Robert Basic sinniert gerade über den Blog-Flow:

Ähnlich beim Bloggen: Wenn ich mich nicht einstimmen kann, ständig abgelenkt werde, kann ich scheinbar nicht bloggen.

So ganz stimmt das nicht. Richtig ist: Erfunden wurde die Flow-Theorie von dem renommierten US-Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi (ausgesprochen: Tschik-sent-mi-hai), der damit jenen optimalen Zustand beschrieb in dem wir maximal für eine Aufgabe motiviert sind, besonders kreativ und produktiv. Flow entsteht demnach an der Grenze zwischen Überforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile). Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie wollen ein völlig neues Projekt übernehmen. Einen großen Auftrag. Leider haben Sie von der Sache überhaupt keine Ahnung. Ihre Fähigkeiten liegen deutlich unter den Anforderungen, kurz: Sie sind hoffnungslos überfordert. Die Folge werden Frust und Versagensängste sein. Etwas Ähnliches passiert, wenn Sie eine neue Aufgabe übernehmen, die Sie in- und auswendig kennen. Diesmal liegen Ihre Fähigkeiten weit über den Ansprüchen: Sie sind unterfordert – und deshalb bald gelangweilt und genauso frustriert.

Flow entsteht allerdings nicht exakt auf der Grenze zwischen Unter- und Überfoderung, sondern leicht darüber. Anders formuliert: Wir sind genau dann optimal motiviert, kreativ, produktiv, wenn uns eine Aufgabe (ein Projekt, ein Artikel, der Job, …) nicht langweilt, aber immer noch herausfordert. Nur so lernen wir hinzu und behalten den Spaß am Job, weil wir anschließend ein Erfolgserlebnis registrieren: Wir sind ein Stück über uns hinausgewachsen.

Veränderung gelingt eben oft nur in kleinen Schritten. Um erfolgreich seine bequeme Chill-out-Zone zu verlassen und sich weiterzuentwickeln, muss jeder seine Grenzen genau kennen und Aufgaben so wählen, dass sie diesen nahekommt – besser: sie leicht überschreitet. Je öfter Sie diesen Prozess aus „Limits ausloten und übertreten“ wiederholen, desto mehr wachsen Sie über sich hinaus. Wie ein Baum, der einen Ring zulegt, wenn er ein Jahr mit Sonne, Sturm und Schnee gemeistert hat.