Flüchtlingskrise: Diese Jobs sind jetzt zu vergeben
Ist Deutschland mit seinen Flüchtlingen überfordert? Es scheint so. Und dennoch strömen weiterhin Tausende Tag für Tag über die Grenze. Höchste Zeit, um die La Ola-Welle am Bahnhof einzustellen und sich stattdessen an die Detailarbeit zu machen. Wenn Sie den Flüchtlingen und auch Deutschland wirklich helfen wollen, dann haben wir einen Vorschlag: Heuern Sie beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an - es ist mehr denn je auf helfende Hände (und Köpfe) angewiesen. Diese Jobs sind gerade zu vergeben.

Flüchtlingskrise: Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Die Bild-Zeitung hat schon mal vorgerechnet. Demnach benötigt Deutschland, um den Flüchtlingsansturm dauerhaft bewältigen zu können:

  • 20.000 bis 25.000 neue Lehrer
  • 20.000 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst
  • 15.000 Polizisten
  • 50.000 Sozialarbeiter
  • 6.000 Ärzte

Dazu kommen Erzieher, Krankenschwestern, Architekten, Bauarbeiter für den sozialen Wohnungsbau und und und.

Sie sehen: Flüchtlingshilfe hört nicht am Willkommensbahnhof auf. Der erste, wichtigste Schritt aber wäre, das gegenwärtige Chaos zu ordnen, Flüchtlinge zu registrieren und auf Bleibeberechtigung zu prüfen, Asylverfahren zu beschleunigen und abzuarbeiten. Und dafür braucht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) dringend Hilfe. Denn dass es bislang einen besonders guten Job gemacht hätte, kann - aller Widrigkeiten zum Trotz - nicht behauptet werden.

Bis Ende November sollen in einer ersten Rekrutierungswelle 1.000 neue Stellen besetzt werden, im nächsten Jahr weitere 1.000, der neue BAMF-Präsident Frank-Jürgen Weise hat sogar die Einstellung 3.000 frischer Mitarbeiter angekündigt, auch sollen vermehrt Mitarbeiter aus der Bundesagentur für Arbeit aushelfen. Viele von ihnen werden in Nürnberg eingearbeitet, dort hat das Amt ein neues Qualifizierungszentrum eingerichtet. Außerdem nehmen bis zum 1. November 2015 vier Entscheidungszentren ihren Betrieb auf, in denen schneller über Asylverfahren entschieden werden soll: in Berlin, Nürnberg, Mannheim und übergangsweise in Bonn (danach Unna).

Für wechselwillige Arbeitnehmer und Arbeitssuchende ist die gegenwärtige Krise allerdings auch eine Chance - auf einen Job mit Sinn und Perspektive. Diese Stellen sind momentan zu vergeben ...

Flüchtlingskrise: Wer gebraucht wird

  • Verfahrenssachbearbeiter

    Sie bearbeiten die Asylverfahren, koordinieren, organisieren, kommunizieren. Neben EDV-Kenntnissen ist Wissen über Rechtsgrundlagen wichtig. Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich reicht aus, viele Sachbearbeiter im Bundesamt haben zuvor eine Ausbildung zur Bürokauffrau, zur Kauffrau für Bürokommunikation oder Bankkauffrau absolviert. Manche Stellen sind auf zwei Jahre befristet. Mitarbeiter lässt das Bundesamt zum Teil über Personaldienstleister suchen, ein Blick in die Jobbörsen genügt. Eine Liste aller aktuellen Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland - und damit der möglichen Arbeitsorte - finden Sie unten.

  • Dolmetscher

    Das Bundesamt arbeitet in diesem Bereich mit vielen freien Mitarbeitern und Dolmeterscherbüros zusammen. Aktuell sind Kenntnisse in Arabisch, Farsi, Dari und Persisch besonders gefragt - Englisch und Deutsch gehören ohnehin zum Grundbaukasten. Auch für Albanisch, Serbisch und andere slawische Sprachen gibt es erhöhten Bedarf. Deren Bedeutung dürfte aber im Zuge der geplanten Ausweitung der Liste sicherer Herkunftstaaten auf Albanien, Kososvo und Montenegro in den kommenden Monaten abnehmen, wenngleich aktuell noch Zehntausende Balkanflüchtlinge auf Bearbeitung ihres Verfahrens warten.

  • Sachbearbeiter

    Sie werden momentan vorzugsweise für die Standorte Berlin, Düsseldorf und Nürnberg gesucht. Bewerbern winkt eine Verbeamtung auf Lebenszeit im gehobenen öffentlichen Dienst. Voraussetzung: ein Studium mit dem Schwerpunkt öffentliche Verwaltung, Public-Management, Verwaltungs-, Staats-, Wirtschafts-, Rechts- oder Sozialwissenschaften und/oder eine vorherige Tätigkeit im gehobenen öffentlichen Dienst. Mathe- und Rechtskenntnisse sind erforderlich. Hier ist besondere Eile gefragt: Die Bewerbungsfrist läuft heute (!) ab.

  • Wissenschaftliche Mitarbeiter

    Politologen und Soziologen können in der Regel auf dem Arbeitsmarkt nur aus einem sehr begrenzten Angebot an passgenauen Joboptionen zugreifen. Das Bundesamt aber sucht aktuell nach wissenschaftlichen Mitarbeitern, die in empirischer Sozialforschung und Statistik geschult sind, möglichst schon Evaluationsfoschung betrieben haben. Wichtig sind Kenntnisse in den Themengebieten "Islam" und "muslimische Radikalisierung", auch Islamwissenschaftler sind daher explizit angesprochen. Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet, Bewerbungen werden bis zum 13. Oktober erbeten.

  • Fachinformatiker

    Aktuell werden Azubis gesucht, der Ausbildungsbeginn beim Bundesamt ist allerdings der 1. September. Für 2015 ist die Frist also schon verstrichen, für nächstes Jahr sind aber noch Plätze frei.

  • Kaufleute für Büromanagement

    Hier gilt das Gleiche, die nächste Ausbildung startet im September 2016. Positiv: Angesichts der aktuellen Situation dürften die Chancen auf spätere Übernahme hoch sein.

Alle Erstaufnahmestellen in Deutschland

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