So gut wie jede Firma nutzt heute eines oder mehrere Soziale Netzwerke, um mit seinen Kunden zu kommunizieren und für seine Marke zu werben. So gut sich Facebook, Google+, Twitter und Co. auch für den Dialog mit den Kunden eignen, ihr Nutzen ist nicht darauf beschränkt. Denn auch bei Firmen, die in ihrer Kundenkommunikation gut aufgestellt, sieht es bei der Kommunikation innerhalb des Unternehmens oft längst nicht so gut aus. Und genau hier kommen Soziale Netzwerke als Kommunikationskanal innerhalb eines Unternehmens ins Spiel. Wie auch Sie diese in Ihrem Unternehmen nutzen können, zeigen wir Ihnen jetzt…

Die Vorteile

DaumenWie schon bei der Kommunikation mit Kunden bringen Soziale Netzwerke auch in Unternehmen eine Vereinfachung der Kommunikation und eine höhere Transparenz von Projekten mit sich. Die Voraussetzung ist natürlich, dass alle beteiligten Mitarbeiter die Tools kennen, nutzen können und ihnen – vor allem – auch die Zielsetzung und Richtlinien für den Einsatz der neuen Kommunikations-Kanäle bekannt sind. Neben dem Vereinfachen des internen Daten- und Informationsaustausches gibt es noch einen weiteren, großen Vorteil: Mit den richtigen Tools entsteht ein Archiv der gesamten unternehmensinternen Kommunikation, Dialoge können nachvollzogen und Entwicklungen im Nachhinein analysiert werden, denn die Daten sind gespeichert und abrufbar.

Sicher, die Daten sind heute bereits vorhanden, E-Mails werden selten gelöscht, doch wenn sie benötigt werden, sind sie nicht abrufbar, weil sie verteilt in vielen verschiedenen Datenbanken und Programmen liegen. Soziale Netzwerke lösen das Problem und sammeln die Daten in einer Datenbank.

Die Nachteile

DaumenrunterEines der größten Bedenken, die in deutschen Unternehmen gegen den Einsatz Sozialer Netzwerke intern sprechen, ist die Datenschutz-Problematik. Einige Tools und Dienste laufen auf US-amerikanischen Servern und fallen daher nicht unter die deutsche Gesetzgebung. Die meisten Dienste bieten aber – teilweise gegen Aufpreis – die Option, die Programm auf den firmeneigenen Servern zu installieren. Ein anderes Problem kann das berühmte “zu viel des Guten” sein, also ein übertriebener Einsatz zu vieler verschiedener Tools gleichzeitig. Hier hilft es, klare Kriterien und Anforderungen festzulegen und die Dienste konsequent auszuwählen.

Die Kategorien

Die angebotenen Werkzeuge lassen sich grob in drei Kategorien einordnen:

  • Twitter-Alternativen,
  • Wikis für kollaboratives Arbeiten und
  • Komplett-Lösungen für kollaboratives Arbeiten.

Twitter-Alternativen

Diese fokussieren klar auf schnelle und einfache Kommunikation. Status-Meldungen, um Kollegen über den aktuellen Stand auf dem Laufenden zu halten, das schnelle Teilen von Informationen, die sonst untergegangen wären, das unkomplizierte Beantworten von Fragen – all diese Optionen sind auch für Abteilungen und Projektteams hilfreich.

Co-op

Auch Co-op reiht sich in die Kategorie der Twitter-Alternativen ein. Der Dienst bietet inzwischen auch eine Applikation im Chrome Web Store an. Der Dienst beschränkt sich auf den Austausch von Nachrichten und Status-Updates und ist auf die Zielgruppe kleinerer Unternehmen oder Teams ausgelegt. Der Dienst betont die kostenlose Einstiegsoptionen, das Versprechen täuscht jedoch. Der Start ist zwar kostenlos möglich, um den Dienst jedoch mit drei Nutzern einsetzen zu können, werden zwölf Dollar fällig, für fünf Nutzer liegen die Kosten bereits bei 40 Doller pro Monat, für unbegrenzt viele Nutzer sind es dann schon 90 Dollar.

Present.ly

Present.ly verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie Yammer. Present.ly bietet jedoch mehr Schnittstellen für externe Entwickler und ein Vielzahl von mobilen Applikationen für verschiedene Plattformen. Es besteht auch die Option, das Tool auf den firmeneigenen Servern zu installieren und damit viele Datenschutz-Bedenken zu zerstreuen. Auch hier sind Direktnachrichten und Antworten möglich, auch Gruppen lassen sich anlegen nutzen. Auch Dokumente und Media-Dateien lassen sich über den Dienst austauschen.

Yammer

Yammer ist die vielleicht bekannteste Lösung für einen Twitter ähnlichen Dienst. Wie auch das Original bietet Yammer Antworten, Direktnachrichten und Statusmeldungen. Es lassen sich jedoch auch Gruppen und Netzwerke für die Kommunikation mit Kunden außerhalb des Unternehmens angelegt werden. Auch mobile Applikationen sind verfügbar. Der Dienst ist kostenlos verfügbar, um die volle Leistung nutzen zu können, werden fünf Dollar im Monat pro Nutzer fällig.

Wikis für kollaboratives Arbeiten

Diese Tools legen den Schwerpunkt auf das gemeinsame Editieren von Texten. Wikis eignen sich jedoch auch hervorragend als zentrale Plattform für Richtlinien, Projektdateien und Konzepte.

Drupal-Wiki

Als einer der Platzhirsche unter den Unternehmenswikis wirbt Drupal-Wiki mit der leichten Erweiterbarkeit, einer einfachen Bedienung, dem leichten Import aller Daten aus Konkurrenzprodukten und und einer gut ausgebauten Microsoft Office Integration. Über Preise schweigt sich die Webseite leider aus, ein gewichtiges Argument wird jedoch betont. Bei Drupal-Wiki handelt es sich um ein deutsches Produkt, was es für Unternehmen mit Datenschutz-Bedenken zu einem Favoriten macht.

MediaWiki

MediaWiki ist vor allem durch die Wikipedia bekannt geworden, schließlich setzt Sie auf MediaWiki auf. Das Wiki lässt sich auf einem eigenen Server installieren, ist kostenlos und bietet einen großen Funktionsumfang. Im Gegensatz zu den anderen Wikis in der Liste ist die Bedienung jedoch kompliziert und nicht allzu benutzerfreundlich. Für den Unternehmenseinsatz ist MediakWiki nur bedingt geeignet.

Twiki

Im Gegensatz zu Drupal-Wiki handelt es sich bei Twiki um eine Open-Source-Projekt. Projektplanung, Dateimanagement, Statistiken und weiter Funktionen machen das Programm zu einem vielfältig einsetzbaren Werkzeug. Es besteht die Option, das Programm auf dem eigenen Server zu installieren und so unabhängig von Twiki einzusetzen. Auch Web-Applikationen lassen sich mit Twiki erstellen und den jeweiligen Bedürfnissen anpassen.

Komplett-Lösungen

Die Programme und Dienste dieser Kategorie vereinen Kommunikation mit kollaborativer Textbearbeitung, Dateimanagement und Projektverwaltung, bieten also alle Funktionen, die Teams, Abteilungen und Firmen für die Arbeit benötigen.

37 Signals

37 Signals ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch ihre sowohl technisch ausgereiften als auch gut designten Web-Anwendungen aufgefallen. Die US-amerikanische Firma bietet von der Kontaktverwaltung über Projektverwaltung bis hin zum Gruppenchat Anwendungen für annähernd jede Arbeitssituation. Die Zielgruppe der Anwendungen sind kleine und mittlere Firmen. Der Preis für alle Anwendungen – 37 Signals nennt diese Kombination die 37 Signals-Suite – beginnt ab 99 Dollar pro Monat. Es handelt sich allerdings um reine Web-Anwendungen, die sich nicht auf dem eigenen Server installieren lassen.

Google Apps for Business

Der Platzhirsch unter den Komplett-Lösungen sind definitiv die Google Apps. Die Funktions-Palette ist wahrscheinlich die umfangreichste am Markt, Chat, Video-Telefonie, Echtzeit-Kollaboration, E-Mail und viele weiter Funktionen gehören dazu. Für 25 Gigabyte Speicher-Volumen beginnen die Preise bei vier Euro pro Monat. Die Google Apps lassen sich zwar nicht auf dem eigenen Server installieren, daher kommen sind die Google Apps nicht mit allen Datenschutz-Richtlinien von Firmen kompatibel.

Socialcast

Socialcast deckt annähernd die gleichen Funktionen und Anwendungsfälle wie die Google Apps ab. Das Unternehmen betont jedoch die umfassende Integration des Dienstes mit den Microsoft Office Programmen und Microsofts Sharepoint Anwendungen. Die Basis-Funktionen sind kostenlos verfügbar, die Preise für die erweiterten Funktionen sind nur auf Anfrage zu erfahren. Auch dieser Service lässt sich nicht auf eigenen Servern nutzen, Firmen müssen also auch hier damit leben, dass Ihre Daten auf US-amerikanischen Servern gespeichert werden.

Jetzt Sie: Nutzen Sie in Ihrem Unternehmen Soziale Netzwerke? Wie – und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?