Antworten der Personaler
30 Prozent der Bewerber erscheinen 15 Minuten zu spät zum Vorstellungsgespräch, 9 Prozent lassen sogar eine Stunde auf sich warten. 26 Prozent der Personaler haben während des Jobinterviews schon erlebt, dass ein Bewerber ein Telefongespräch an seinem Handy angenommen hat. 68 Prozent der Personaler würden dafür einen Kandidaten umgehend disqualifizieren. 87 Prozent der Personaler bemängeln unangebrachte Kleidung beim Jobinterview, 43 Prozent erleben immer wieder Respektlosigkeiten und schlechte Ausdrucksweise. 39 Prozent der Personaler halten ein Dankschreiben nach dem Gespräch für extrem wichtig, 41 Prozent finden es irgendwie wichtig. Für 98 Prozent reicht dazu eine E-Mail. Immerhin: 33 Prozent erhalten in der Hälfte aller Fälle tatsächlich ein solches Dankschreiben, 35 Prozent selten bis gar nicht. 5 Prozent der Personaler würden für das Ausbleiben eines Dankschreibens einen Kandidaten sogar ablehnen. 33 Prozent der Befragten sagen Kandidaten per E-Mail ab, 29 Prozent per Briefpost und 27 Prozent per Telefon. 46 Prozent der Personaler haben ein Jobangebot kurzfristig wieder zurückgezogen. 82 Prozent halten Rückfragen während des Jobinterviews für extreme wichtig, 16 Prozent finden es immer noch bedeutend. 59 Prozent der Personaler finden, dass sich die Manieren der Bewerber in den vergangenen Jahren verschlechtert haben.
Antworten der Bewerber
5 Prozent der Bewerber geben zu, während des Interviews schon mal telefoniert zu haben. 56 Prozent der Bewerber beklagen einen Personaler, der während des Vorstellungsgesprächs einen Anruf angenommen hat. 55 Prozent der Bewerber senden immer ein Danksschreiben nach dem Vorstellungsgespräch, 17 Prozent machen es meistens, 19 Prozent selten bis nie. 76 Prozent verschicken solche Dankschreiben per E-Mail. 71 Prozent der Bewerber wurden schon abgelehnt – ohne das jedoch von dem Arbeitgeber mitgeteilt bekommen zu haben. 61 Prozent finden, die beste Form der Absage ist ein Anruf, 23 Prozent bevorzugen E-Mail-Absagen, 9 Prozent einen Brief. 50 Prozent der Kandidaten haben nach dem erfolgreichen Vorstellungsgespräch zugesagt, den Job dann aber doch nicht angetreten. 38 Prozent bereiten sich mehr als zwei Stunden auf ein Jobinterview vor, 24 Prozent investieren dafür eine Stunde, 13 Prozent nur rund 30 Minuten. 96 Prozent stellen während des Jobinterviews entsprechende Rückfragen. 42 Prozent kontaktieren den Personaler noch einmal, um herauszufinden, warum sie abgelehnt wurden.







Kopfschüttler
Unglaublich, zumindest der erste Teil… Sehr erheiternd zwar beim Lesen, aber unter dem Gesichtpunkt preußischer Tugenden gesellschaftlich absolut inakzeptabel.
Allerdings muss ich – zumindest, was meine eigenen Erfahrungen angeht – sagen, dass auch die Manieren der Personaler (oder besser: die Verhaltensweisen der Firmen) in den letzten Jahren schlechter geworden sind. Man muss sich ja schon freuen, wenn man überhaupt noch eine Eingangsbestätigung oder wenigstens eine Absage erhält…
Felix
Ich finde die Zahlen nicht sonderlich aussagekräftig. Die meisten Fragen scheinen ja so gestellt zu sein, dass ein “missratener” Bewerber schon für eine negative Antwort seitens des Personalers ausreichen. Solche Einzelfälle gibt es immer und wird es auch immer gegeben habe.
Ich teile aber die generelle Aussage der Umfrage: Eine Tendenz zur Respektlosigkeit, aber bitte auf beiden Seiten!
M. Fischer
Ich sitze jeweils auf der Seite des Arbeitgebers. Die allermeisten Bewerber/innen haben die von uns zugeschickten Unterlagen über unser Unternehmen kaum gelesen. Manche wissen nicht, für welche Stelle sie sich eigentlich beworben haben oder wo der zukünftige Arbeitsplatz liegt.
Bei den Männern kommt es öfters vor, dass ein Bewerber unabgemeldet nicht erscheint und auch nach dem verpassten Termin nichts mehr von sich hören lässt.
Dankesschreiben des Bewerbers nach dem Vorstellungsgespräch? Noch nie erlebt.
Nadia Kittel
Hier kurz mein Senf dazu (aus der Personaler-Sicht): Zu spät kommende und telefonierende Bewerber kommen bei mir so gut wie gar nicht vor. Kleidung finde ich auch wichtig. Allerdings geht es da eher um gepflegtes Auftreten als um den perfekten Anzug. Dankschreiben nach dem Gespräch? Halte ich für einen absoluten Blödsinn. Es ist doch mein Job, Vorstellungsgespräche zu führen und nicht ein Akt der Gnade. Sicher, über eine nette Mail freut sich jeder, aber das geht mir irgendwie zu weit. Da könnten ja auch Bewerber Dankesschreiben von den Personalern fordern…
Dass die Manieren schlechter geworden sind, halte ich für einen Trugschluss. Im Vergleich zum Jahre 1900 mag das sein, aber die gesellschaftlichen Vorstellungen von guten Manieren haben sich auch gewandelt. Und dass die Jugend immer unerträglicher wird, hat Sokrates auch in der Antike schon behauptet: “Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.”
Scheint also ein bekanntes Problem zu sein ;)
Jochen Mai
@Nadia: Ich halte Dankschreiben überhaupt nicht für Quatsch. Im Gegenteil: Sie heben von der Masse ab und bieten die Chance, Schiefgelaufenes noch mal gerade zu rücken oder einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Die Rede ist ja nicht von einem 10-Seiten-Brief, sondern von einem Kurzschreiben oder gar einer Postkarte. Ich hätte nicht auch schon hier oder in meinem Buch darüber geschrieben, wenn mir nicht manche Personaler schon erzählt hätten, wie gern sie solche Dankschreiben bekommen – und wie selten. Aber dennoch Danke für diesen Diskussionsbeitrag, bin gespannt, was andere dazu sagen.
@Felix: Wie die Fragen gestellt wurden, wissen wir doch gar nicht. Das sind doch nur die Ergebnisse. Und tatsächlich zeigen sie mangelhafte Manieren auf beiden Seiten.
@M. Fischer: Danke für diesen Beitrag. Es ist immer gut aus der Praxis zu hören.
@Kopfschüttler: In der Tat zeigt die Umfrage auch das.
Silke Spraul
Also ich würde Bewerber, die eine Stunde zu spät kommen keine Chace mehr zum Interview geben. Zumindest würde ich ein neuen Termin ausmachen, falls das zu spät kommen begründet ist. Vielleicht lernen die Bewerber daraus, dass die Personaler auch etwas zu tun haben und nicht eine Stunde auf Ihren Kandidaten warten können.
steffi
bin zur zeit in einem bewerbungstraining und habe da dass erste mal von einem Dankschreiben an den Chef nach einem Vorstellungsgespräch gehört und habe echt gedacht dass das schwachsinn ist. Aber hier hat es sich bestätigt das es sowas doch gibt. aber im ernst ich halte dies für unsinnig denn denkt doch mal an den Regenwald und das papierchaos bei den chefs wenn das alle bewerber machen würden.
Pingback: „Fragenkatalog – 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!
Selphi
Also ich habe heute auch eine Dankeschön-EMail verschickt. Es muss ja nun nicht unbedingt per Post sein. Da die meisten Firmen auch online Bewerbungen vorziehen, wüsste ich nicht wieso ich mich nicht auf elektronischem Weg bedanken sollte.
Vor allem wenn man den Eindruck hatte, dass es ganz gut lief.
Pingback: „Briefgeheimnisse – Wie Sie ein gutes Dankschreiben verfassen“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!