Zu Beginn jeder Selbstständigkeit, freiberuflichen Tätigkeit oder Unternehmensgründung steht das Kapital. Nicht jeder hat eine Finanzspritze, die es ihm oder ihr erlaubt, sich alles zu kaufen, was man benötigt um sein Geschäft zu beginnen. Sogenannte Open Source Programme (kostenfreie Softwareprogramme) können hier nicht nur die Startkosten senken, sondern machen den Benutzer oft sogar zu einem unabhängigen Anwender, der nicht an die Bedingungen des Softwareanbieters gebunden bleibt.
Open Source (engl. quelloffen) sind Programme, deren Quellcode (Computerprogrammtext in Programmiersprache) für jeden frei zu lesen ist und die man kopieren, verändern und lizenzfrei veröffentlichen darf. Es gibt keine Nutzungseinschränkungen, da man die Software so häufig herunterladen kann, wie man möchte und sich nicht an Lizenzgebühren oder anderen Kosten beteiligen muss.
Sie besteht im Kern aus zwei Grundsätzen:
Die Erfindung von Open Source Programmen basiert auf der Grundlage des unabhängigen und benutzerfreundlichen Umgangs mit Softwarelösungen für jeden, der einen Computer hat. Es soll niemand aufgrund irgendwelcher Defizite benachteiligt und schon gar nicht von irgendwelchen Herstellern abhängig sein. Außerdem sorgen viele freiwillige Programmierer weltweit dafür, das diese Programme verbessert werden und stets auf dem neuesten Stand sind – ohne Extrakosten zu verursachen.
Auch Geschäftspartner, mit denen wir in Kontakt stehen und denen wir irgendwann mal ein Dokument schicken, zwingen wir somit auch nicht dazu, kostenpflichtig das Programm zu beschaffen, nur damit er oder sie in der Lage ist, es zu öffnen und zu lesen. Wir wollen schließlich faire Geschäftspartner werden.
Mittlerweile gibt es für fast jedes kostenpflichtige Markenprogramm, wie zum Beispiel Microsoft Word (Textverarbeitung) eine Open Source-Alternative, in diesem Fall Open Office Writer. Der Leistungsumfang ist der gleiche, die Handhabung ähnlich und die Installation sogar einfacher. Der Unterschied liegt meist lediglich in der Anwenderoberfläche und kann mit etwas Übung sehr leicht beherrscht werden.
Natürlich braucht man persönlich manchmal noch andere Programme für sein Unternehmen (Adressbuch, Terminkalender, Urlaubsplaner, etc.). Doch auch hierbei lässt sich schnell etwas im Internet finden. Wichtig ist dann nur, sich stets andere Meinungen von Benutzern einzuholen. Oftmals findet man so auch noch beliebte und nützliche Tools (Extraprogramme), um das Paket der Büroprogramme aufzurüsten.
Man braucht also keine großen Ausgaben, um ein Unternehmen effektiv führen zu können, zumindest was den Büroalltag betrifft. Unterm Strich spart man mehrere Tausend Euro, die für wichtigere Dinge ausgegeben werden können. Außerdem hat man ein gutes Gefühl, da die Unabhängigkeit, die man als Unternehmer so schätzt, nicht einmal von Computer oder Internet beschränkt wird.
Über die Autorin:
Susann Nicklaus, Jahrgang 1981, absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Seit 2003 lebt sie in Berlin und unterstützt als Selbstständige Freiberufler und Kleinunternehmer im Büroalltag.
Dieser Artikel wurde für den Leser- und Autoren-Wettbewerb eingereicht. Am Ende des Wettbewerbs entscheidet die unabhängigste und kritischste Jury darüber, welcher Gastbeitrag der beste ist: die Leser.
1. Kommentar
Benjamin Körner
09.10.09 um 08:54 Uhr
Moin Moin!
Danke für die teilweise sehr hilfreichen Empfehlungen. Was ein wenig irritiert ist jedoch, dass auf der einen Seite mit Ubuntu ein OpenSource OS angepriesen wird, aber im Folgenden Tools präsentiert werden, die nur unter MS laufen (FreePDF & Taxpool), was der Nützlichkeit der Tools keinen Abbruch tut.
Viele Grüße
Benjamin Körner
2. Kommentar
Susann
09.10.09 um 13:16 Uhr
Hallo Benjamin Körner,
sie haben Recht, FreePDF oder Taxpool laufen nur unter MS, für die, die nicht mit ubuntu arbeiten wollen.
Um da noch einen kleinen Tipp geben zu dürfen: bei ubuntu gibt es den Menüpunkt Anwendungen, auf Hinzufügen/Entfernen klicken und schon hat man eine wahnsinnig große Auswahl an Open Source Programmen, auch für Buchhaltung (Gnucash-Finanzverwaltung) oder PDF (ViewPDF).
3. Kommentar
Denny
09.10.09 um 15:12 Uhr
Hallo,
eventuell sei der Hinweis angebracht, doch vorher ein klein wenig besser
zu recherchieren. Da wären z.B die Sache mit Ubuntu. Diese Distribution
(wovon es mehrere gibt, wie OpenSuse, Debian, RedHat – und eben auch
Ubuntu ..), kommt natürlich nicht aus dem Hause Linux. Ubuntu stammt von
der Firma Canonical. Linux ist für viele einfach nur die Bezeichnung für
das von ihnen gewählten Betriebssystem. Es ist vergleichbar mit der
Sprache: der Großteil der Bundesrepublik sprechen Deutsch, aber eben in
verschiedenen Dialekten.
Schaut man jedoch genauer hin, so ist Linux nur der Kernel – die
Steuerzentrale – dessen Erfinder und Entwickler Linus Torvalds ist.
Des weiteren ist auch der Absatz “Was ist Open Source?” nicht frei von
Fehlern. OpenSource bedeutet natürlich nicht, dass es keine Lizenz zu
beachten gibt. Im Gegenteil. Hierzulande sind Firmen vor Gericht
verurteilt worden, weil sie sich eben nicht an die vom Entwickler
festgelegte OpenSource Lizenz gehalten haben. Die GPL ist die wichtigste
Lizenz von ihnen. Daneben gibt es jedoch noch zahlreiche andere.
Also bitte ich Sie noch einmal Wikipedia und andere Quellen
heranzuziehen, um die Aussagen zu korrigieren. Für Rückfragen stehe ich
gern zur Verfügung.
mfg Denny Schierz
4. Kommentar
Andreas
09.10.09 um 15:18 Uhr
Die Software von Taxpool ist kein Open Source, wird aber als solches von Ihnen angepriesen.
Ein Artikel voller Fehler welcher der Qualität der übrigen Beiträge hier nicht gerecht wird. Schade.
5. Kommentar
Andre J. Aberer
09.10.09 um 15:31 Uhr
Schöner Artikel, das kann man gar nicht genug betonen, was man sich an Ärger und Geld sparen kann, wenn man auf OpenSource bzw. freie Software setzt. Gilt natürlich nicht uneingeschränkt, gestern erst hatte ich wieder ziemlichen Ärger aus einem aufwendig gemachten SVG ein vernünftiges PDF zu bekommen.
Ich würde nur noch hinzufügen, dass OpenSource/FreeSoftware im Gegensatz zur im Titel erwähnten Freeware auch Modifikation an der Software erlaubt und ermöglicht. So kann sich eine Firma, die spezielle Anpassungen an der Software braucht, jemand anstellen oder bezahlen, der das für sie macht.
6. Kommentar
Thomas Schulze
09.10.09 um 16:26 Uhr
Es gibt auch “mail” programme als Opensource, damit man keine Lizenzkosten mehr für outlook hat , wie z.B. http://www.openmapi.org oder auch archivierungssysteme wie http://www.openarchive.net sollte man sihc auch mal anschauen!
7. Kommentar
Susann
09.10.09 um 16:33 Uhr
Ich entschuldige mich vielmals, das ich mit meinen Recherchen nicht genau den Punkt der Definitionen getroffen habe. Betrachten Sie diesen Text nicht als wissenschaftliche Grundlage, sondern eher als kleine Stütze, für diejenigen, die nur ein paar Open Source Programme benötigen, um die Bürotätigkeiten zu erleichtern.
Ich danke natürlich für die ausführliche Erklärung von Denny, was die Lizensbedingungen und ubuntu an sich betrifft.
Was das Program Taxpool betrifft, hat Andreas natürlich recht: es ist kein Open Source Program, nach der Definition von Open Source Programmen, es gehört unter die Kategorie Freeware/Shareware, was aber für den Anwender genauso kostenfrei bzw. kostengünstig ist und zu einem (hier dazugehörigen) Teil der Philosophie von Open Source gehört.
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