Fokussieren-lernen-Konzentration
Es ist ein wichtiger Erfolgsschlüssel - das Fokussieren können. Immer wieder liest man davon, sich auf eine Sache bewusst zu konzentrieren, sich zu fokussieren auf das Wesentliche und Wichtige, das helfe der Karriere auf die Sprünge, beflügele die Bewerbung und bringe den erhofften Erfolg. Stimmt auch. Doch Fokussieren bedeutet mehr, als sich zu konzentrieren...

Fokussieren können: Die Definition

Fokussieren-konzentrieren-Linse-KameraSich auf das Wesentliche (im Job) zu konzentrierten und sich nicht zu verzetteln - das ist für viele Menschen ein Problem. Für Jüngere meist mehr als für Ältere; für Angestellte mehr als für Selbstständige (PDF). Zumindest entscheidet die Fähigkeit für letztere maßgeblich über Fortune oder Fiasko der Unternehmer.

Von Konfuzuis gibt es dazu ein schönes Sprichwort:

Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.

Doch was hat es mit dieser Eigenschaft auf sich? Und wie lautet die Definition dafür?

Wer die einschlägige Literatur und Links dazu verfolgt, kommt irgendwann zu diesem Ergebnis: Wer sich fokussiert, der richtet sich auf ein bewusstes (!) Ziel aus und widmet sich diesem mit all seiner Kraft, Energie und Leidenschaft, um es am Ende auch zu erreichen. Es reicht dazu nicht, mit ein paar Konzentrationsübungen die kognitiven Fähigkeiten zu trainieren und zu stärken. Fokussierung ist vielmehr die zielgerichtete und willentliche Ausrichtung auf ein bestimmtes Ziel. Derart fokussierte Menschen sind nicht nur enorm ausdauernd und hartnäckig, sie lassen sich auch kaum noch ablenken oder entmutigen.

Dabei geht es natürlich nicht darum, anschließend nur noch mit Scheuklappen durchs Leben zu trampeln und alles zu ignorieren oder niederzumähen, was sich einem in den Weg stellt. Das wäre ziemlich blöd, schließlich verläuft das Leben selten nach Plan und Improvisation und Anpassungsfähigkeit sind ebenso wichtige Erfolgsschlüssel.

Die meisten großen Ziele aber sind langfristige. Ziele, wie wir wirklich erreichen wollen. Weil sie uns wichtig und wertvoll sind, weil sie uns weiterbringen. Die verlangen immer wieder unsere volle Aufmerksamkeit. Und an die gilt es, sich nicht nur regelmäßig zu erinnern, sondern eben vollends darauf zu fokussieren. Oder wie man sagt: Sie nicht aus dem Blick zu verlieren.

Tatsächlich eint die meisten Erfolgreichen diese Eigenschaft. Sie alle hatten oder haben einen entscheidenden Traum, eine Vision, ein Ziel, das sie mit aller Kraft und mit sehr klarem Fokus verfolgen.

Die 4 Grundregeln des Fokussierens

  1. Der Fleißige ist der Dumme.

    Seien Sie strategisch faul. Sie kennen sicher das Pareto-Prinzip, wonach häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich indirekt eine Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.

  2. Weniger ist mehr.

    Verwechseln Sie Erfolg niemals mit Aktionismus. Fokussieren zu können, ist das genaue Gegenteil: Nicht viel machen, sondern das Wichtige und Richtige. Das ist gar nicht so schwer: Egal, wie viele Punkte auf Ihrer To-Do-Liste stehen – einer davon ist immer der Wichtigste. Fragen Sie sich also ehrlich: Was müsste jetzt getan werden? Fokussieren Sie sich allein und zuerst darauf und widmen Sie dieser Sache entsprechend Ihre ganze Hingabe und Energie. Der Rest kann warten.

  3. Multitasking ist Mist.

    Sie können sich weder konzentrieren noch fokussieren, solange Störquellen existieren. Diese Erkenntnis ist zwar eine Binse, aber wie viele Menschen versuchen täglich das Gegenteil zu beweisen? Sie sagen: "Ich kann mich nicht konzentrieren!" – und lassen ihre Bürotür auf und halten Telefon, Handy und Mail-Postfach auf Empfangsbereitschaft. Das ist nicht nur inkonsequent, sondern sorgt auch für Unterbrechungen und viele kleine Zufälligkeiten, die den Fokus trüben.

  4. Pausen fördern das Fokussieren.

    Unser Gehirn wird in jeder Sekunde mit rund 400.000 Sinnesreizen regelrecht bombardiert. Irgendwann nimmt da die Konzentrationsfähigkeit zwangsläufig ab. Deshalb sollten Sie sich, bei allem was Sie so tun, immer wieder Pausen gönnen. Idealerweise spätestens nach 45 Minuten eine Pause von 5 Minuten. Immerhin: Die Fähigkeit, sich ohne Pause konzentrieren zu können, steigt mit zunehmendem Alter: Ein Erstklässler schafft rund 15 Minuten am Stück, ein 25-Jähriger kommt indes schon auf 45 Minuten.

Fokussieren lernen: Beantworten Sie die Schlüsselfrage

Die gute Nachricht aber ist: Fokussieren kann man lernen. Letztlich verhält es sich mit dieser Fähigkeit wie mit einem Muskel: Wer regelmäßig damit übt, wird (mental) stärker und sieht auch bald schon Ergebnisse.

Beginnen Sie vielleicht nur nicht mit dem größtmöglichen Anspruch und Ziel, sondern mit kleinen Teilschritten. Aufmerksam lässt sich zwar lernen, der Prozess ist aber anstrengend bis mühsam. Wer sich also stärker fokussieren möchte, sollte zunächst seine Aufmerksamkeit wie bei einem Scheinwerfer lenken und bündeln - und zwar auf eine konkrete Sache.

Und egal, ob es sich um ein kurzfristiges oder langfristiges, ein kleines oder großes Ziel handelt; egal, ob Sie echte oder gefühlte Dringlichkeiten wahrnehmen - am Ende geht es beim Fokussieren immer um eine entscheidende Schlüsselfrage, die auch nur Sie selbst beantworten können:

Bringt mich das, was ich tue oder tuen werde, meinem eigentlichen Ziel näher?

Lautet die Antwort "Nein", sind Sie (noch) nicht fokussiert genug, sondern haben sich auf ein Nebengleis bewegt.

Ziele steigern Motivation um 35 Prozent

Ziele steigern Motivation um 35 ProzentAllein, Mitarbeitern ein konkretes Ziel vorzugeben, steigert deren Motivation um stolze 35 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie um Samuel Smithers von der englischen Universität in Leicester.

Allerdings gibt kleinere Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Frauen auf klare Ziele ebenfalls motiviert reagieren, stellen sie für Männer einen regelrechten Leistungskick dar: Sie fokussieren sich mehr und strengen sich umso mehr an, das Ziel zu erreichen.

Smithers dazu: "Wir konnten zeigen, dass Frauen ohne Zielvorgaben sogar besser performen als Männer. Mit Zielen aber steigern die Männer überdurchschnittlich ihre Leistung und Geschwindigkeit."

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