Ein strahlendes Lächeln, perfektes Makeup, glatte Haut – nicht alle Fotos, die uns in Hochglanzzeitschriften und von Plakaten entgegen strahlen, bilden Realität ab. Um ehrlich zu sein, sind es sogar die wenigsten. Dahinter stecken oft vielmehr lange Stunden der Retusche von Photoshop-Profis.

Unbezahlbar für einen jedermann? Mitnichten, dachte sich auch Sian-Ru Lai und gründete Ende 2010 das heute in Berlin ansässige Startup Glamya. Wer mit seinem Konterfei unzufrieden ist, kann auf deren Seite ein Porträt- oder Urlaubsfoto von sich hochladen und einen Preis festlegen, den er oder sie für das überarbeitete Bild zu zahlen bereit ist, mindestens aber fünf Euro. Erfahrene Designer, die an dem Job interessiert sind, retuschieren das Bild anschließend und zeigen die Ergebnisse ihrem Auftraggeber in spe vorab. Der kann danach aus allen Entwürfen das beste und schönste Bild auswählen – und zahlt auch nur das eine.

Wir berichteten bereits darüber, wollten es aber noch genauer wissen und haben daher einen kleinen Test gemacht – mit echten Karrierebibel-Lesern, die dazu ihr Foto eingeschickt haben.

Margarita und Frederic waren mutig genug, haben sofort mitgemacht und ihr Konterfei (dezent) retuschieren lassen. Das Ergebnis sehen Sie sich am besten selbst an:

Vorher

Nachher

Vorher

Nachher

Die entscheidende Frage aber lautet: Wie beurteilen die Betroffenen selbst das Ergebnis? Wäre es ihnen mindestens fünf Euro wert gewesen und wo würden sie die Fotos verwenden: auf Facebook? In einer Bewerbung?

Das sagt Magarita:

Das Foto fand ich schön, hat mir sehr gut gefallen und meine Freunde waren auch begeistert. Ich hätte dafür also durchaus auch Geld ausgegeben. Und da ich jetzt weiß, wie gut Glamya das kann beziehungsweise die Designer, die dafür arbeiten, werde ich über den Service sicherlich noch ein paar Fotos retuschieren lassen. Das Foto oben lasse ich jetzt aber erst einmal einrahmen und schenke es meinem Freund.

Das sagt Frederic:

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Ich wäre allerdings auch gespannt, was möglich wäre, wenn man mehr investiert, als fünf Euro. Aber für den Preis kann man echt nicht meckern, vor allem wenn man sich selber nicht mit Bildbearbeitungsprogrammen auskennt oder keines besitzt. Ich denke mein Bild wird nun wohl eher Facebook schmücken. Als Bewerbungsfoto ist es eher weniger zu gebrauchen, was aber an der Aufnahme als an der Bearbeitung des Bildes liegt. Alles in allem war der Service und Support bei Glamya sehr gut und schnell. Allerdings würde ich jedem empfehlen, für das Pimpen eines Bewerbungsfotos mehr als fünf Euro zu investieren. Dennoch: Daumen hoch – mir gefällt die Seite mitsamt Konzept sehr gut.

Demnach wäre der Test bestanden. Zwei von zwei Testern waren mit dem Ergebnis zufrieden. Das ist vielleicht nicht repräsentativ, spricht aber auch nicht gegen Glamya. Über die Qualität der Bilder lässt sich sicher streiten (da sind wir auch nicht richtig überzeugt), dennoch können auch wir von der Karrierebibel nur bestätigen: Hinter den Kulissen, bei der Abwicklung dieses Tests verlief alles reibungslos. Sian-Ru Lai ging auf alle unsere Bedingungen ein, lieferte pünktlich und war in der Kommunikation stets hilfsbereit und freundlich. Deshalb sagen wir unter Berücksichtung der Bedingungen: Daumen hoch!