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Bitte warten, Seite lädt. Und lädt. Und lädt. Und lädt. Und… Sie kennen das. In jüngster Zeit leider auch von der Karrierebibel. Wir haben Probleme mit unserem Hoster und ziehen deshalb wohl bald um. Trotzdem schon mal Entschuldigung und Danke für Ihre Geduld!
Trotzdem ist das natürlich ein generelles Problem: lange Ladezeiten nerven. Ob nun beim Installieren einer neuen Software oder beim Aufbau einer Webseite. Schnell muss es heute gehen. Selbst der dazugehörige “Fortschrittsbalken” ist ein Euphemismus, der suggeriert, dass es stetig voran geht. Wie ärgerlich, wenn der Fortschritt unvermittelt und für längere Zeit stehen bleibt.
Aber sind die Zwangspausen wirklich jedes Mal ärgerlich? Nein, sagen zwei Wissenschaftler. Eine Studie von Ryan W. Buell und Michael I. Norton (PDF) zeigt: Wartende haben umso mehr Geduld, je mehr sie darüber erfahren, warum sie so lange warten müssen – und wenn Sie das Gefühl haben, das derweil fleißig an dem Problem gearbeitet wird. Mehr noch: Danach bewerten Sie das Produkt oder die Dienstleistung sogar höher.
Buell und Norton experimentierten dazu mit einer falschen Reiseseite im Internet und ließen ihre Probanden nach einem günstigen Flugangebot suchen. Den einen zeigte die Seite in der Wartezeit einen typischen Ladebalken, den anderen wurde simuliert, wie der Suchroboter der Webseite anscheinend diverse andere Webseiten nach Angeboten durchflöte. Beides dauerte exakt gleich lange – 60 Sekunden. Die zweite Variante kam bei den vermeintlichen Kunden aber deutlich besser an.
Im Folgeexperiment sollten die Teilnehmer nun die Reise buchen. Wieder wurde ein Teil der Probanden gebeten zu warten, bis der Buchungsvorgang abgeschlossen sei. Der anderen Gruppe wurden derweil verschiedene Buchungs(fort)schritte kurz auf dem Bildschirm angezeigt – jedoch dauerte das diesmal sogar bis zu 60 Sekunden länger.
Hauptsache, es wird daran gearbeitet
Sie ahnen es: Trotz längerer Wartedauer fanden die Teilnehmer Variante zwei wesentlich besser. Und das, obwohl diese Informationen nur vorgegaukelt waren! Oder mit anderen Worten: Du kannst die Leute warten lassen, solange sie den Eindruck haben, es wird im Hintergrund gearbeitet.
Das gilt aber nur, wenn das Ergebnis mindestens zufriedenstellend ist. Denn auch das untersuchte das Forscherduo. Diesmal mit einer fiktiven Partnervermittlungsseite. Wieder ließen sie ihre Probanden längere Zeit warten – mit vorgetäuschter Regsamkeit hinter den Kulissen. Dann aber bekam die eine Hälfte der Teilnehmer besonders attraktive passende Partner eingespielt (zufriedenstellendes Ergebnis), die andere Hälfte weniger attraktive. Schon war die zweite Gruppe mit der langen Wartezeit – trotz Transparenz – gar nicht mehr einverstanden.
Kurzum: Warten ist okay, solange man das Gefühl hat, es wir an einer optimalen Lösung gearbeitet, die dann aber bitteschön auch (halbwegs) optimal sein muss.
So – und jetzt stehen wir mit unserem Serverumzug ganz schön unter Psychodruck, wo wir Sie schon immer wieder warten lassen…
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Ulrike Zecher I.
Dieses Gefühl, das für mich im Hintergrund gearbeitet wird, das hat mir wirklich gefehlt, als ich für 14 Tage als Telekom-Kundin offline war.