Firma Gründen
Es ist der Traum vieler Arbeitnehmer und gleichzeitig der Kern vieler Gründer und Star Ups: Eine Idee, die so sehr begeistert, dass man dafür Sicherheit und Bequemlichkeit zumindest teilweise aufgibt. Neben diesem Kern ist die Gründerfinanzierung einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg, um eine eigene Firma zu gründen. Diese sollte natürlich auch aus eigenen Mitteln erfolgen, doch es gibt zahlreiche Förderprogramme und Unterstützungsmöglichkeiten, die Gründern und Start Ups den Einstieg erleichtern können. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Fördermittel für Gründer vor und erklären, was Sie bei den jeweiligen Möglichkeiten unbedingt beachten sollten...

Fördermittel für Gründer: Informieren Sie sich vorab

Bevor Gründer und Start Ups sich an das Ausfüllen der teilweise recht umfangreichen Antragsformulare machen und den Gang zu Behörden und Stiftungen antreten, sollten sie sich vorab einlesen und informieren. Wir wollen Ihnen als angehendem Gründer natürlich die nötigen Anhaltspunkte dafür liefern, doch würde es den Rahmen sprengen, jede vorhandene Information abzubilden.

Stattdessen fassen wir für Sie die wichtigsten Informationsquellen zusammen und bieten Ihnen einen Überblick über alle relevanten Quellen. Bitte bedenken Sie aber, dass unser Artikel leider keine Rechtsberatung und auch kein Gründungscoaching ersetzen kann.

Als Einstieg bietet sich ein Besuch der einschlägigen Informationsangebote von Behörden und anderen Institutionen an. Die Wichtigsten sind:

  • Förderdatenbank - Aktueller Überblick über die Förderprogramme des Bundes.
  • Gründungsarten - Übersicht und Informationen rund um die verschiedenen Formen und Arten der Gründung.
    Gründungswerkstatt - Informationen, Werkzeuge und persönliche Beratung für die Selbständigkeit.
  • Tipps für GründerInnen - Eine Übersicht über die wichtigsten Aspekte einer Gründung in den verschiedenen Branchen.

Gute Finanzierungssituation für Unternehmen

Noch nie war die Finanzierungssituation für Unternehmen so gut wie jetzt - so lautet das Ergebnis einer Umfrage unter 3100 Unternehmen. Besonders die niedrigen Zinsen, die starke Konjunktur und die hohe Eigenfinanzierungskraft tragen dazu bei, dass viele Unternehmen das Finanzierungsklima positiver beurteilen.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Gerade kleine und junge Unternehmen klagen häufiger über Schwierigkeiten beim Zugang zu Finanzierungen. Laut Studie sind die Gründe dafür...

  • ... der gestiegene Informationsbedarf auf Seiten der Kreditinstitute.
  • ... die hohen Anforderungen ans Eigenkapital.
  • ... die Sicherheitsbedenken der Banken bei kleinen und jungen Unternehmen.

Fördermittel für Gründer: Staatliche Fördermöglichkeiten

GaudiLab/shutterstock.comVon staatlicher Seite gibt es für Personen, die eine Firma gründen wollen, zahlreiche Fördermöglichkeiten für die Gründerfinanzierung. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Leistung kurz dar. Für die Beantragung und die detaillierten Voraussetzungen stellen wir Ihnen die Links zu den entsprechenden Webseiten zur Verfügung, wo Sie sich weitere Informationen einholen und anschließend auch aktiv werden können.

Grundsätzlich ist vor der Beantragung ein KfW-Gründungscoaching empfehlenswert, um alle Möglichkeiten optimal zu beleuchten und zu nutzen. Doch nun zu den konkreten Förderangeboten.

Knapp 20 Prozent aller Gründer gründen aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Firma und machen sich selbstständig. Diese Gründung kann durch durch den Gründungszuschuss unterstützt werden. Allerdings handelt es sich hier um eine Ermessensleistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen geleistet:

  1. Für sechs Monate wird ein Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes und 300 Euro zur sozialen Absicherung gewährt.
  2. Danach kann für weitere neun Monate 300 Euro pro Monat zur sozialen Absicherung gewährt werden, wenn vom Gründer eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten unterstützt werden.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Förderprogramme auf EU-Ebene, deutschlandweit und von den verschiedenen Bundesländern. Auch für Frauen gibt es spezielle Programme. Klassische Fördermittel für Gründer sind beispielsweise die Angebote der KfW. Der Zuschuss durch die KfW kann innerhalb von fünf Jahren nach Gründung beantragt werden.

Beliebt und bekannt ist bei Gründern auch der KFW-Gründerkredit. Hier stehen dem Gründer verschiedene Modelle zur Verfügung. Die Beantragung läuft über die Bank des Vertrauens, unterstützt werden beispielsweise Investitionen wie Anschaffung von Anlagen, Maschinen, Computer, der Erwerb von Grundstücken, Gebäuden, Einrichtungsgegenständen oder Firmenfahrzeugen.

Einen Überblick über alle wichtigen Förderprogramme erhalten Sie außerdem durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Extratipp: Welche Versicherungen benötigt ein Gründer?

Jeder Gründer und Selbstständige muss sich absichern. Pflicht für alle Gründer ist die Krankenversicherung. Sie können zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen. Hier sollten Sie genau die Tarife vergleichen. Denken Sie dabei auch an später, denn manche Versicherung kann auch preislich steigen.

Andere Versicherungen muss jeder Gründer für sich selbst prüfen. Jede Branche hat andere betrieblichen Risiken. Sie sollten in Erfahrung bringen, welche Versicherungen für Ihre Branche sinnvoll sind. Überlegenswert sind beispielsweise:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
  • Krankentagegeld
  • Unfallversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
  • Geschäftsinhaltversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Firma Gründen: Gründerfinanzierung durch Venture Capital

Neben den staatlichen Fördermöglichkeiten und zahlreich angebotenen Bankkrediten kann die Gründungsfinanzierung auch durch Venture Capital - sogenanntes Risikokapital - erfolgen. Die Suche nach einem solchen Kapitalgeber ist jedoch nicht ganz einfach, denn zunächst müssen Sie Interessenten überzeugen, beispielsweise durch ein innovatives Geschäftsmodell, einen großen Markt mit geringer Konkurrenz oder die Aussicht auf schnelles Wachstum durch ein skalierbares Geschäftsmodell. Doch auch als Gründer sollten Sie bei der Suche nach passenden Venture Capital Investoren auf einige Aspekte achten:

  • Hat der VC ein relevantes Netzwerk (Partner, Kunden …)?
  • Hat der VC genügend Kapital?
  • Wie reagiert der VC in schlechten Zeiten?
  • Haben Sie und der VC ähnliche Vorstellungen bezüglich Exit-Volumen und Zeitpunkt?

Schon der der Name des Risiko- oder Wagniskapitals sollte Gründer und Start Ups jedoch bereits zur Vorsicht mahnen. Denn das Risiko liegt nicht nur auf Seite der Investoren, sondern überträgt sich auch auf die finanzierten Unternehmen. Ein völlig freies Arbeiten ist nach einer solchen Finanzierungsrunde nur noch selten möglich. Sind Sie nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, Venture Capital für sich nutzen, bietet Ihnen die Seite des Bundesverbands Deutscher Kapitalgeber einen Überblick über potenzielle Geldgeber.

Firma Gründen: Business Angel als Gründungshelfen

YURALAITS ALBERT/shutterstock.comFörderungen für Gründer müssen nicht immer ausschließlich finanzieller Natur sein. Ein schönes Beispiel dafür sind die sogenannten Business Angels. Dabei handelt es sich um eine Person, die einen Existenzgründer mit Kapital, Wissen und Kontakten unterstützt. Er besitzt sowohl Branchenkenntnisse wie –erfahrungen und fungiert für die Jungunternehmer daher auch als Coach. Oder anders formuliert: Er bietet nicht nur finanzielle, sondern auch fachliche Unterstützung. Im Gegenzug erhält er Anteile am Unternehmen.

Business Angels sind vorrangig an Geschäftsideen interessiert, die eine optimale Wachstumsperspektive sowie eine hohe Wertsteigerung versprechen. Besonderen Gefallen finden Sie an Produkten oder Dienstleistungen, die besser als der Markt oder schwer zu imitieren sind. Durch ihren frühen Einstieg im Unternehmen hoffen sie, durch Fachwissen positiven Einfluss auf die Unternehmensentwicklung nehmen zu können und schnelle Wertsteigerung zu erzielen. Denn langfristig wollen sie die Anteile mit hoher Verzinsung wieder verkaufen - entweder an die Gründer zurück oder aber an einen anderen strategischen Investoren. Die Höhe der Investitionssumme eines Business Angel beträgt in Deutschland zwischen 20.000 Euro und 200.000 Euro. Der Durchschnitt liegt jedoch am unteren Ende der Schwankungsbreite.

Kontakt können Sie zu Business Angels oft bei Veranstaltungen wie Gründerstammtischen, thematisch passenden Messen oder inzwischen auch einigen Barcamps aufnehmen. Haben Sie sich mit mehreren Business Angels in Verbindung gesetzt und zeigen diese Interesse an Ihrer Geschäftsidee, so sollten Sie bei der Wahl Ihres Business Angels folgende Kriterien beachten:

  • Wie hoch ist die Investitionssumme?
  • Welches Image hat der Unternehmensengel?
  • Wie gut ist das branchenrelevante Wissen des Unternehmensengel?
  • Wie viele Kontakte in Ihrer Zielbranche hat der Business Angel? In welcher Qualität?
  • Welche nicht-finanziellen Unterstützungen werden angeboten?
  • Wie hoch soll der Einfluss des Business Angel auf die Entscheidungen des Unternehmens sein?
  • Wie gut ist Ihr Bauchgefühl beim jeweiligen Business Angel?

Firma Gründen: Fazit der Fördermittel für Gründer

Schlussendlich besteht eine solide Gründerfinanzierung meist aus einer Mischung von Eigenkapital, öffentlichen Zuschüssen, Krediten und möglicherweise der - finanziellen und fachlichen - Unterstützung eines Business Angels und/oder Venture Capital. Welchen Anteil die verschiedenen Finanzierungsformen an Ihrer Gründerfinanzierung haben sollen und können, müssen Sie im Einzelfall - mit allen Vor- und Nachteilen - für sich abwägen.

Entscheidend ist, dass Sie die Gründerfinanzierung rechtzeitig angehen und Stress und Hektik so gut als möglich reduzieren. Und auf die Gefahr hin uns zu wiederholen empfehlen wir Ihnen das Coaching bei einem auf Gründer spezialisierten Berater oder Coach. Erfahrung und Fachwissen können Ihnen viel Ärger ersparen.

Wie bewerbe ich mein Start Up mit 100 Euro?

Nicht jeder Gründer sammelt kurzerhand Millionenbeträge von Investoren ein. Manche Startups sind finanziell hart auf Kante genäht und müssen jeden Cent umdrehen. Problem: Irgendwie muss Ihre Idee trotzdem nach vorne gebracht und bekannt gemacht werden. Am besten auf originelle, witzige, interessante Art und Weise. Zum Beispiel so:

  • Kaffee spendieren. Sie geben 20 Fremden einen leckeren (!) Kaffee aus und bitten sie dabei, Ihr Produkt zu testen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Versuchskaninchen von dieser Episode im Freundeskreis erzählen, liegt bei gefühlten 98 Prozent.
  • Eventjacking betreiben. Der Begriff besagt grob, dass Sie ein Event oder eine Veranstaltung, die mit Ihnen im Grunde nichts zu tun hat, für Ihre Interessen einspannen. Sie werben zum Beispiel für Ihre bahnbrechende Sportergebnis-App ausgerechnet dann, wenn die Innenstadt wegen des Bundesliga-Spiels mit Fußballfans gefüllt ist.
  • Testexemplare verschicken Versenden Sie Testexemplare (oder Testzugänge) Ihres Produkts an ausgewählte Blogger. Wichtig ist es, die bloggenden Multiplikatoren in Ihrer Branche zuvor korrekt zu identifizieren. Fordern Sie dazu auf, Ihr Produkt einem echten Test zu unterziehen und öffentlich zu rezensieren. Dabei besteht jedoch die Gefahr von negativen Kritiken.

Was Sie zum Thema Gründen noch lesen sollten

Wenn Sie sich noch weiter zum Thema Gründen informieren wollen, empfehlen wir Ihnen die folgenden Artikel:

[Bildnachweis: El Nariz, GaudiLab, YURALAITS ALBERT by Shutterstock.com]