Ein Gastbeitrag von Christin Zimmer
Nicht wenige junge Menschen planen, vor, während oder nach dem Studium eine Sprachreise zu unternehmen und ihre Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen. Ist ja auch sinnvoll, denn in unserer globalisierten Welt sind Fremdsprachenkenntnisse wichtiger denn je. Kaum eine Stellenanzeige, die nicht mindestens Englisch (verhandlungssicher) voraussetzt. Ob im Beruf, im Alltag oder einfach beim Reisen – Sprachen sind überall eine große Hilfe. Und nicht selten sind sie auch der Schlüssel zu einer anderen Kultur. Doch wer sich für eine Sprachreise ins Ausland entscheidet, steht fast immer vor denselben Fragen: Wo soll es hingehen? Was muss ich beachten?
Genau dabei sollen die folgenden Empfehlungen helfen. Sie dienen als eine Art Leitplanke, an der Sie sich bei den Planungen zu Ihrer Sprachreise ins Ausland entlang hangeln können. Deshalb muss natürlich die erste Empfehlung mit der zwar simpelsten, aber vielleicht auch wichtigsten Frage beginnen…
Tipp 1
Klären Sie für sich, welche Sprache Sie lernen möchten. Die Frage werden die meisten schnell beantworten können. Doch sie ist tricky: Viele Sprachen, wie zum Beispiel Englisch, Spanisch, Französisch oder Portugiesisch spricht man nicht nur in einem Land, sondern in vielen Teilen der Welt. Sprachreisende müssen sich deshalb vorher Gedanken machen, in welches Land es gehen soll.
Ausschlaggebend können dabei ganz profane Dinge sein, wie: Welche klimatischen Verhältnisse bevorzugen Sie? Mögen Sie lieber das Großstadtleben oder die Natur? Dann ist da noch die Frage der Unterkunft: Geben Sie sich mit einem Hotel oder Hostel zufrieden? Oder möchten Sie lieber in den Genuss eines eigenen Apartments kommen? Oder wie wäre es seine Sprachenkenntnisse in einer Wohngemeinschaft oder bei einer Gastfamilie auszutesten? Es kann aber auch mehr dahinter stecken, wie: Was versprechen Sie sich eigentlich von Ihrem Aufenthalt im Ausland – neben dem Erlernen der neuen Sprache? Geht es auch darum, die Kultur besser kennenzulernen? Oder wollen Sie hier vielleicht sogar später einmal eine Weile arbeiten? In dem Fall ist es natürlich auch ein Vorteil für die spätere Bewerbung, Land und Leute schon zu kennen.
Haben Sie diese ersten Fragen für sich beantwortet und geklärt, können Sie viel zielgerichteter die Sprachreise planen und organisieren – und die zweite Phase angehen, die eigentliche Vorbereitung der Reise.
Tipp 2
Stimmen Sie sich mental auf die Sprachreise ein. Je nachdem, ob man einen Anfängerkurs bucht, schon ein paar Grundkenntnisse in der jeweiligen Fremdsprache hat oder sich sogar nur in einzelnen Bereichen (zum Beispiel Verhandlungen) spezialisieren möchte, können Sie sich vor dem Antritt der Sprachreise mit einem kleinen Sprachkurs zu Hause schon mal etwas auf das Bevorstehende einstimmen. Das bedeutet nicht, dass Sie noch einmal einen Extra-Kurs buchen! Aber es wäre möglich, über die Schule oder die Universität an ein paar Unterrichtsstunden teilzunehmen oder sich individuell mit einem Sprachprogramm aus dem Buchhandel oder Filmen oder Musik auf die Sprache einzustimmen. Vorteil: Sie finden sich später im Ausland wesentlich schneller zurecht und leichter in den eigentlich Kurs rein.
Tipp 3
Machen Sie sich vorher die kulturellen Unterschiede bewusst. Sei es das Essen, die Kleidung oder nur die Art und Weise des Grüßens: Jedes Know-how ist wichtig, vor allem wenn Sie vorhaben, länger in dem jeweiligen Land zu bleiben. Es ist nicht nur eine Form der Höflichkeit, schon bestimmte Regeln zu kennen und anzuwenden. Sie vermeiden mit einem guten Vorwissen auch peinliche Situationen oder den berüchtigten Tritt ins Fettnäpfchen.
Tipp 4
Organisieren Sie sich rechtzeitig eine gute Unterkunft. Erfahrungsgemäß hängt viel von dem Erfolg des Sprachkurses ab, wie wohl Sie sich in der Umgebung fühlen. Eine WG kann toll sein – mit den falschen Mitbewohnern aber auch schnell zum Horror werden. Falls Sie sich kurzfristig um eine neue Unterkunft bemühen müssen, bietet es sich an (für den Übergang oder für die gesamte Zeit der Reise) bei Plattformen wie Airbnb oder Couchsurfing nach Zimmern zu schauen. Oft bieten hier Einheimische ihre Zimmer an. Das gleich zwei Vorteile: Sie können bei Ihrem Vermieter gleich die Sprache sprechen üben. Und Ihr Mitbewohner hat sicher jede Menge Insidertipps parat, was Stadt, Land und Leute anbelangt. Besser kann man in eine fremde Kultur kaum eintauchen.
Tipp 5
Jede Auslandsreise braucht einen guten Reiseführer. Damit meine ich jetzt keinen Guide aus Fleisch und Blut, sondern ein hilfreiches Buch. Da Sie vor Ort aber wirklich Land und Leute erkunden und eine fremde Sprache lernen wollen, empfehle ich, Abstand von den gewöhnlichen Touristenbüchern zu nehmen. Versuchen Sie es stattdessen mit den Ausgaben von “Lonely Planet” oder den sogenannten “Roughguides“. Diese beschreiben nicht nur die bekannten Touristenattraktionen, sondern geben viele echte Geheimtipps, die man sonst als Tourist wohl eher nicht zu Gesicht bekommt.
Tipp 6
Informieren Sie sich vor Ihrer Reise, ob Ihr Mobiltelefon fürs Ausland freigeschaltet ist. Sprich: Hat Ihr Smartphone oder Handy keinen Simlock. Wenn Sie vorhaben, die ganze Reise über per Roaming zu telefonieren, kann das ganz schnell ganz teuer werden. Günstiger ist in der Regel, direkt im Ausland eine Prepaid-Simkarte zu kaufen, die Sie während des gesamten Auslandsaufenthaltes nutzen – eventuell auch zum Surfen im Internet. Extra-Tipp für moderne iPhone- und Smartphone-Besitzer: Nehmen Sie sicherheitshalber immer ein zweites, älteres Handy mit, falls Sie eine ausländische Simkarte benutzen wollen. Die im Ausland gibt es oft nur die alten, großen Simkarten und keine Microsims.
Tipp 7
Kommen Sie rechtzeitig im neuen Zuhause an. Viele Sprachreisende überfordern sich, wenn Sie erst kurz dem Start des Sprachkurses im Land anreisen. Kommen Sie wenn möglich fünf bis sieben Tage eher an, um sich an die neue Umgebung, die Sprache und die Menschen zu gewöhnen. Etwaiges Heimweh lässt sich so leichter verarbeiten, aber auch, dass Sie sich die ersten Tage ein bisschen verloren vorkommen. Doch das geht schnell vorbei. Hat der Sprachkurs erst einmal begonnen und haben Sie die ersten Bekanntschaften in Ihrer neuen Wohnung und im Kurs geschlossen, geht alles wie von alleine.
Der Trick ist, sich Zeit zu lassen und nichts zu überstürzen. Selbst die Globetrotter unter uns erleiden manchmal einen kleinen Kulturschock. Also keine Panik! Mit den obigen Tipps wird alles gut, und Sie werden auf eine fantastische Zeit zurückschauen.
Über die Autorin
Christin Zimmer arbeitet bei Study Global, einem Anbieter, der günstige Sprachkurse und Sprachschulen im Ausland vermittelt.
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