidert ist, ist so selten wie ein Lottogewinn. Ebenso wie die Position, die genau den eigenen Fähigkeiten und Erwartungen entspricht. Natürlich soll das jetzt keine Aufforderung sein, sämtliche Anforderungen zu ignorieren. Aber etwas gelassener darf man die Sache schon angehen. Wahrscheinlich reichen auch 80 Prozent vom Optimum aus, um in die engere Wahl zu kommen – oder mit der Arbeit zufrieden zu sein.

Prokrastinieren

Auch das habe ich schon erlebt: Menschen, die nach einer Kündigung erst gründlich den Schmerz verarbeiten müssen und sich dann in aller Ruhe neu orientieren. Keine Frage, dumm ist das nicht Dafür muss Zeit sein, schließlich fehlt vielleicht noch das letzte Zeugnis und andere Unterlagen ohne die das Bewerben schwer wird. Aber Achtung: Das kann auch eine hervorragende Ausrede sein und typischer Selbstbetrug, um den Bewerbungsprozess immer weiter vor sich her zu schieben. Wer die Sache so lasch angeht, riskiert zwar keine Ablehnung. Er kommt allerdings auch nie so weit.

Tiefstapeln

Manche Menschen unterschätzen kategorisch ihre Kompetenzen. Oder sie trauen sich nicht, diese zu nennen und sich damit zu rühmen. Entsprechend schüchtern treten sie auf. Prompt schrumpft die Assistentin der Geschäftsleitung zur grauen Büromaus, die bei der letzten Stelle “alle üblichen Tätigkeiten” ausgeübt hat. Nur waren das neben der Führung des Sekretariats auch Verkauf, Kassenabrechnung, vorbereitende Buchhaltung, das Erstellen von Präsentationen, Betreuen von Kunden bei Firmenmessen und so weiter. Also deutlich mehr als die Jobformel aussagt. Nur kriegt das so keiner mit – und jede Menge Alleinstellungsmerkmale sind verschenkt.

Überheblichkeit

Andere Arbeitsuchende wollen mit Lebensläufen beeindrucken, die sich wie eine durchgehende Erfolgsbilanz lesen. Schon im Anschreiben lassen sie den Platzhirsch raushängen. Keine Herausforderung ist zu groß, keine Aufgabe zu komplex: ihr Einsatz führt immer zum Erfolg. Werden sie zum Vorstellungsgespräch geladen, monologisieren sie ausdauernd von ihren Heldentaten. Glücklich der, der sie zu seinem Team zählen darf! Aber stimmt das? Wohl kaum. Statt zu beeindrucken, kassieren solche Kandidaten regelmäßig Absagen. Kein Wunder: Blender und Wichtigtuer braucht kein Arbeitgeber.

Egalness

Derlei Wahllosigkeit ist gerade bei Menschen verbreitet, die wirklich dringend eine Stelle suchen und sich deswegen überall bewerben. Hauptsache, es passt irgendwie. Da bewirbt sich die promovierte Kulturwissenschaftlerin als Sekretärin, weil dort ihre Computerkenntnisse gefragt sind. Oder der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau will Metallbauer werden, weil er ja Konstruktionszeichnungen lesen kann. Vergessen Sie das. Das klappt nie, weil in beiden Fällen neben der adäquaten Qualifikation auch die notwendige Erfahrung fehlt.

Wegducken

Manche Arbeitsuchende tun so, als ginge sie das Ganze nichts an. Stellensuche? Bewerbungen schreiben? Auf welche Stellen denn? Hat doch alles keinen Sinn. Selbst Vermittlungsvorschläge der Agentur werden abgelehnt – irgendein Makel findet sich immer. Klar ersparen sich solche Kandidaten jede Ablehnung und Frustrationen. Nur irgendwann ist die Karenzzeit vorbei. Und aus der arbeitsuchenden Phase im Lebenslauf ist eine veritable Lücke erwachsen. Und die müssen diejenigen später erklären können. “Jobsuche war mir zu blöd” hört sich aber ganz schlecht an…

Ziellosigkeit

Für wieder andere ist der Job ein fester Hafen. Er gibt ihnen Halt und strukturiert ihr Leben. Wenn sie ihn verlieren, treiben sie einfach dahin. Können sich nicht entscheiden, ob sie die nächste, gleichartige Stelle suchen sollen – oder nicht doch lieber etwas ganz Neues machen wollen. Wenn sie nur wüssten, was! Also passiert nichts. Diese Menschen warten auf die gute Fee, die sie an die Hand nimmt und sie an ihren neuen Platz führt. In der Regel warten sie darauf vergeblich.

Sie merken schon: Stellensuche ist keine Psychotherapie. Sie eignet sich nicht dazu, den Schmerz über die Kündigung zu überwinden. Das Verarbeiten des Schocks, der Wut und Trauer, aber auch die Analyse über die Gründe sollten größtenteils abgeschlossen sein, damit der Blick für Neues offen ist.

Natürlich werden die wenigsten Zeit haben, ihre Entlassung vollständig aufzuarbeiten. Das ist aber auch gar nicht nötig. Sie sollten jedoch zumindest soweit sein, das Eine vom Anderen trennen zu können und in der Lage, weitere Ablehnungen einstecken zu können. Denen werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht entgehen. Das gehört zum Bewerben nun mal dazu. Wichtig ist dann, die Situation trotzdem als Chance zu begreifen, neue Möglichkeiten für sich zu erschließen und manche auch hernach auszuschließen.

Und die Grundlage dafür sind so viele Unternehmenskontakte wie möglich, damit Sie sehen, was gehen kann. Testen Sie ruhig, wer aktuell für Sie Bedarf hat – und wer nicht. Dann zu entscheiden, wohin’s gehen soll – diese Wahlfreiheit kann Ihnen keiner nehmen. Nur müssen Sie sich diese freilich auch erst erarbeiten.

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