FSJ-BFD-Auszeit-Pause-Absolvent-Abitur
Nach den Abiturprüfungen folgt eine spannende Zeit und die Frage: Wie geht es weiter? Nicht wenige Abiturienten wollen sich nach der Schulzeit erst einmal eine Auszeit nehmen bevor es mit Studium oder Ausbildung losgeht - zum Einen, um sich besser darüber klar zu werden, was die eigenen beruflichen Ziele sind. Oder um einmal aus der gewohnten Umgebung auszubrechen, andere Länder und neue Menschen kennenzulernen - vielleicht sogar für ein ganzes Jahr. Dazu gibt es gleich mehrere Freiwilligendienste: etwa das freiwillige soziale Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Was aber eignet sich für wen?

Angebote für freiwillige Auszeiten im Überblick

Sie spielen mit dem Gedanken den gewohnten Trott für eine Weile zu unterbrechen und neue Erfahrungen zu sammeln? Ein Freiwilligendienst ist eine schöne Möglichkeit genau das zu tun. Hier die beliebtesten Angebote...

Das freiwillige soziale Jahr - FSJ

Rund 40.000 Plätze werden hierbei jährlich an engagierte junge Menschen vergeben. Das FSJ bietet Freiwilligen die Möglichkeit, sich für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft einzusetzen. Als Interessierter suchen Sie sich einen anerkannten Träger, also beispielsweise einen Verein oder eine soziale Einrichtung, und bewerben sich dort. Besondere Qualifikation sind in der Regel nicht notwendig. Wichtig ist die persönliche Motivation.

Die wichtigsten FSJ-Informationen im Überblick

  • Alter: Das Angebot richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren.
  • Dauer: Der Einsatz dauert in der Regel 12 Monate. Allerdings sind auch kürzere Einsätze von sechs Monaten möglich. Die Obergrenze liegt bei 18 Monaten. Die Einsatzdauer hängt auch stark von den Projekten ab.
  • Beginn: Meistens beginnt der Einsatz am 1. August oder am 1. September.
  • Einsatzbereiche:
    • Sport: zum Beispiel Vereine, Verbände, Jugendferiendörfer, Sportschulen
    • Kultur: zum Beispiel Bibliotheken, Museen, Kunstvereine
    • Denkmalpflege: zum Beispiel Architekturbüros, denkmalorientierte Vereine, Handwerksbetriebe, aber auch Museen.
    • Gesundheitsbereich: zum Beispiel Krankenhäuser, Rettungsdienste, Altenheime
    • Jugendbereich und soziale Einrichtungen: zum Beispiel Jungendheime, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Kindertagestätten

Weitere wichtige Informationen finden Sie zudem auf der Seite des Bundesarbeitskreises Freiwilliges Soziales Jahr.

Das freiwillige ökologische Jahr - FÖJ

Das FÖJ ist sozusagen die kleine Schwester des FSJ. Es richtet sich speziell an Menschen, die sich im Umweltschutz einsetzen möchten.

Die wichtigsten FÖJ-Informationen im Überblick

  • Alter: Auch hier sollten die Kandidaten zwischen 16 und 27 Jahre alt sein.
  • Dauer: Genau wie beim FSJ dauert der Einsatz in der Regel 12 Monate.
  • Beginn: Auch hier beginnt der Einsatz meistens am 1. August oder am 1. September.
  • Einsatzbereiche:
    • Umweltpolitik: zum Beispiel Landschaftsverbände
    • Umweltschutz: zum Beispiel Naturschutzgebiete, Wälder und Parks
    • Umweltbildung: zum Beispiel Naturschutzvereine

Genaue Informationen sowie die Möglichkeit Einsatzstellen zu suchen, finden Sie auf der Internetseite des Bundesarbeitskreises Freiwilliges Ökologisches Jahr. Allerdings sind hier die Informationen nicht so umfangreich wie auf der Internetseite des Bundesarbeitskreises FSJ. Aus diesem Grund empfehlen wir Interessierten sich beide Seiten anzuschauen.

Leistungen bei FSJ und FÖJ

Bei beiden Varianten des Freiwilligendienstes stehen Ihnen folgende Leistungen zu:

  • Ein kleines Taschengeld in Höhe von rund 150 Euro. Über den genauen Betrag entscheidet der Träger.
  • Die Unterstützung bei Unterkunft und Verpflegung, falls notwendig.
  • Eine beitragsfreie Versicherung in der gesetzlichen Kranken-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.

Zusätzlich bleibt der Anspruch auf Kindergeld für die Zeit des Einsatzes bestehen.

Das FSJ und das FÖJ werden durch 25 Seminartage begleiten. Hier erhalten die Freiwilligen die Möglichkeit ihre Erfahrungen auszutauschen, über ihre Arbeit zu sprechen und Fragen zu stellen. Meistens widmen sich diese Seminare einem bestimmten Thema.

Der Bundesfreiwilligendienst - BFD

Der BFD oder liebevoll Bufdi genannte Freiwilligendienst ist ein noch relativ junges Konzept, das erst 2011 eingeführt wurde. Im Jahr 2014 gab es 40.000 Plätze für Freiwillige. Eingeführt wurde er vor allem als Ersatz für den Zivildienst. Genau wie beim FSJ können unterschiedliche Projekte und Einrichtungen unterstützt werden.

Die Unterschiede zum FSJ

  • Der Bundesfreiwilligendienst wird vom Bund finanziert, während das FSJ und das FÖJ ihre finanzielle Unterstützung von den Ländern erhalten.
  • Es gibt keine Altersbegrenzung.
  • Der Einsatz kann jederzeit begonnen werden.
  • Menschen ab 27 können ihren Dienst auch in Teilzeit (rund 20 Stunden/pro Woche) leisten.

Auch bei dieser Form des freiwilligen Dienstes gibt es eine Seminarbegleitung sowie ein kleines Taschengeld. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Neben den Möglichkeiten sich in Deutschland zu engagieren, gibt es auch Angebote, wie Sie im Ausland aktiv werden können.

Der Europäische Freiwilligendienst - EFD

Hier können Sie sich europaweit für unterschiedliche soziale Projekte einsetzten. Der Freiwilligendienst ist Teil des EU-Programms Jugend in Aktion. Andere Länder und Kulturen kennenlernen, eine neue Sprache erlernen, selbständiger werden - die Gründe für den Einsatz im Ausland sind vielfältig.

Die wichtigsten EFD-Informationen im Überblick

  • Alter: Die Freiwilligen sollten zwischen 17 und 30 Jahren sein.
  • Dauer: Ein Einsatz kann zwischen 2 bis 12 Monaten dauern.
  • Beginn: Der Beginn ist zu unterschiedlichen Zeitpunkten möglich. Das hängt ganz vom Projekt ab. Wichtig ist nur zu wissen, dass die Organisation, bei der Sie den Freiwilligendienst machen möchten, einen Antrag für Sie stellen muss. Für die Antragstellung gibt es bestimmte Fristen. Welche sind, erfahren Sie von der Organisation. Für dieses Jahr ist die First am 17. März abglaufen. Allerdings gibt es noch einige Lastminute-Angebote.
  • Einsatzländer: Einsatzorte sind sowohl Mitgliedsstaaten der EU, Nichtmitgliedsländer wie die Türkei, Länder in der Balkanregion, aber auch ein Einsatz in Russland, Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien oder Tunesien ist möglich.
  • Leistungen: Sprachkurs, Zuschuss zu den Reisekosten, Taschengeld.

Wichtig ist die rechtzeitige Bewerbung. Mindestens acht Monate vor einer möglichen Ausreise! Weitere Informationen finden Sie hier sowie die Datenbank mit Einsatzstellen hier.

Was bringt Ihnen der Freiwilligendienst?

Die meisten, die an einem, der beschriebenen Dienste teilgenommen haben, erinnern sich gerne an diese Zeit zurück. Freundschaften sind entstanden, Vorlieben wurden entdeckt und vielleicht ein berufliches Ziel ausgemacht. Für viele ist es sogar ein Wendepunkt in ihrem Leben. Am Ende sind Sie mit Sicherheit um einige Erfahrungen reicher.


Teilen Sie uns Ihre Meinung mit: Bei welchem Freiwilligendienst haben Sie gute Erfahrungen gesammelt? Welche Einsatzstellen können Sie empfehlen?

[Bildnachweis: Africa Studio by Shutterstock.com]