Fernweh: Die 10 besten Jobs für Globetrotter
Die Fernweh-Saison hat begonnen: Auf der ITB in Berlin werben seit heute wieder Reiseverkäufer aus aller Welt um die Gunst des Publikums. Und ihre Avancen werden auf fruchtbaren Boden fallen, so viel scheint angesichts teutonischer Reiselust gewiss. Problem: Reisen kostet Geld. Es sei denn, Sie erkunden die Welt ohne Budget, aber mit dem passenden Job im Gepäck. Wir zeigen Ihnen die 10 besten Jobs für Globetrotter.

Fernweh: Up and away

Waren Sie schon mal in der Mongolei? Aber Sie würden bestimmt gerne mal hin, nicht wahr? Schließlich sind wir Deutsche nicht nur Export- und Fußball-, sondern auch Reiseweltmeister (obwohl man das nur beim Fußball mit hundertprozentiger Sicherheit sagen kann).

Die Mongolei ist übrigens das Partnerland der diesjährigen ITB in Berlin, der Internationalen Tourismusbörse. Heute hat die Reise-Messe ihre Pforten geöffnet, 11.000 Aussteller kommen aufs Messegelände, 180 Länder sind vertreten. Am Samstag und Sonntag dürfen Sie auch als Privatperson rein, wenn Sie Lust darauf haben.

Aber Sie können es auch sein lassen. Denn wenn Sie sich nach tropischen Sandstränden oder funkelnden Metropolen sehnen, müssen Sie gar keine sündhaft teure Reise buchen. Im Gegenteil. Es reicht völlig, den richtigen Beruf zu ergreifen.

Wir haben uns deshalb mal auf die Suche nach den besten Jobs für Reiselustige gemacht. Nach Jobs, in denen Globetrotter gut aufgehoben sind. Jobs, die einen ständig von A nach B jagen. In denen eine hohe Reisebereitschaft ganz oben im Anforderungsprofil steht.

Wer weiß, vielleicht ist es für einen Ein- oder Umstieg ja noch nicht zu spät ...

Die 10 besten Jobs für Globetrotter

  1. Kameramann

    Joyce Vincent















    Wenn es zum Schauspieler, Regisseur oder Showmaster nicht ganz reicht, muss Ihnen der Weg an die Film- und TV-Sets dieser Welt dennoch nicht versperrt bleiben. Denn: Irgendjemand muss ja beim "Bachelor" in L.A. oder bei "The Biggest Loser" in Andalusien die Kamera draufhalten. Vielleicht geht's aber auch schnurstracks nach Hollywood ...

  2. Dolmetscher

    Die meisten Dolmetscher sitzen ganz unspektakulär in Gerichten und Behörden. Aber natürlich werden sie immer dort gebraucht, wo viele Menschen und Sprachen aufeinandertreffen. Zum Beispiel auf internationalen Konferenzen. Oder in der Entourage eines hochrangigen Politikers, der ständig auf Dienstreise ist. Ganz bestimmt wird Sie die Tätigkeit früher oder später nach Brüssel und Straßburg führen. Dort ist die Dolmetscher-Dichte angesichts der ansässigen EU-Institutionen besonders hoch.

  3. Ingenieur

    Wer sich als "deutscher Ingenieur" im Ausland vorstellt, darf sich der Wertschätzung seines Gesprächspartners so gut wie sicher sein. Deutsche Ingenieurskunst ist noch immer ein Synonym für Qualität, weltweit. Und öffnet Ihnen, je nach Unternehmen, Branche und Spezialisierung, die Pforte, um als Expat den Ölförderturm in Abu Dhabi, das neue US-Werk in Chattanooga oder die Windkraftanlage in China hochzuziehen.

  4. Koch

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    Als guter Koch kommen Sie auf einem Kreuzfahrtschiff unter. Oder in einem Urlausbresort in Acapulco. Vielleicht sogar in einem Fünf-Sterne-Hotel in Manhattan. Darüber hinaus bietet die Reiseindustrie, völlig logisch, noch viele weitere Betätigungsfelder für Weltenbummler: Immer gesucht werden spritzige Animateure, cocktailmixende Barleute oder multilinguale Empfangsdamen für die Hotel-Rezeption.

  5. Fernbusfahrer

    Vasileio
















    Neue Fahrer braucht das Land, der Markt ist in Bewegung. Die deutschen Fernbus-Anbieter, die seit rund zwei Jahren quer durchs Land brausen und der Deutschen Bahn Marktanteile abjagen, planen schon die Expansion ins benachbarte Ausland. Zugegeben, nach Angkor Wat kommen Sie als Busfahrer eher nicht. Aber innerhalb Europas ist es ja auch schön. Wenn Ihnen der Alte Kontinent aber zu eng ist, müssen Sie sich auf die Klassiker-Jobs Pilot und Stewardess besinnen.

  6. Sportler

    Heute Melbourne, morgen Flushing Meadows. Wenn Sie sportliches Talent (und den entsprechenden Ehrgeiz) mitbringen, sehen Sie als Tennis-Crack richtig viel von der Welt. Auch als Profi-Golfer, Fußballer, Marathonläufer. Oder, falls Ihnen das Talent abgeht, als Talent-Scout, der hoffnungsvolle Spieler unter die Lupe nimmt und umwirbt. Mittlerweile werden ja schon 14-Jährige vom Trainingsplatz weg verpflichtet (was moralisch natürlich sehr fragwürdig ist).

  7. Politiker

    Wenn das Prädikat Kanzler, Minister oder Abgeordneter an Ihrem Revers klebt, können Sie sich über mangelnde Gastfreundlichkeit meist nicht beklagen. Und genießen allerorts kompetente Reiseführer. Hinterher können Sie Ihre Karriere reisend vergolden, als Keynote-Speaker auf elitären Events etwa. Beste Beispiele: Joschka Fischer und Bill Clinton. Und wenn der Bundestag eine Nummer zu groß ist? Dann fangen Sie einfach als Bürgermeister in Ihrer Heimatstadt an - und vertreten sie auf Wirtschafts-, Marketing- und Immobilienmessen in der ganzen Welt, bei Kongressen und Tagungen und beim Besuch in den diversen Partnerstädten.

  8. Reiseblogger

    Mila Supinskaya















    Davon gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Und manche Reiseblogs scheinen sich auch finanziell zu tragen. Auf jeden Fall ermöglicht die Blogger-Karriere ortsunabhängiges Arbeiten und erfordert geradezu regelmäßiges Weltreisen. Alternativen: Fotograf, ARD-Korrespondent, Journalist. Wobei Sie als klassischer Print-Schreiber, Stichwort Medienkrise, bei der Frage nach dem Reisebudget für die Redaktion wohl eher lautes Gelächter provozieren.

  9. Unternehmensberater

    Hier ist natürlich das Kundenportfolio ausschlaggebend, ob Sie der Flieger weit hinausträgt oder doch nur die Bahn nach Gütersloh wartet. Eine erhöhte Reisebereitschaft ist für die meisten Unternehmensberater aber in jedem Fall Voraussetzung. Das Gleiche gilt für Wirtschaftsprüfer, Revisoren und SAP-Berater.

  10. Pokerspieler

    Als professioneller Bluffer können Sie richtig große Beträge abräumen. Besonders geeignet für Menschen, die Las Vegas mögen. In der Wüste Nevadas finden noch immer die wichtigsten Pokerturniere statt. Und dort gewann der Deutsche Pius Heinz 2011 als Weltmeister immerhin ein Millionen-Preisgeld. Ob Pokerspieler nun ein richtiger Beruf oder doch eher halbseidenes Hobby ist, dürfen Sie aber selbst entscheiden.

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