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6 von Jochen Mai am 13. Januar 2010 → Artikel in Büro
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Feierabend – Nehmen Sie Ihren Stress mit nach Hause?

resilienzMan mag es kaum glauben, aber gut jeder Zweite nimmt sich regelmäßig seine Arbeit mit nach Hause, so eine neue Studie der Universität Toronto unter 1800 Arbeitnehmern. Aber wie oft nehmen wir die Arbeit mit, ohne es bewusst zu wissen? Oder anders gefragt: Wie oft verfolgen uns Ärger, Sorgen, Stress noch ins heimische Wohn- und Schlafzimmer?

Der Soziologe Scott Schieman hat das jetzt genauer untersucht und dabei vier bemerkenswerte Zusammenhänge entdeckt:

  • Menschen mit einem Hochschulabschluss (oder generell höherer Bildung) berichten häufiger, dass ihr Job auch in ihr Privatleben ausstrahlt und dabei ihre Work-Life-Balance aus dem Lot wippt.
  • Fachkräfte berichten ebenfalls mehr als alle anderen Berufgruppen, dass sie ihre Arbeit noch daheim heimsucht.
  • Was die Betroffenen vor allem nicht ausruhen lässt sind: zwischenmenschliche Konflikte am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzunsicherheit und das Gefühl, die Kontrolle über seine Aufgaben oder das Arbeitstempo zu verlieren.
  • Je mehr Zeit die Menschen im Job verbringen (50 Wochenstunden und mehr), desto schlechter können sie daheim abschalten. Das überrascht zwar nicht, dafür aber, dass dies vor allem bei jenen Personen gilt, die ihre Arbeitszeiten durchaus frei und selbst einteilen und bestimmen können.

Kurzum: Es sind ausgerechnet die hochqualifizierten Fachkräfte mit einem hohen Grad an Selbstbestimmung im Job, die erstaunlicherweise keinen Feierabend kennen und daheim schlecht abschalten können. Apropos: Wie geht das eigentlich Ihnen? Stimmen Sie einfach bei der obigen Umfrage mit ab…


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1. Kommentar

Michael
13.01.10 um 09:17 Uhr

Naja, um es einmal etwas “einfach” zu formulieren: Man hat es sich so ausgesucht. Es ist doch klar, dass diejenigen, die 50 Stunden und mehr arbeiten, studiert haben und somit zumeist einen Arbeitsplatz im mittleren oder oberen Management besitzen, nicht wie Maschinen ab 18 Uhr abschalten können.
Da muss man sich schon einen anderen Job suchen. Wir haben doch die Wahl. ;-)

2. Kommentar

bee
13.01.10 um 17:39 Uhr

Ich vermisse die Abstimmoption “ein wenig”. Wenn ich mich ärger, is das net auf mal weg. Aber ich komm fast immer ziemlich zügig wieder runter…

3. Kommentar

Jochen Mai
13.01.10 um 20:10 Uhr

@Bee: Das Problem an “ein wenig” ist, dass darunter womöglich jeder etwas anderes versteht und dann die Aussage der Umfrage verwässert. Dann lieber die Extremwerte (Ja/Nein) und eine eindeutige Tendenzaussage. Und für den Rest gibts ja noch die Kommentare…

4. Kommentar

Christian
14.01.10 um 10:00 Uhr

Wie ist das eigentlich mit “Wieviel zu Hause nimmt man mit zur Arbeit”? Manchmal kann man ja Dinge nicht so wirklich trennen und ich finde es schon ok, wenn ich mal im Büro privat telefoniere, dass ich dann privat auch mal Stress (oder Aufgaben) mitnehme. Und konzentriert mal zusammenhängend was machen, da hat jeder so seine Lieblingsorte…
@bee : shee ich auch so, die Dosis bestimmt die Wirkung ;-)

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